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Lokalsport Der neue Spielmacher vom Herrenwald
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09:00 15.09.2021
Timo Cecen kam bislang in allen vier Hessenliga-Spielen von Eintracht Stadtallendorf zum Einsatz.
Timo Cecen kam bislang in allen vier Hessenliga-Spielen von Eintracht Stadtallendorf zum Einsatz. Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Für die Fußballer von Eintracht Stadtallendorf war es wie ein Nackenschlag, als Erdinc Solak den damaligen Regionalligisten im November 2018 verließ. In Solak ging seinerzeit der Ideengeber, der Ballverteiler, jener technisch versierte Kicker, der das Offensivspiel der Herrenwälder organisierte. Am heutigen Mittwoch (15. September) um 19 Uhr gastiert der FSV Fernwald zum Mittelhessenderby der Hessenliga-Gruppe A im Herrenwaldstadion – und damit jener Klub, für den Solak inzwischen seine Schuhe schnürt. Es könnte zugleich ein Duell der Spielgestalter werden.

In den vergangenen Spielzeiten versuchten sich Spieler wie Damijan Heuser oder Jascha Döringer im zentralen Mittelfeld, bisweilen fehlte im Spielsystem aber auch der klassische Spielmacher – nun scheint er wieder gefunden. Im vor der Saison an den Herrenwald gewechselten Timo Cecen hat die Eintracht einen neuen Fixpunkt in der Offensive, zuletzt wurde dies beim jüngsten Duell mit dem SV Buchonia Flieden deutlich, als Cecen in der Mittelfeld-Raute hinter den beiden Spitzen spielte. Immer wieder wurde der 27-Jährige gesucht – und ließ sein Können aufblitzen. Cecen zeigte sich stets anspielbar, forderte den Ball, um ihn zu verteilen, oft mit schönen Schnittstellen-Pässen; er nahm Tempo aus dem Spiel oder forcierte es.

Mitspieler schwärmen von neuem Spielmacher

„Wenn Timo im Ballbesitz ist, hat das Bundesliga-Niveau“, schwärmte Cecens Mitspieler Muhamet Arifi nach der Flieden-Partie gegenüber der OP. „Er hat zwei Diagonalbälle gespielt, die siehst du eigentlich nur in der Bundesliga. Hat er gut gemacht.“ Gut gemacht – dies traf auch auf die Entstehung des Treffers zum 2:0 zu, als Cecen vor Williams’ entscheidendem Querpass auf den Stürmer durchsteckte; oder als der frühere Drittliga-Spieler mit einem Pass in die Gasse Neuzugang Ephraim Eshele allein vor dem gegnerischen Keeper freispielte.

„Timo ist ein wichtiger Spieler, ein Unterschiedsspieler“, sagte Stadtallendorfs Kapitän Christopher Schadeberg nach dem 3:0-Sieg gegen die Osthessen gegenüber der OP. „Gerade was die Spieleröffnung angeht, tut er uns sehr gut. Nichtsdestotrotz: Alleine gewinnt er auch keine Spiele, die anderen zehn Spieler und Auswechselspieler sind auch sehr wichtig“, betonte Schadeberg wohlwissend, dass „wenn Timo fit wird, haben wir alle Riesenspaß“. Wegen einer langwierigen Verletzung am Meniskus und Kreuzband musste Cecen zuletzt lange pausieren.

Spaß hatte Trainer Dragan Sicaja im zweiten Heimspiel aber auch an anderen Akteuren. „Schadeberg hat die Mannschaft als Kapitän richtig laut geführt, Malcolm Philips hat hinten souverän gespielt, im Zentrum waren wir immer ballsicher, hatten kaum Ballverluste. Das Einzige was gefehlt hat, war im letzten Spieldrittel noch mehr Geschwindigkeit.“ Auch wenn es nach Williams geht, liegt im Offensivspiel noch Verbesserungspotenzial: „Wir müssen daran arbeiten, in die Situationen hineinzukommen, in denen wir Tore erzielen können. Wenn du den Ball in die gefährliche Zone bringst, kann alles passieren.“ Gegen Fernwald will die Eintracht genau dies heute Abend noch häufiger erzwingen.

Der Spieltag

Hessenliga, Gruppe A: Eintracht Stadtallendorf – FSV Fernwald, SV Neuhof – KSV Baunatal, SV Steinbach – Hünfelder SV, 1. FC Erlensee – Buchonia Flieden (alle heute, 19 Uhr). Gruppe B: SC Hessen Dreieich – Türk Gücü Friedberg, SC Waldgirmes – FV Bad Vilbel, TuS Dietkirchen – Rot-Weiß Hadamar (alle heute, 19 Uhr), Viktoria Griesheim – Rot-Weiß Walldorf, VfB Ginsheim – FC Eddersheim (beide heute 19.30 Uhr).

Von Marcello Di Cicco