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Lokalsport Schwetz beendet seine Profi-Karriere
Sport Lokalsport Lokalsport Schwetz beendet seine Profi-Karriere
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09:58 17.11.2019
Der Kirchhainer Triathlet Maximilian Schwetz hat dem Leistungssport abgeschworen und will sich nun verstärkt seinem Physik-Studium zuwenden. Quelle: Thorsten Richter
Kirchhain

Unter anderem aus diesem Grund hat sich der Physikstudent nunmehr endgültig entschieden, seine Leistungssportkarriere zu beenden. Der Entschluss reifte in Schwetz indes schon seit längerem. „Für das größte Ziel eines Sportlers, die Olympischen Spiele, habe ich noch einmal all meine Motivation und auch all mein verfügbares Geld investiert“, erklärte der Wahl-Kirchhainer Schwetz. „Leider ist es mir nicht gelungen, nach einer gut verlaufenen Saison und nach einigen hervorragenden Trainingslagern beim Höhepunkt in Tokio das Beste aus meinem Körper herauszuholen.“

Fortan schlugen mehrere Herzen in der Brust des nunmehr ehemaligen Profi-Triathleten: Eines wollte weiter Leistungssport betreiben; das Zweite wollte mehr Zeit für andere Themen haben; das Dritte zweifelte etwas an der hundertprozentigen Motivation. Somit hatte auch der Verstand etwas beizutragen und das führte dazu, dass Schwetz‘ Radtouren aktuell zur Universität nach Marburg führen, wo dem Physik-Bachelor nun der Master hinzugefügt wird.

„Bei meinem jetzt wieder aufgenommenen Physik-Studium merke ich, wie sehr mir das Knobeln an intellektuellen Problemen Spaß macht. Das habe ich in den letzten paar Jahren immer hinten anstellen müssen, in denen ich mich rein auf den Sport konzentriert habe.“

Dass ihm die jährliche Triathlontour am Anfang fehlen wird, ist dem 28-Jährigen durchaus bewusst. Was Schwetz aber auf keinen Fall möchte, ist „einfach so im Triathlon-Zirkus mitzuschwimmen und immer die gleichen Ergebnisse zu machen“.

Auch ein Wechsel auf längere Distanzen, die viele andere Athleten vornehmen, ist für ihn keine Option. Der Schlussstrich ist endgültig. „Ich hatte eine wahnsinnig schöne Zeit. Ich durfte Dinge erleben, die vielleicht nur einer in einer Million erleben darf. Ich habe so viele tolle Erfahrungen gemacht und durfte unglaublich tolle und interessante Menschen kennenlernen. Dafür danke ich jedem, der mich unterstützt hat.“

Sportliche Highlights erzielte Schwetz regelmäßig bei den Europameisterschaften, darunter die Einzelränge vier (2013 in der Türkei) und neun (2019 in den Niederlanden) sowie eine Silbermedaille in der Staffel (2014 in Österreich). Unvergessen bleiben ihm auch die Podiumsplatzierungen bei Weltcup-Rennen in Mexiko: Zweiter 2015 in Huatulco und Dritter 2017 in Yucatán. Als Letzter das Treppchen betrat er international einmal bei einem Asiencup-Wettkampf, 2016 in Burabay (Kasachstan).

Der aufwendige Triathlonsport war für den Kirchhainer auch nur noch schwer zu finanzieren. „Ich muss unter anderem aufhören, da ich keine regionalen Partner gefunden habe“, erläutert der Triathlet die praktischen Hintergründe seines Entschlusses. „Ich muss zudem aber auch gestehen, dass ich nicht mehr die hundertprozentige Leidenschaft für Triathlon auf höchstem Niveau habe. Es gibt somit auch einen Teil in mir, der aufhören möchte. Im Endeffekt ist es eine Mischung aus Zwang und ‚damit-Abfinden‘, da vielleicht nicht mehr die kompromisslose Bereitschaft dahintersteckt.“

Somit kann sich Maximilian Schwetz auch zunehmend auf die vielen anderen Interessen einlassen und die nächste Phase des Lebens beginnen, beruflich als Physiker und privat als Familienmensch.