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Lokalsport Tennis spielen ist derzeit tabu
Sport Lokalsport Lokalsport Tennis spielen ist derzeit tabu
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19:58 05.04.2020
Tennis wird derzeit nicht gespielt. Deshalb ist auch die Tribüne der Anlage des TV Marburg so gut wie nicht besetzt. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

„Müssen wir unseren Mitgliedern nun deren Beiträge zurückzahlen?“, „Welche finanziellen Hilfen bekomme ich als Freiberufler?“, „Wann geht die Punktspielsaison los und wie halte ich mich solange fit?“ Durch die Verbreitung des Coronavirus und den damit verbundenen Stillstand des gesamten Sportbetriebs haben sich für Vereine, Trainer und Tennisspieler viele neue Fragestellungen ergeben.

„Mit diesen oder weiteren Fragen werden auch wir als Tenniskreis konfrontiert“, sagt Hans-Jürgen Schneider, Vorsitzender des Tenniskreises Marburg. Zunächst einmal sei klar, dass der Tenniskreis Marburg hinter all den notwendigen Entscheidungen des Deutschen Tennis-Bundes und damit einhergehend auch des Hessischen Tennis-Verbands steht, betont Schneider. Etwa, den Beginn der Medenrunde vom vorgesehenen Termin 8. Mai auf den 8. Juni zu verschieben oder aber die Aussetzung des Trainingsbetriebs. „Das waren und sind sinnvolle Maßnahmen zum besseren Schutz der Gesundheit“, sagt Schneider.

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Der Deutsche Tennis Bund hat unterdessen kurzentschlossen mit „wirhelfentennis.de“ eine neue Informationsplattform geschaffen. Dort werden die betroffenen Zielgruppen unterstützt, Vorschläge zur Bewältigung der Krisenzeit gemacht und der Zugang zu bestehenden Hilfsangeboten aufgezeigt. Beantwortet werden auf „wirhelfentennis.de“ rechtliche, praktische und organisatorische Fragen rund um die Auswirkungen, die die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung des Coronavirus auf den Tennissport haben.

„Wir wollen die Tennisgemeinde aber nicht nur informieren, sondern auch zur Solidarität aufrufen“, erklärt DTB-Präsident Ulrich Klaus eines der wichtigsten Ziele des Projektes. „Sport bedeutet Teamgeist, und an den appellieren wir, denn viele Akteure in unserem Sport kämpfen in dieser Zeit um ihre wirtschaftliche Existenz.“

„Wir als Tenniskreis und soweit mir bekannt ist auch unsere zahlreichen Vereine haben bislang noch keine finanziellen Schwierigkeiten. Will heißen, wir haben zwar keine Einnahmen, aber auch keine Verluste. Anders sieht dies selbstverständlich bei den Gaststättenbetreibern der zahlreichen Tennisanlagen aus, die derzeit geschlossen sind, da nicht nur keine Spiele stattfinden können, sondern auch der Trainingsbetrieb komplett eingestellt wurde. Dies betrifft neben den Erwachsenen auch viele Kinder und Jugendliche, die im Normalfall von Trainern unter anderem an den drei Stützpunkten des Landkreises in den Hallen in Amöneburg, Wehrda und Dautphetal betreut und angelernt und sportlich geschult werden“, erklärt Schneider. Freilich stellen sich einige die Frage, warum sie nicht auf den Plätzen trainieren können. Sich zu zweit mit großem Abstand auf dem Platz bewegen, bedeute doch keine Gefahr, lautet deren Argumentation.

„Dies erscheint auf den ersten Blick plausibel. Doch bin ich gegen jegliche Art von Lockerungen, auch nicht im Sport. Auch wir Tennissportler müssen und wollen Vorbild sein. Was passieren kann, welch dramatische Auswirkungen es gibt, wenn man zu spät reagiert, zu spät Einschränkungen verhängt, zu spät Kontaktsperren ausspricht, sehen wir jetzt zum Beispiel in den USA oder Russland“, sagt Schneider. Der Hessische Tennisverband weist zudem darauf hin, dass eine Instandsetzung der Platzanlagen in Form von Arbeitseinsätzen durch Vereinsmitglieder aktuell grundsätzlich nicht möglich ist. Die Empfehlung ist, in diesem Fall mit den zuständigen Behörden vor Ort Kontakt aufzunehmen und zu prüfen, ob für diese Tätigkeit, die mit großem Abstand zueinander und auch mit beschränkter Personenzahl durchgeführt werden würde, eine entsprechende Erlaubnis ausgesprochen werden könnte.

Eine Instandsetzung und Pflege der Platzanlage durch den Platzwart oder eine Fachfirma ist weiterhin möglich. Auch hier gilt aber die Empfehlung, sich bei den Kommunen und Gemeinden über die genaue rechtliche Situation zu informieren. „Bei uns im Tenniskreis wurden viele Plätze noch vor Ausbruch der Corona-Epidemie auf Vordermann gebracht. Derzeit wird nichts dergleichen gemacht. Und das ist auch richtig so“, sagt Hans-Jürgen Schneider.

Von Michael E. Schmidt

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