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17:55 12.06.2020
Die SG Lahnfels, hier Lukas Weber (links) in Aktion, darf wohl auch künftig in der Gruppenliga spielen.
Die SG Lahnfels, hier Lukas Weber (links) in Aktion, darf wohl auch künftig in der Gruppenliga spielen. Quelle: Foto: Michael Hahn
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Marburg

Die finale Entscheidung steht noch aus, doch aller Voraussicht nach wird die Saison 2019/2020 in Hessen durch den außerordentlichen Verbandstag am 20. Juni offiziell abgebrochen und die vom Vorstand des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) empfohlene Regelung, wonach es zwar Aufsteiger aber keine verpflichtenden Absteiger gibt, beschlossen werden. Das bedeutet für Mannschaften, die sportlich bereits abgeschlagen waren, dass sie in ihren Spielklassen bleiben dürfen – es sei denn, ihre Vereine entscheiden sich für einen freiwilligen Abstieg.

Die SG Lahnfels ist in den vergangenen fünf Jahren von der Kreisliga B bis in die Gruppenliga aufgestiegen. Dort steht die vom Verletzungspech gebeutelte Mannschaft aus Sarnau und Goßfelden mit nur sieben Punkten aus 21 Spielen auf dem letzten Platz, 21 Punkte beträgt der Abstand zum rettenden Ufer – eigentlich. „Es wären noch elf Spiele gewesen, in denen wir auch noch einige Punkte hätten holen können“, sagt der Vorsitzenden Ralf Löwer, für den aber auch klar ist: „Es wäre vermessen, zu sagen, dass wir den Klassenerhalt sportlich noch geschafft hätten.“

Das vom HFV-Vorstand favorisierte Abbruch-Szenario bietet der SG nun die Möglichkeit, in der Gruppenliga zu bleiben. Geht es nach dem Vorstand, „werden wir die Herausforderung annehmen“, so Löwer, denn: „Als Sportler sollte man immer nach dem höchstmöglichen streben.“ Eine finale Entscheidung solle aber nicht durch den Vorstand allein getroffen werden: „Letztlich muss die Mannschaft sagen, ob sie sich die Gruppenliga zutraut.“

Eine Klasse tiefer, in der Kreisoberliga, steht der TSV Erksdorf mit acht Zählern aus 18 Partien auf dem letzten Platz. Die Chancen, den Klassenerhalt bei 13 Punkten Rückstand auf den Relegationsrang sportlich zu erreichen, sind nicht gerade groß gewesen – was aus Sicht von Heiko Trier „noch ziemlich freundlich ausgedrückt“ ist. Der Sportliche Leiter ist aber optimistisch, dass die Mannschaft in der nächsten Saison konkurrenzfähiger sein wird: „Wir bemühen uns, ein schlagkräftiges Team für die Kreisoberliga aufbieten zu können. Das ist unsere aktuelle Planung“, macht er deutlich, dass ein freiwilliger Abstieg für den TSV nach derzeitigem Stand keine Option ist.

Der SV Bauerbach II hat in der Kreisliga A Marburg seit dem zweiten Spieltag ausschließlich Niederlagen kassiert. Vorsitzender Edmund Euker macht keinen Hehl daraus, dass der Abstieg sportlich „ganz sicher nicht mehr zu vermeiden gewesen“ wäre. Die voraussichtliche Regelung sei daher „wie ein Sechser im Lotto“. Mit dem aktuellen Kader hätte es keinen Sinn, es noch einmal in der aktuellen Klasse zu versuchen, meint Euker. Da sich „personell aber einiges tut“, will der Verbandsligist seine Reserve erneut für die A-Liga melden.

Ein anderer Verein will indes von der vorgesehenen Möglichkeit des freiwilligen Abstiegs Gebrauch machen: Kreisoberligist SV Eckelshausen, der im März eigentlich den Rückzug in die Biedenkopfer Kreisliga B angekündigt hatte, will stattdessen in der Kreisliga A starten. Bei einem Rückzug wird eine Mannschaft gemäß Regelungen des HFV um mindestens zwei Spielklassen nach unten versetzt, bei einem freiwilligen Abstieg nicht.

Von Stefan Weisbrod