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Stadtallendorf ist voll im Soll
Stadtallendorf ist voll im Soll
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17:00 27.12.2021
Stadtallendorfs Rychard Vyborny sticht mit seiner Einzelbilanz von 9:1-Siegen bei den Ostkreislern heraus.
Stadtallendorfs Rychard Vyborny sticht mit seiner Einzelbilanz von 9:1-Siegen bei den Ostkreislern heraus. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Die Vorrunde der Tischtennissaison ist beendet und die Mannschaftsführer der Teams von Regionalliga bis Verbandsliga ziehen dabei eine gemischte Bilanz. Insgesamt zeigen sich aber alle erfreut, dass die erste Saisonhälfte bei der aktuellen Lage überhaupt gespielt wurde und nicht wie im vergangenen Jahr ein Saisonabbruch nach bereits wenigen Spielen erfolgte.

Regionalligist und Kreisprimus TTV Stadtallendorf rangiert mit 10:8 Punkten auf dem vierten Platz. Doch der sichere Schein trügt, denn es liegen zwischen dem Tabellenzweiten 1. FC Köln II und den siebtplatzierten Jülichern nur fünf Punkte. So ist für die Ostkreisler sowohl nach oben als auch nach unten noch alles drin. Die Meisterschaft dürfte jedoch klar an den mit fünf Punkten führenden TTC Altena gehen. Mannschaftsführer Johannes Linnenkohl sieht den bisherigen Saisonverlauf positiv: „Das klar gesteckte Ziel dieser Saison ist der Klassenerhalt. Mit vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz können wir durchaus zufrieden sein.“

Verletzungspech bei einigen heimischen Vereinen

Im insgesamt jungen TTV-Team sticht der mit 50 Jahren international erfahrene ehemalige tschechische Nationalspieler Rychard Vyborny auch mit seiner Einzelbilanz von 9:1 Siegen heraus. Der Tscheche kam zwar nur in den Heimspielen zum Einsatz, aber dort führte er die Mannschaft bis auf die Duelle gegen Süchteln (4:6) und Altena (1:9) zum Sieg. Wie wichtig Stadtallendorfs Nummer eins für das Team ist, sieht auch Linnenkohl: „Das Punkten ohne Rychard fiel uns bis auf einen Doppelspieltag sehr schwer, aber hervorzuheben ist der Zusammenhalt in der Mannschaft.“ Für die Rückrunde gibt der TTV-Kapitän als Ziel aus, den Klassenerhalt so früh wie möglich einzufahren, so dass die junge Mannschaft den Rest der Rückrunde locker aufspielen kann.

In der Verbandsliga sind die Mannschaften aus dem Kreis bunt in der Tabelle verteilt. Während der TSV Marbach auf Rang zwei ungeschlagen mit 14:2 Punkten Tuchfühlung zum Spitzenreiter TSV Ihringshausen (15:1) hält und auch der TTV Stadtallendorf II (11:5) noch Chancen auf die Meisterschaft hat, liegen die beiden Mannschaften des TTC Ginseldorf auf Rang sechs und dem vorletzten Platz hinter den Erwartungen zurück.

Aber auch Marbachs Mannschaftsführer Jan Dudda sieht für die Rückrunde noch Steigerungspotenzial: „Es war aufgrund der verletzungsbedingten Ausfälle von Dominik Böth (Knie) und Adrian Siemon (Ellenbogen), die mehrere Wochen ausfielen, eine schwierige Vorrunde für uns. Trotzdem haben wir das als Team und bei Heimspielen dank der überragenden Unterstützung unserer Zuschauer gut aufgefangen und noch alle Chancen im Aufstiegsrennen.“ Die Tabellenführung verpassten die Marbacher am zweiten Spieltag, als man gegen Ihringshausen eine 8:5-Führung noch aus der Hand gab und sich mit nur einem Punkt zufrieden geben musste. Die besten Leistungen lieferten dabei im zweiten Paarkreuz Dudda mit einer 13:2-Bilanz und Jan-Philipp Sunnus ab, der im hinteren Paarkreuz bei elf Spielen nur eines abgab. Dudda sieht neben Ihringshausen auch die Mannschaften aus Stadtallendorf und Röhrenfurth (12:4) noch auf Augenhöhe.

Über Verletzungspech klagte auch Stadtallendorfs Kapitän Carsten Zulauf. Zudem sei ein Spieler nicht bereit gewesen, sich gegen Corona impfen zu lassen, was es für Zulauf noch einmal erheblich schwieriger machte. „Das konnten wir nicht kompensieren und dadurch stehen wir in der Tabelle für viele überraschend auch im Mittelfeld anstatt an der Spitze“, so der Stadtallendorfer. Tatsächlich war für viele Experten die Regionalligareserve der Topfavorit auf die Meisterschaft.

„Uns war aber von vornherein klar, den Aufstieg nicht mit Gewalt packen zu wollen. Jochen Schmitt, Björn Kannenberg und ich haben lange Jahre in hohen Ligen gespielt und unsere drei „Youngster“ sind auch in der Verbandsliga genug gefordert“, erklärt Zulauf. Mit Blick auf die Zukunft sieht er das Hauptziel darin, dass sich die jungen Spieler (Daniel Ott, Jonas Riedesel und Gianluca Eller) besser in der Liga zurechtfinden und konstanter in ihren Leistungen werden. Mit einer Bilanz von 12:1 liegt Zulauf auf Rang zwei im Spitzenpaarkreuz. Zudem musste sich Zulauf mit Doppelpartner Schmitt bei sieben Einsätzen nur einmal geschlagen geben.

Die erste Mannschaft des TTC Ginseldorf muss sich mit lediglich drei Erfolgen, darunter einem knappen 9:7 gegen die eigene Reserve und am Ende mit vier Niederlagen in Folge, mit dem sechsten Platz zufrieden geben. „Sportlich lief die Hinrunde für uns eher durchwachsen. Die Verletzung unseres Spitzenspielers Holger Paulus hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch bei passenden Doppelpaarungen haben wir uns schwer getan.“ Paulus fehlte in den letzten drei Partien und war auch schon beim 5:9 in Röhrenfurth nicht wirklich fit. Preis sieht aber durchaus Potenzial für die Rückrunde: „Wir haben eine gute Stimmung im Team und wollen definitiv in der Rückrunde unsere Bilanz deutlich verbessern.“ Über die gute Stimmung im Team berichtet auch Reiner Essmann, der in der zweiten Ginseldorfer Mannschaft im dritten Paarkreuz aufschlägt.

Gute Leistungen von der Reserve des TTC

Obwohl sein Team mit nur einem Erfolg gegen Schlusslicht Ermschwerd aktuell auf dem Abstiegsrelegationsplatz rangiert: „Es war die erwartet schwere Runde, das war uns aber allen bewusst. Wir haben sehr viele Fünfsatzspiele verloren, aber die Mannschaft war trotz der vielen Niederlagen immer sehr motiviert.“ Eine der besten Saisonleistungen zeigte die TTC-Reserve beim knappen 7:9 im ersten Match gegen die erste Mannschaft. Essmanns Bilanz im dritten Paarkreuz kann sich mit 7:3 durchaus sehen lassen.

Er ist damit der einzige Spieler mit positiver Bilanz im Team. „Dennoch war ich nicht ganz zufrieden“, so Essmann, der besonders Spitzenspieler Stefan App (6:9) lobt: „Stefan war vorne erfolgreich!“ Als Rückrundenziel gibt Essmann mindestens den Relegationsplatz aus: „Vielleicht reicht es ja auch noch für den siebten Platz, der zum direkten Klassenerhalt reichen würde.“

Von Cornelius Hahn