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Lokalsport TSV Moischt ganz weit unten statt ganz oben
Sport Lokalsport Lokalsport TSV Moischt ganz weit unten statt ganz oben
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15:00 29.10.2021
Moischts Battist Oberhößel und Lars Lauer (hier im Duell mit Hassenhausen/Bellnhausens Fabian Lauer).
Moischts Battist Oberhößel und Lars Lauer (hier im Duell mit Hassenhausen/Bellnhausens Fabian Lauer). Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Moischt

2:2 bei der Spielvereinigung Hassen-/Bellnhausen, damit der fünfte Punkt auf dem Konto – und immerhin nicht mehr Tabellenletzter in der Fußball-Kreisliga B Marburg II. Glücklich ist Philipp Paffrath (Privatfoto) damit aber nicht. „Wir hatten uns mehr vorgenommen“, sagt der Coach im Rückblick auf das jüngste Spiel seines TSV Moischt. In der elften Partie der Saison sollte endlich der erste Sieg her. Daraus ist nichts geworden. Eine Platzierung unter den Top sechs hatte der Verein vor Beginn der laufenden Spielzeit als Ziel ausgegeben. Klingt aus heutiger Sicht vermessen, aus damaliger aber geradezu bescheiden.

Denn personell hatte sich gegenüber der vorherigen, im Herbst 2020 unter- und schließlich im Frühjahr abgebrochenen Saison, kaum etwas verändert. Und in dieser hatte die Mannschaft des Turn- und Sportvereins aus dem 1 100-Einwohner-Stadtteil südöstlich der Marburger Kernstadt nicht ein einziges Mal verloren, nur einmal Unentschieden gespielt, aber sechs Mal gewonnen, war Tabellenführer. Wie konnte dieser Absturz – davon muss man in Anbetracht der nackten Zahlen wohl sprechen – passieren?

Viele Studenten im Kader

„Wenn ich dafür einen Grund nennen könnte, wäre ich glücklich“, antwortet Paffrath. Der wohl wichtigste, meint der erst 25-jährige Cheftrainer, liegt in der Konstanz: „Wir hatten im letzten Jahr fast immer denselben Kader. Das ist jetzt nicht so. Wir haben noch nie zwei Wochen hintereinander mit den gleichen Spielern spielen können.“ An Blessuren liegt das weniger. Der erfahrene Stammtorhüter Volker Schneider hatte sich bereits in einem Vorbereitungsspiel einen offenen Bruch des Schien- und Wadenbeins zugezogen.

„Er fehlt uns, auch als Persönlichkeit“, sagt Paffrath. Ansonsten aber ist das Team von Verletzungen weitgehend verschont geblieben. Eher liege es an privaten Plänen der Spieler, zu denen – das hat Tradition beim TSV – viele Studenten gehören. Manche sind in der vorlesungsfreien Zeit in ihrer Heimat statt in Marburg gewesen, andere hatten Urlaubspläne, haben diese umgesetzt. „Vor allem bei Führungsspielern merkt man, wenn sie fehlen“, sagt der Trainer, nennt beispielhaft Jens Große-Jäger, Tobias Hennig, Lucas Hermann und Fabian Block.

Frühe Gegentore

Das Spiel der Mannschaft sei teilweise „wild“ gewesen, moniert Paffrath. Ein Stück weit fehle aktuell aber auch das Glück, „das man hat, wenn man oben steht“: In der Vorsaison sei „irgendwie alles zusammengelaufen“, jetzt sei das anders: „Ein Ball, der letztes Jahr reingegangen ist, will jetzt nicht rein. Auf der anderen Seite kassieren wir immer wieder mit der ersten Aktion ein Gegentor, müssen hinterherlaufen.“ Der junge Übungsleiter, ausgebildeter Torwart und oft in der Reserve selbst aktiv, macht keinen Hehl daraus: „Man ist schon etwas frustriert.“ Es werde „einfach Zeit, dass wir ein Spiel gewinnen, damit wir merken, dass wir es noch können“.

Möglichst soll das an diesem Samstag klappen, wenn die zweite Mannschaft der SG Salzböde-Lahn in Moischt gastiert. Resigniert, versichert Paffrath, werde sicher nicht, auch dann nicht, wenn der erste Sieg weiter auf sich warten lassen sollte: „Wir geben nicht auf, das ist sicher!“

Von Stefan Weisbrod