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Lokalsport Stadtallendorf besiegt den Tabellenführer mit 4:0
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10:59 22.11.2021
Das Tor zum 2:0: Stadtallendorfs Andrej Markovic (rechts) lässt Namensvetter Igor Markovic bei seinem Kopfball keine Abwehrchance.
Das Tor zum 2:0: Stadtallendorfs Andrej Markovic (rechts) lässt Namensvetter Igor Markovic bei seinem Kopfball keine Abwehrchance. Quelle: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Unzufrieden ist Dragan Sicaja am Samstag nur einmal gewesen. Einige Minuten vor Beginn des Spitzenspiels in der Gruppe A der Fußball-Hessenliga musste der Stadtallendorfer Cheftrainer eine deutliche Ansage machen. „Die Körpersprache beim Aufwärmen hat mir gar nicht gefallen“, erklärte er später. „Ich habe deutlich gemacht, dass jeder für dieses Spiel brennen muss.“ Ob’s an den eindringlichen Worten lag? Jedenfalls gab’s über das, was die Spieler des TSV Eintracht gegen Aufstiegsfavorit SG Barockstadt Fulda-Lehnerz auf den Kunstrasen brachten, mal so gar nichts zu meckern. 4:0 stand’s am Ende.

Nur zwei Chancen hatten die Gäste, die schon das Hinspiel mit 0:3 verloren hatten: TSV-Torhüter Tolga Sahin hatte kurz vor Ende der ersten Hälfte keine Probleme bei einem Schuss von Johannes Hofmann (44. Minute) und später Glück, dass ein Schuss von Tolga Duran die Latte traf (84.) – das war alles, was das torgefährlichste Team der Liga (bislang 41 Treffer) zustande brachte. Oder anders formuliert: Das war alles, was die Hausherren vor 617 Zuschauerinnen und Zuschauern zuließen. Sicaja zollte seinen Spielern für eine hochkonzentrierte Vorstellung „großen Respekt“, lobte das große Engagement: „Das war von der ersten bis zur letzten Minute, was ich sehen wollte.“ Timo Cecen sprach von einem „Monsterspiel“ – der Mittelfeldmann lag absolut richtig, als er sagte: „Ich denke, wir haben auch in der Höhe verdient gewonnen.“ Denn spätestens in der zweiten Hälfte war es eine einseitige Angelegenheit.

Cecen leitet drei Tore mit Ecken ein und trifft selbst

Zu Beginn hatten die Gäste etwas mehr Anteile, ohne daraus etwas zu machen. Stadtallendorf setzte Nadelstiche, kam immer wieder zu Eckbällen, getreten von Cecen. Der vierte davon brachte die Führung: Del-Angelo Williams hatte sich erst am langen Pfosten positioniert, lief nach vorn, köpfte ein. SG-Schlussmann Igor Markovic, der nach wenigen Spielminuten für den verletzten Tobias Wolf in die Partie gekommen war, blieb keine Abwehrchance (28.). Nächste Ecke von Cecen, nächstes Tor, wenn auch diesmal auf Umwegen: Die Fuldaer brachten den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Malcolm Phillips chippte ihn von links an den langen Pfosten, Andrej Markovic überwand mit einem Kopfball seinen Namensvetter im Tor (32.).

Barockstadt-Trainer Sedat Gören hoffte vergebens auf ein anderes Bild nach der Pause. „Wir sind nie in unser Spiel gekommen“, sagte er nach der zweiten Hälfte, in der die Stadtallendorfer nun auch spielerisch dominierten. Einen Schuss von Amar Zildzovic, der später vom Platz musste, sich wohl eine Zerrung zugezogen hat – der einzige Wermutstropfen an diesem Tag –, lenkte Igor Markovic über die Querlatte. Cecen trat die Ecke, kam direkt wieder an den Ball, flankte kurz auf Perry Ofori, der sein erstes Saisontor erzielte (56.). Für den krönenden Abschluss sorgte Cecen dann selbst: Williams gewann den Ball tief in der gegnerischen Hälfte, passte zum früheren deutschen Junioren-Nationalspieler, der trocken links unten ins Eck traf (69.).

TSV Eintracht Stadtallendorf: Sahin – Schadeberg, Phillips, Ofori, A. Markovic – Zildzovic, Arifi (68. Schütze) – Heuser, Cecen (70. Bartheld), Wießner – Williams (76. Eshele).

SG Barockstadt Fulda-Lehnerz: Wolf (5. I. Markovic) – Pecks, Gröger, Grösch, Hillmann (46. Pomnitz) – Müller – Reinhard, Hofmann, Duran, Löbig (69. Kassa) – Göbel.

Schiedsrichter: Radl (Biebesheim). Zuschauer: 617. Tore: 1:0 Williams (28.), 2:0 A. Markovic (32.), 3:0 Ofori (56.), 4:0 Cecen (69.). Besonderes Vorkommnis: Stadtallendorf wegen Zildzovic-Verletzung ab der 84. Minute in Unterzahl.

Von Stefan Weisbrod