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Lokalsport TSV Caldern ist künftig wieder A-Ligist
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11:56 28.06.2020
Calderns Kapitän Benjamin Ficker-Hoffmann umarmt Eugen Maschke nach einem seiner 20 Tore in dieser Saison. Quelle: Stefan Tschersich/Archiv
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Caldern

Für Armin Kassner war es schon vor Beginn der Saison keine Frage: „Wir wollten aufsteigen. Mit dieser Zielsetzung sind wir in die Runde gegangen“, sagt der bisherige Trainer des TSV Caldern im Gespräch mit der OP. Auftrag ausgeführt!

Letztlich war es ganz knapp: Nach dem nun auch formal beschlossenen Abbruch der Saison 2019/2020 aufgrund der Corona-Krise steht die Mannschaft nach Anwendung der Quotientenregel (Durchschnittspunktzahl pro Spiel) zwar hinter dem VfB Wetter II, schafft als Tabellenzweiter der Kreisliga B II aber dennoch den Sprung nach oben, da er im Vergleich mit den anderen (theoretischen) Relegationsteilnehmern aus den anderen Marburger B-Liga-Staffeln den besten Punkteschnitt vorweist.

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Der TSV hat 14 von 19 Saisonspielen gewonnen, nur dreimal ging es als Verlierer vom Platz. Trotzdem war es bis zur Unterbrechung der Saison im März ein enges Rennen um die Aufstiegsplätze: Caldern, Wetter II, Niederweimar/Haddamshausen und Elnhausen hatten alle zwischen 44 und 42 Punkte auf dem Konto, Michelbach II war mit 39 Zählern ebenfalls noch in Schlagdistanz.

Kassner über nahm eine Rumpftruppe

„Natürlich“, sagt der Vereinsvorsitzende Tobias Quentin, „haben wir davon profitiert, dass die Entscheidungen so getroffen sind, wie sie nun getroffen wurden, und dass wir aktuell da stehen, wo wir stehen. Aber für mich ist klar, dass der Aufstieg verdient ist.“ Auch für Kassner steht außer Frage, dass es „nur gerecht“ sei, „dass wir aufsteigen“. Er ist überzeugt: „Hätte weitergespielt werden können, wären wir auch Meister geworden.“

2018 hatte Kassner den Trainerposten in Caldern übernommen, damals war der TSV gerade aus der A-Liga abgestiegen. Der Coach startete mit einer „Rumpftruppe“. Einer, der dem Club treu geblieben war, ist Eugen Maschke, in der nun beendeten Spielzeit mit 20 Treffern erfolgreichster Torschütze des Teams.

Trainer Armin Kassner verlässt den TSV Caldern. Archivfoto: Thorsten Richter

Kassner bezeichnet den Angreifer als eine von drei „tragenden Säulen“ neben dem erfahrenen Libero Armin Heck sowie Linksverteidiger Benjamin Ficker-Hoffmann. Offensiv ist der TSV mit 64 Toren stark, defensiv mit nur 18 Gegentreffern überragend. Auch Anil Kolat habe daran seine Verdienste.

Der Torhüter kam in der Winterpause der Vorsaison vom TSV Michelbach. „Am Anfang der Saison hatten in sechs Spielen fünf verschiedene Feldspieler im Tor gestanden“, erinnert sich Kassner. „Das kann natürlich nicht funktionieren.“ Auch einige weitere Zugänge wurden in der Folge begrüßt.

„Das hat die Qualität merklich erhöht“, blickt der Trainer zurück, betont aber zugleich: „Die Mannschaft besteht noch immer zur Hälfte aus den Leuten, die im Sommer 2018 schon hier waren.“ Nach starker Rückserie wurde im vergangenen Jahr der Aufstieg als Ziel ausgegeben. „Wir haben es geschafft, das macht uns stolz, auch wenn wir es lieber in einer kompletten Saison gepackt hätten“, sagt Kassner, der sein Amt nach zwei Jahren abgibt. Seinen Abschied habe er bereits im Winter angekündigt, erklärt er.

Trainer Muth kehrt zurück

Kassners Nachfolger ist ein alter Bekannter am Fuße des Rimbergs: Jörg Muth, zuletzt Trainer des Hinterländer B-Ligisten SSV Allna-/Ohetal, kehrt nach fünf Jahren zum TSV Caldern zurück, teilt Quentin mit und hebt hervor: „Jörg Muth kennt sich bei uns aus und passt gut zu uns. Wir sind sicher, dass er der richtige Mann für unsere Mannschaft ist und die gute Arbeit von Armin Kassner fortsetzt.“

Offen ist, wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Offen ist derzeit auch noch, in welcher Kreisliga-A-Staffel der TSV dann antritt. „Wenn wir gefragt werden, ob wir in Biedenkopf mitspielen, werden wir uns dagegen nicht wehren“, erklärt Quentin.

Mehr als 40 Spieler im Kader

Voraussetzung wäre jedoch, dass die zweite Mannschaft auch dann in Konkurrenz in der Kreisliga B – wie es im Fußballkreis Marburg seit mehreren Jahren für Reserven von A-Ligisten üblich ist – antreten könnte. „Wir haben mehr als 40 Spieler im Kader, alle von ihnen sollen Spielzeit bekommen. In Reserverunden außer Konkurrenz fallen aber leider zu viele Spiele aus“, sagt der Vereinschef.

Kassner will dem Verein indes „auf jeden Fall verbunden bleiben“, wird auch in der kommenden Saison die Daumen drücken. Er ist „überzeugt, dass die Mannschaft das Zeug hat, in der A-Liga mitzuhalten“. Zuvor werde es „hoffentlich noch eine Gelegenheit geben, den Aufstieg zu feiern“ – und eines „Menschen, der sehr viel für unser Team getan hat“, zu gedenken: dem kürzlich verstorbenen Spielausschuss-Mitglied Ralf Busch.

Von Stefan Weisbrod

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