Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Der entscheidende Mann im Hintergrund
Sport Lokalsport Lokalsport Der entscheidende Mann im Hintergrund
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:27 13.07.2019
Spaß an der Arbeit: Ion Coman ist nach zwölf Jahren wieder Supervisor der Marburg Open. Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

Entspannt sitzt Ion Coman im „Supervisor Office“ der Marburg Open auf der Anlage des TV Marburg in der Willy-Mock-Straße vor seinem Computer und den Spielplänen.

Trotz des umfangreichen Zeitplans hat er Zeit, über seine Aufgaben zu sprechen. „Ich freue mich, diesen Posten in Marburg wieder zu übernehmen“, betont Coman, nachdem er bereits vor zwölf Jahren als Supervisor in Marburg tätig war.

Bei seinem ersten Einsatz 2007 waren die Marburg Open erstmals als ITF-Turnier gelistet – genau wie auch in diesem Jahr wieder.

Übergeordnet sorgt der Supervisor dafür, dass der Ablauf des Turniers reibungslos vonstatten geht. Damit das geschieht, übernimmt er zunächst die Auslosung der Matches und erstellt daraufhin den Spielplan, die sogenannte „Order of Play“.

Dabei kann es bereits zu den ersten Schwierigkeiten kommen. Sollte ein Spieler kurzfristig nicht in der Lage sein zu spielen, muss Coman einen anderen Spieler für das Match ansetzen. Für diesen Fall gibt es das „Lucky-
Loser-Prinzip“. Demnach werden beispielsweise die Verlierer der letzten Qualifikationsrunde auf eine Liste gesetzt.

Die Reihenfolge dieser Liste wird nicht anhand der Rangliste aufgestellt, sondern ausgelost. Damit sollen taktische Absprachen verhindert werden. Wenn nun ein Spieler aus dem Hauptfeld nicht antreten kann, wird der erste Name dieser Liste in das Match gesetzt. Allerdings nur unter der Bedingung, dass der Spieler im Voraus seine Anwesenheit bei Coman bestätigt hat.

Falls er das nicht macht, wird der nächste Name der Liste in das Hauptfeld gesetzt. Sollte das Wetter den Organisatoren der Marburg Open einen Strich durch die Rechnung machen (wie am Donnerstag), muss der Supervisor auch in diesem Fall als Teil der Turnierleitung eingreifen. So setzte sich die Turnierleitung am Donnerstag das Ziel, alle zwei Stunden eine Entscheidung über den Tagesverlauf zu treffen.

Alle Infos

Bericht vom Freitag

Favoriten geben sich keine Blöße

Programm am Samstag

  • 10.30 Uhr: Sponsoren und Politiker messen sich in einem Doppelwettbewerb.

  • Halbfinale Doppel (13 Uhr): Altuna (TUR)/Metreveli (GEO) – Antonescu/Grigoriu (ROU); Frawley (AUS)/Rosenkranz (GER) – Mannapov (GER)/Stanek (CZE).

  • Halbfinale Einzel (nicht vor 14 Uhr): Jesper De Jong (NED) – Ryan Nijboer (NED/2); (nicht vor 16 Uhr): Louis ­Weßels (GER/1) – Mauricio Echazú (PER/4).

  • Finale Doppel: Uhrzeit wird kurzfristig entschieden.

  • anschließend:­ Ausklang mit Marburg Open Party und Tombolaverlosung.

Programm am Sonntag

  • 11 Uhr: Bayrisches Frühstück mit Sponsoren, Ehrengästen und Tennisfans.

  • Nach dem Einzel-Finale:­ Ausklang mit Verlosung der Hauptpreise der Tombola.     

  • Finale Einzel: Ab 13 Uhr.

Offizielle Turnier-Webseite

In der Zwischenzeit studierten sie das Wetter­radar und berieten sich mit den Platzwarten über die Verhältnisse.

Als „ultima ratio“ stufte Coman dabei den Gang in die Halle ein. „Das hätten wir aber nur sehr ungern gemacht.“

Der Supervisor ist auch der Oberschiedsrichter der Marburg Open. In dieser Rolle trifft er unter anderem die letzte Entscheidung, wenn es während eines Spiels zu Unklarheiten kommt und keine Einigung erzielt wird.

Während dieses Turniers musste er dabei allerdings noch nicht eingreifen, was „für das Schiedsrichterteam spricht“, sagt Coman. Hinzu kommt auch die Aufgabe, die Leistung der Schiedsrichter abschließend zu bewerten.

Der Deutsche Tennisschiedsrichter-Verband (DTSV) hat zu Beginn des Jahres wegen der Verfügbarkeit der Schiedsrichter angefragt, woraufhin diese sich angeboten haben. Eine Einteilungskommission, bestehend aus zwei Personen, entschied letztlich, welche Schiedsrichter eingesetzt werden. So kommen diese zwar hauptsächlich aus Deutschland, allerdings sind beispielsweise auch Schiedsrichter aus Polen oder Frankreich angereist.

Ballkinder sind ein Bonus

„Die Organisation der Marburg Open ist einwandfrei“, sagt Ion Coman, der wie Michaela Peters, Vorsitzende des TV Marburg, bisher ausnahmslos positive Rückmeldungen zu dem Turnier erhielt. Begründet wird das auch durch den Einsatz von knapp 100 Helferinnen und Helfern, die sich unter anderem um die Platzpflege, die Arbeit im Turnierbüro sowie die Betreuung der Ballkinder kümmern.

Insgesamt 30 Ballkinder gehören zu dem eingesetzten Personal. Zeitgleich stehen immer sechs Ballkinder auf dem Platz, wobei nach 15 bis 20 Minuten gewechselt wird. Obwohl es bei Turnieren dieser Klasse gar nicht üblich ist, Ballkinder einzusetzen, betont Peters dennoch, dass die Turnierleitung dies „unbedingt umsetzen wollte“, um auch auf den Plätzen für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen – ganz im Sinne des Supervisors der Marburg Open, Ion Coman.

von Yann Ruppersberg