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Lokalsport Stimmung bei den Blue Dolphins ist bestens
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10:58 17.02.2021
Freuen sich über die sportliche Entwicklung und die gute Stimmung im Team: BC-Cheftrainer Christoph Wysocki (jubelnd im Hintergrund) und Aufbauspielerin Alex Wilke (rechts).
Freuen sich über die sportliche Entwicklung und die gute Stimmung im Team: BC-Cheftrainer Christoph Wysocki (jubelnd im Hintergrund) und Aufbauspielerin Alex Wilke (rechts). Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Dritter Sieg im dritten Spiel binnen einer Woche? Nach dem 67:66-Sieg am Freitagabend (12. Februar) gegen Titelanwärter TSV Wasserburg und dem klaren 89:62-Erfolg am späten Sonntagnachmittag (14. Februar) gegen die Flippo Baskets aus Göttingen müssen die Marburger Bundesliga-Basketballerinnen am heutigen Mittwoch (17.Februar) wieder ran – diesmal in Göttingen. Die OP spricht mit Cheftrainer Christoph Wysocki und Spielmacherin Alex Wilke vor der zweiten Partie mit dem Tabellennachbarn aus Niedersachsen über ...

... den wiederbelebten Teamgeist: „Die Mädels haben Spaß an dem, was sie machen. Mir macht es viel Spaß, mit ihnen zu arbeiten“, sagt Wysocki.

Dass es atmosphärisch zwischen dem Team und dem vorherigen Trainer Julian Martinez nicht gepasst hatte, ist kein Geheimnis. Im Januar wurde der Spanier von seinen Aufgaben entbunden, Wysocki übernahm. Der Stimmungsumschwung ist zu großen Teilen ihm zu verdanken.

Das Team steht über allem

Die Blue Dolphins präsentieren sich wieder als echte Einheit. „Wichtig ist, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind“, sagt Wilke, angesprochen auf ihre 27 Punkte im Freitagsspiel gegen Göttingen zuerst. Über ihre eigene (überragende) Leistung mag sie gar nicht so recht sprechen.

„Alle geben alles für die Mannschaft“, sagt Wysocki über die Spielerinnen. „Wenn mal eine nicht von Anfang an oder weniger spielt, hat sie damit kein Problem.“ Jede Spielerin stelle das Team über sich selbst. „Es ist auch nicht wichtig, wer die Punkte macht. Bei anderen Teams gibt es drei Topleute, die immer am meisten Punkte machen. Bei uns kann das fast jede Spielerin sein. Das ist eine unserer großen Stärken.“

Das Verhalten der erfahrenen Spielerinnen in den letzten Minuten des Spiels gegen Göttingen trieb dem gebürtigen Polen vor Freude fast Tränen in den Augen: Während „die Kleinen“ (Wysocki) – Hanna Reeh, Lisa Kiefer, Flora Lukow und Sarah Lückenotte – zusammen mit der US-Amerikanerin Hanna Crymble auf dem Parkett standen, bejubelten die arrivierten BC-Spielerinnen von der Bank aus jede gelungene Aktion, etwa den Rebound von Debütantin Lückenotte bei deren ersten Aktion in der Bundesliga überhaupt. Für Wysocki war das „einfach schön“.

An gute Leistungen angeknüpft

... die jüngsten Erfolge: Schon Ende Januar, bei der überaus unglücklichen 67:68-Niederlage gegen Tabellenführer Keltern, zeigten die Blue Dolphins eine starke Leistung. Daran knüpften sie gegen Wasserburg an, steigerten sich in der ersten Partie gegen Göttingen nochmals – für Wysocki war’s ein „Top-Spiel mit kleinen Aussetzern im zweiten Viertel“. In dem ließ sein Team 26 Punkte zu.

„Das darf uns nicht passieren. Man kann 18 oder 20 zulassen, aber nie 26“, sagt er, schiebt sofort hinterher: „Wir haben das in der Halbzeitpause angesprochen. Wie die Mannschaft es das dann umgesetzt hat, war spitze.“ In der gesamten zweiten Hälfte wurden nur noch 21 Zähler zugelassen. Wysocki formuliert es lachend so: „Da standen die Mädels wie deutsche Eichen in der Sonne.“ Wie ziemlich bewegliche deutsche Eichen. An ihnen vorbeizukommen war jedenfalls mehr als schwierig.

Auch gegen Wasserburg überzeugten die Blue Dolphins vor allem in der Defensive. Dort halfen zudem nicht zuletzt die „Dreier“ – bei 21 Versuchen wurden zehn verwandelt – zum knappen Sieg. Der hätte durchaus etwas deutlicher ausfallen können, wären nicht acht von 13 Freiwürfen vergeben worden. „Wir haben das am Samstag trainiert. Es hat geholfen“, freut sich Wilke; am Sonntag fanden zehn von elf Würfen ihr Ziel. Von jenseits der 6,75-Meter-Linie gingen elf Versuche rein, also noch einer mehr als zwei Tage zuvor.

Die Angriffe geduldiger ausspielen

... die bevorstehende Partie: Vorteil oder Nachteil, dass es direkt zum nächsten Aufeinandertreffen mit Göttingen kommt? „Weder noch“, sagt Wilke, es werde aber „interessant zu sehen, was unser Gegner anders macht“. Denkbar, dass die Göttingerinnen härter gegen die BC-Spielmacherin agieren – für sie wäre das nicht unbedingt ein Problem: „Meinetwegen mache ich null Punkte, aber Hauptsache wir gewinnen.“

Das Aufeinandertreffen am Sonntag war formal das Marburger Auswärtsspiel – aufgrund eines Defekts der Heizung in der Halle des Göttinger Felix-Klein-Gymnasiums verständigten sich die Vorstände kurzfristig auf einen Spielorttausch –, am heutigen Mittwoch (17. Februar) steigt somit ein BC-Heimspiel in der Fremde.

Dass es erneut gegen die Flippo Baskets geht, spielt für Wysocki kaum eine Rolle: „Wir brauchen uns in dieser Liga vor niemandem zu verstecken. Deshalb ist es auch nicht wichtig, ob der Gegner Göttingen, Wasserburg oder ganz anders heißt. Wir müssen unsere Leistung abrufen, dann haben wir gegen jeden eine sehr gute Chance.“

Viel zu verbessern gebe es gegenüber dem Sonntagsspiel nicht: „Wir wollen defensiv so weitermachen wie in der zweiten Halbzeit. Den ein oder anderen Angriff müssen wir geduldiger ausspielen“, sagt der Cheftrainer, erklärt: „Wenn es schnell geht, dann ist das gut. Wenn nicht, dürfen wir aber keine wilden Würfe nehmen, sondern müssen das Tempo auch mal rausnehmen.“

Von Stefan Weisbrod