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Lokalsport Wird Eintracht-Abstieg beim OFC besiegelt?
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11:59 29.04.2021
Mit 1:4 unterlag die Stadtallendorfer Eintracht um Ben-Luca Fisher (links), Jascha Döringer (Mitte) und Malcolm Phillips (Zweiter von rechts) den Offenbacher Kickers um Mathias Fetsch (Zweiter von links) und Sebastian Zieleniecki (Offenbach) im Hinspiel Anfang Januar. Gelingt den Herrenwäldern an diesem Samstag ausgerechnet am Bieberer Berg der große Coup?
Mit 1:4 unterlag die Stadtallendorfer Eintracht um Ben-Luca Fisher (links), Jascha Döringer (Mitte) und Malcolm Phillips (Zweiter von rechts) den Offenbacher Kickers um Mathias Fetsch (Zweiter von links) und Sebastian Zieleniecki (Offenbach) im Hinspiel Anfang Januar. Gelingt den Herrenwäldern an diesem Samstag ausgerechnet am Bieberer Berg der große Coup? Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Es sind zweifelsohne besondere Umstände, unter denen das dritte Gastspiel des TSV Eintracht Stadtallendorf an diesem Samstag (14 Uhr) bei den Offenbacher Kickers in der Fußball-Regionalliga Südwest stattfindet: Da wäre die Tatsache, dass im wohl schönsten Stadion der Spielklasse keine Zuschauer zugelassen sind. „Wäre Corona nicht, würden wohl 7 000 oder 8 000 Zuschauer zum Spiel kommen“, meint Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja, der die Geisterkulisse zutiefst bedauert, jedoch feststellt: „Es gibt Schlimmeres als ein Auswärtsspiel am Bieberer Berg. Gerade für die jungen Spieler ist das eine Erfahrung, die ihnen keiner nehmen kann. Und wer weiß, wer noch mal diese Chance bekommt.“

In der kommenden Saison muss die Eintracht auf dieses Erlebnis wohl verzichten. Realistisch ist der Ligaverbleib auf sportlichem Wege schon seit einigen Wochen nicht mehr, nach dem Hessenderby könnte der Abstieg in die Hessenliga aber auch rechnerisch feststehen. Im Falle einer Niederlage könnte der Tabellenletzte das rettende Ufer bei dann noch acht verbleibenden Spielen nicht mehr erreichen, selbst wenn der TSV alle restlichen Spiele gewinnt. Immer vorausgesetzt, dass – wie vor der Runde beschlossen – auch wirklich sechs Teams „runter“ müssen.

Für die Eintracht spielen solche Rechenspiele „überhaupt keine Rolle“, betont Sicaja, der nicht müde wird, sein Team nach vier Englischen Wochen in Folge sowie Rückschlägen wegen Verletzungen und Corona in höchsten Tönen zu loben. „Egal, wo wir nächste Saison spielen: Es gilt, sich vernünftig zu verabschieden“, setzt der Coach bei seinem Team auf Charakter.

Wenngleich die Eintracht die Zusammenarbeit mit Sicaja über den Sommer hinaus bislang nicht offiziell vereinbart hat, lässt Sicaja im Gespräch mit der OP keinen Zweifel daran, dass er auch weiterhin auf der Kommandobrücke bleiben würde. „Wenn die Voraussetzungen stimmen, etwa dass beide Seiten sich gegenseitig Respekt entgegenbringen, stellt sich die Frage nicht. Ich habe mich in den vergangenen Jahren nie gefragt, ob ich woanders besser aufgehoben gewesen wäre. Ich bin der Letzte, der den Verein und die Jungs im Stich lassen würde“, sagt der Coach, der jedoch betont: „Dass ich bleiben darf, ist nicht selbstverständlich.“ Kommende Woche stünden Gespräche an. „Die haben in der Vergangenheit nie länger als zwei, drei Minuten gedauert, nicht mal einen Vertrag gab es“, verrät der Kroate nach langjähriger vertrauensvoller Zusammenarbeit.

Zunächst steht aber das Saisonhighlight an, für Stadtallendorfs Malcolm Phillips ist der Auftritt am Bieberer Berg eine Premiere. „Klar freue ich mich auf das Spiel“, sagt er – und gibt sich kämpferisch: „Wir wollen uns gut verabschieden. Warum also mal nicht in Offenbach gewinnen?“

Von Marcello Di Cicco