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Lokalsport Ab Sommer ist „Bubi“ Schmidt nur noch Trainer
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19:19 15.04.2022
Wohratals Stefan Schmidt schirmt den Ball vor Wehrdas Cornelius Hull ab.
Wohratals Stefan Schmidt schirmt den Ball vor Wehrdas Cornelius Hull ab. Quelle: Archivfoto: Miriam Prüßner
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Wohra

Er ist Fan des 1. FC Köln. Das verraten die Untersetzer für die Getränke auf dem Tisch in seiner neuen Wohnung in Wohra. „Das bin ich schon seit jungen Jahren“, verrät Stefan „Bubi“ Schmidt. Die positive Beziehung zum großen Klub vom Rhein ist über seinen Vater Reinhold entstanden. Der habe in Sachen Fußball erheblichen Einfluss auf ihn gehabt. Überhaupt sei er von den Eltern – so auch von Mutter Ursula – immer unterstützt worden: auf und neben dem Fußballplatz.

Wie Schmidt zu seinem Spitznamen „Bubi“ kam

Es wundert nur wenig, dass Schmidts Spitzname „Bubi“ ebenfalls auf seinen Vater zurückzuführen ist. „Mein Papa war seinerzeit großer Fan von Boxer Gustav „Bubi“ Scholz, der in den 50er und 60er Jahren als Mittel- und Halbschwergewichtler in Deutschland sowieso, aber auch in Europa und darüber hinaus eine hervorragende Rolle gespielt hat. Also nannten ihn seine Freunde Bubi“, sagt Schmidt, „und der Name ist auf mich übergegangen.“

Mit Boxen hat der inzwischen 35-Jährige allerdings nichts am Hut, doch der Name ist geblieben. Stefan Schmidt zieht seine Kreise vor allem im Fußballsport. Als Vierjähriger beginnt der gebürtige Albshäuser seine Kicker-Karriere in den Jugendmannschaften der JSG Rauschenberg und des TSV Kirchhain. Mit 17 läuft er erstmals bei den Senioren des TSV Ernsthausen auf. Weitere Stationen sind der TSV Amöneburg, der TSV Gemünden, der SSV Hatzbach, zwischendurch immer wieder mal Ernsthausen und schließlich der TSV Wohratal, dem er bis dato die Treue hält.

Allerdings wird Schmidt in der kommenden Saison nicht mehr in Doppelfunktion als Spieler und Trainer fungieren. „In der Aufstiegsrunde zur Kreisoberliga bin ich noch dabei“, sagt er, „aber ab dem Sommer bin ich nur noch Trainer.“ So bleibt ihm der Fußball auch weiterhin eine Herzensangelegenheit, wenn er den bereits praktisch über viele Jahre absolvierten Teil erfüllt hat, will er ihn auch theoretisch unterfüttern und als Coach seine Akzente setzen.

„Ich habe immer alles in den Fußball investiert, regelmäßig und hart trainiert, an den Wochenenden solide gelebt und meinen Urlaub an den Belangen des Fußballs ausgerichtet“, betont er. Jetzt haben die Familienangelegenheiten mehr Raum eingenommen. Seit 2021 ist er mit Ehefrau Alisa, einer angehenden Berufsschullehrerin, verheiratet. Sie sind von Neustadt nach Wohra gezogen, wo sie ein Haus gekauft haben, das sie nach und nach neu- und umgestalten.

Aufstieg in die Kreisoberliga abgehakt

„Wir fühlen uns sehr gut in die Vereinsgemeinschaft eingebettet“, sagt Schmidt, der auch in Wohra seinen Arbeitsplatz im Kundenservice eines Autohauses hat. Der Verein sei gut geführt. Das mache die Arbeit als Trainer einfacher. Die Mannschaft sei vor allem geprägt von einem hervorragenden Teamgeist, von Kampfkraft und Einsatzbereitschaft. Aber auch spielerische Fortschritte seien unverkennbar. Der vierte Platz in der laufenden Saison spricht für sich.

Den Aufstieg in die Kreisoberliga hat er abgehakt. „Wir wollen auch weiterhin für unsere Gegner eine unbequeme Mannschaft sein und in der neuen Saison in der A-Liga wieder oben mitmischen“, gibt er als Marschroute vor. Er bezeichnet sich als einen vom Ehrgeiz Getriebenen, der nicht alles kommentarlos hinnimmt, und geht davon aus, dass seine Spieler, mit denen er eben noch gemeinsam auf dem Platz gestanden hat, mitziehen: „Mein Verhältnis zu ihnen ist gut, ich spüre den erforderlichen Respekt und die Akzeptanz der Jungs. Das ist nicht selbstverständlich.“ Schmidt möchte sein Team spielerisch weiterentwickeln. „Ich komme aus der Praxis und glaube zu wissen, was heute notwendig ist“, verkündet er selbstbewusst.

Von Bodo Ganswindt