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Lokalsport Stadtallendorfer müssen in Hoffenheim ran
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10:55 15.12.2020
Damijan Heuser (vorn) trifft am 18. Mai 2019 gegen den damaligen Hoffenheimer Torwart Sebastian Gessl zum 2:1, am Ende gewann Eintracht Stadtallendorf gar mit 4:1. Es war das bislang letzte Aufeinandertreffen. Quelle: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Zumindest die Erinnerung ans letzte Aufeinandertreffen mit der zweiten Mannschaft der TSG 1899 Hoffenheim fällt positiv aus. Am 18. Mai 2019 gastierte die Bundesliga-Reserve aus dem Kraichgau im Herrenwaldstadion. Es war der letzte Spieltag der Saison 2018/2019, der Stadtallendorfer Abstieg stand längst fest. Trotzdem – oder vielleicht gerade, weil kein Druck da war – machten die Hausherren ein klasse Spiel. Damijan Heuser traf beim 4:1-Sieg drei Mal.

Nach dem Wiederaufstieg steuert das Team vom Herrenwald derzeit schnurgerade auf den zweiten Abstieg aus der Regionalliga Südwest zu. 13 Spiele hat die Mannschaft von Trainer Dragan Sicaja absolviert, seit dem bislang einzigen Saisonsieg (1:0 gegen den VfR Aalen am 17. Oktober) gab es nur noch einen Zähler (2:2 gegen den Bahlinger SC am 24. Oktober) aus fünf Partien.

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Am Engagement lag’s zuletzt nicht

Beim 0:3 am Samstag zu Hause gegen den SSV Ulm stimmten Wille und Einsatz, auch konditionell gab es nach sechswöchiger Corona-bedingter Spielpause keine Probleme. Letztlich waren es unnötige Fehler, die den Unterschied ausmachten – und die Situation nach nicht einmal einem Drittel der (geplanten) Spiele sportlich beinahe schon aussichtslos erscheinen lassen.

Sechs Punkte hat die Eintracht auf dem Konto – sieben weniger als Astoria Walldorf auf Rang 16, dem ersten Nichtabstiegsplatz, sowie auf die Hoffenheimer „Zweite“, die derzeit im engen Feld zwischen Rang acht (Hessen Kassel mit 17 Punkten) und dem 21. (FC Gießen mit elf Zählern) auf Position 18 liegt. „Es bringt uns nichts, wenn wir ordentlich spielen. Uns fehlen die Punkte und es wird immer schwieriger“, sagt Sicaja, der Sorge hat, dass seine Spieler den Glauben an die eigene Stärke verlieren könnten: „Fußball ist auch Kopfsache. Wenn man alles probiert und am Ende immer wieder mit leeren Händen dasteht, kann das zum Problem werden.“

Trainer Sicaja: „Müssen Fehler abstellen“

Viel Zeit, sich mit den individuellen Fehlern vom Samstag, die zur vermeidbaren Niederlage geführt hatten, zu beschäftigen, bleibt vor der Partie an diesem Dienstag (19 Uhr) im Sinsheimer Stadtteil Hoffenheim nicht. „Klar ist, dass wir die Fehler abstellen müssen, wenn wir eine Chance haben wollen“, sagt Sicaja vor der Partie gegen ein Team, „in dem technisch starke und taktisch perfekt ausgebildete junge Spieler, die bei einem Bundesligisten den Durchbruch schaffen wollen“, aktiv sind.

Mit gravierenden personellen Veränderungen ist nicht zu rechnen, einzelne Wechsel in der Startelf schließt Sicaja aber nicht aus. Mateusz Abramowicz dürfte wieder zwischen den Pfosten stehen; Sicaja hat trotz des Patzers, der gegen Ulm zum ersten Gegentor führte, Vertrauen in den Polen. Alternativen auf vergleichbarem Niveau fehlen ihm derzeit ohnehin: Dusan Olujic fällt aufgrund seiner Knieverletzung weiterhin aus, Aykut Bayar ist krank.

Hoffenheim II auf Wiedergutmachung aus

Mit 2:5 unterlag die Hoffenheimer Reserveam Samstag beim FSV Frankfurt, rutschte dadurch in die Abstiegszone. Trainer Kai Herdling spricht im Rückblick von einem „völlig indiskutablen“ Auftritt. „Es ist jetzt aber nicht meine Aufgabe, die Jungs öffentlich an den Pranger zu stellen, sondern ihnen klarzumachen, dass es so eine Vorstellung nicht noch einmal geben wird.“ In den langzeitverletzten Jacob Young und Tobias Heiland fehlen dem TSG-Trainer zwei Spieler sicher, Rui Monteiro Mendes und Robin Balters sind angeschlagen. Trotzdem ist die Zielsetzung für ihn klar: „Alles andere, als drei Punkte einzufordern, erst recht als Reaktion auf Frankfurt, macht keinen Sinn.“

von Stefan Weisbrod