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Lokalsport Stadtallendorf will Wiedergutmachung
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11:00 07.03.2020
Muhamet Arifi (rechts, gegen Türk Gücü Friedbergs Massé Bell) ist gegen Steinbach wieder spielberechtigt. Quelle: Foto: Stefan Tschersich
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Stadtallendorf

Die schwache Leistung am vergangenen Wochenende bei der 2:3-Niederlage gegen den KSV Baunatal gab Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja noch länger zu denken. „Ich habe danach die ganze Nacht nicht geschlafen“, erzählt der Kroate. Seinen Schützlingen ging es nach Abpfiff kaum besser. „Als ich nach einer halben Stunde in die Kabine kam herrschte Totenstille. Jeder saß nur da und hat kein Wort gesagt“, gibt Sicaja Einblicke in die kollektive Gemütslage.

Demonstrativ stellt sich der 53-Jährige aber vor sein Team: „Lieber verliere ich mit Freunden als mit überragenden Einzelkönnern zu gewinnen“, lässt Sicaja durchblicken, dass bei der Eintracht in den vergangenen Jahren etwas zusammengewachsen ist. Entsprechend ist für ihn klar: „Wenn man 99 Prozent richtig macht, darf man wegen eines Spiels nicht alles innfrage stellen.“ Stadtallendorfs Sportlicher Leiter Fejz Hodaj ist vor der Partie gegen den Tabellen-16. SV Steinbach sicher: „Wer unsere Jungs kennt, weiß, dass sie eine Reaktion zeigen werden.“ Zumal die Leistung gegen den KSV angesichts der „sehr guten Vorbereitung nicht zu erwarten“ (Hodaj) gewesen sei.

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Gegner hat nichts zu verlieren

Doch ob die Eintracht überhaupt die Möglichkeit erhält, Wiedergutmachung zu betreiben, ist ungewiss; die Partie steht auf der Kippe. Denn der Aufsteiger aus Osthessen verfügt über keinen Kunstrasenplatz, sondern nur über zwei Rasenplätze, die „momentan sehr nass und weich“ sind, wie Hugo Kochanski vom SVS-Führungsteam auf OP-Nachfrage mitteilt. „Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass nicht gespielt wird“, befürchtet Kochanski. Sollte es so kommen und bleibt genug Zeit, um zu reagieren, will sich die Eintracht um einen Gegner für ein Vorbereitungsspiel bemühen. Hintergrund: Bereits am kommenden Mittwoch (19 Uhr) kämpft Stadtallendorf im Herrenwaldstadion gegen Regionalligist FSV Frankfurt um den erstmaligen Einzug ins Finale des Hessenpokals. „Deshalb wollen wir im Wettbewerbsmodus bleiben“, erklärt Sicaja.

Im SV Steinbach trifft seine Elf auf ein Team, über das SVS-Coach Petr Paliatka sagt: „Wir leben vom mannschaftlichen Zusammenhalt.“ Beim vergangenen Spiel gegen Viktoria Griesheim (1:1) hatte seine Startelf ein Durchschnittsalter von knapp 23 Jahren. Ein halbes Dutzend Spieler kommt aus dem 1300-Seelen-Ort, hat also Stallgeruch. „Bei uns kann man sehen, dass man mit vergleichsweise wenigen Mitteln viel erreichen kann“, sagt Paliatka stolz. Steinbach hat im vergangenen Jahr den direkten Wiederaufstieg in die Hessenliga geschafft. Entsprechend wäre es laut dem SVS-Coach kein Beinbruch, wenn es wieder „runter“ geht.

„Der Gegner hat nichts zu verlieren und wird bis zum Ende kämpfen“, warnt Sicaja, der weiß, wie unangenehm es „Am Mühlengrund“ sein kann: Beim bisher einzigen Auftritt in Steinbach im August 2016 erlebte die Eintracht einen rabenschwarzen Tag und unterlag mit 2:6 – danach gab es nur noch klare Siege gegen die Burghauner Ortsteil-Elf. Nach abgelaufener Gelb-Rot-Sperre ist der zentrale Mittelfeldspieler „Mo“ Arifi beim TSV wieder dabei – ein Akteur, „den man für solche Spiele braucht“, meint Sicaja. Routinier Gino Parson hat seine Zerrung auskuriert und könnte ebenfalls spielen.

Paliatka muss auf den gesperrten Innenverteidiger Dumitru Alin Neascsu und den ebenfalls gesperrten Petr Kvaca verzichten. Der offensive Flügelspieler ist Steinbachs bester Torschütze. „Petr ist sehr wichtig für uns, wir werden seinen Ausfall aber kompensieren können“, ist sich der Trainer der Osthessen sicher.

Hessenliga: KSV Baunatal - 1. Hanauer FC, Hessen Kassel - SC Hessen Dreieich (beide Sa., 14 Uhr), FSV Fernwald - SC Waldgirmes, Viktoria Griesheim - Rot-Weiß Hadamar, SG Barockstadt Fulda-Lehnerz - SV Neuhof, TuS Dietkirchen - FV Bad Vilbel, SV Steinbach - Eintracht Stadtallendorf (alle Sa., 15 Uhr), VfB Ginsheim - Rot-Weiß Walldorf, FC Eddersheim - Türk Gücü Friedberg (beide So., 15 Uhr).

Von Marcello Di Cicco

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