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Gesellschaftliche Teilhabe für Kinder und Jugendliche
Gesellschaftliche Teilhabe für Kinder und Jugendliche
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13:00 06.07.2021
Frank Reißig (hinten von links; 2. Vorsitzender des 1. Boxclub Marburg), Björn Backes (Sportamtleiter), Peter Schmittdiel (Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Marburg), Jürgen Hertlein (Vorsitzender des Sportkreises Marburg-Biedenkopf), sowie Patrick Karger (Mitarbeiter des Boxprojektes, vorne von links), Kirsten Dinnebier (Sportdezernentin) und Ronald Leinbach (Trainer des 1. Boxclub Marburg) haben am Richtsberg ein neues sportpädagogisches Boxprojekt für Kinder und Jugendliche vorgestellt.
Frank Reißig (hinten von links; 2. Vorsitzender des 1. Boxclub Marburg), Björn Backes (Sportamtleiter), Peter Schmittdiel (Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Marburg), Jürgen Hertlein (Vorsitzender des Sportkreises Marburg-Biedenkopf), sowie Patrick Karger (Mitarbeiter des Boxprojektes, vorne von links), Kirsten Dinnebier (Sportdezernentin) und Ronald Leinbach (Trainer des 1. Boxclub Marburg) haben am Richtsberg ein neues sportpädagogisches Boxprojekt für Kinder und Jugendliche vorgestellt. Quelle: Leonie Rink
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Marburg

Erste Regentropfen fallen vom Himmel. Zuflucht findet ein Junge ohne den Regenschirm in den Räumen des 1. Boxclub Marburg. Aber nicht nur vor Regen sollen die Räumlichkeiten schützen, die vom Boxclub für das Projekt zur Verfügung gestellt werden: Sie sollen nun auch Kindern und Jugendlichen vom Stadtteil Richtsberg und aus sozial benachteiligten Strukturen gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Die als „präventives sportpädagogisches Boxprojekt“ angekündigte Arbeit wird von Patrick Karger übernommen, der vom Sportkreis Marburg-Biedenkopf als hauptamtlicher Mitarbeiter eingestellt worden ist.

Der 48-Jährige führte zuletzt sieben Jahre lang ein ähnliches Projekt in Dietzenbach und stellte den Verantwortlichen seine Idee vor. „Ich habe eine Präsentation erstellt und der Stadt meine Dienste angeboten. Dass die Idee jetzt umgesetzt wird, ist ein Traum“, sagt Karger.

Patrick Karger ist neuer hauptamtlicher Mitarbeiter des Boxprojektes in Marburg. Quelle: Leonie Rink

Wie seine Arbeit im Speziellen aussehen wird, werde sich noch zeigen. Fest steht aber, dass das Boxen der Aufhänger wird. „Im Allgemeinen soll es darum gehen, dass sich die Kinder und Jugendliche bewegen. Aus diesem Grund werden 60 bis 70 Prozent des Trainings Koordination sein“, erklärt Karger, der selbst Teilnehmer eines derartigen Projekts in Kassel war. „Ich war damals orientierungslos, aber ich habe und musste mit 26 Jahren dann Verantwortung übernehmen“, sagt Karger, den es aus familiären Gründen nach Marburg verschlagen hat.

Dinnebier: „Vertrauen ist das A und O“

Das Vertrauen der Verantwortlichen hat Karger bekommen, nun braucht er noch das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen. „Der Vertrauensaspekt ist das A und O und das müssen wir aufbauen. Dieses Projekt soll kein Montag-bis-Freitag-Projekt sein, sondern das Gegenteil“, sagt Stadträtin und Sportdezernentin Kirstin Dinnebier.

Björn Backes, der Sportamtleiter, fügt an, dass sich die Kinder und Jugendlichen durch das Projekt persönlich und sportlich weiterentwickeln können. Dabei liege nicht der leistungsorientierte Sport oder der Boxsport im Allgemeinen im Fokus. „Wir möchten auch Zugang zu anderen Vereinen und Sportarten wie zum Beispiel Football ermöglichen“, merkt Peter Schmittdiel vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Marburg an.

Keiner wird im Regen stehen gelassen

Wichtig sei es für die Kinder und Jugendliche, einen strukturierten Alltag zu bekommen und dabei ein Regelsystem einzuhalten. Auch Ronald Leinbach, Trainer des 1. Boxclub Marburg, freut sich über die Kooperation: „Wir möchten, dass das Projekt landkreisübergreifend Kinder und Jugendliche anspricht.“

All das möchte Patrick Karger mit seiner Arbeit erreichen – egal, ob in den Räumen des Boxclubs, im Freien oder an einem anderen Ort. Jedes Kind und jeder Jugendliche aus sozial benachteiligten Strukturen soll nicht im Regen stehen gelassen werden.

Von Leonie Rink