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Lokalsport Ein Straßenkicker in der Verbandsliga
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06:59 22.03.2019
Zwei Treffer steuerte Manuel Brehm (links, gegen Dornsdorfs Marc Henkes) zuletzt beim 3:0-Erfolg des SV Bauerbach gegen die Dorndorfer bei. Quelle: Michael Hoffsteter
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Bauerbach

Angeblich ist aller Anfang schwer. Und für Manuel­ Brehm war es ein Neuanfang mit 28 Jahren. Seine Seniorenzeit verbrachte der flinke Offensivspieler ausschließlich in Mannschaften, in denen er eine gewisse Wohlfühloase vorfand. Wo er stets mit Bekannten und Freunden zusammenspielte. Nicht so im vergangenen Sommer, als er eine neue Herausforderung suchte.

„Ich bin nicht mehr der Jüngste und wollte wissen, ob ich so hoch noch spielen kann“, begründet Brehm seine Entscheidung. Kurz vor Ende der Wechselfrist im Sommer 2018 wechselte er von den BSF Richtsberg, mit denen er kurz zuvor den Aufstieg in die Gruppenliga gefeiert hatte, zu seinem alten Verein zurück. Beim SV Bauerbach, der fast zeitgleich den Sprung in die Verbandsliga Mitte schaffte, wollte er den Erfolg noch einmal herausfordern. „Es war schon eine Umstellung für mich. Besonders das körperliche Spiel und die Geschwindigkeit auf dem Platz“, gesteht Brehm.

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Der mittlerweile 29-Jährige scheint sich aber für den richtigen Pfad entschieden zu haben. Beim Verein, für den er ­bereits vor seinem zweijährigen BSF-Intermezzo mehrere Jahre gespielt hatte, schlug der „Rotschopf“ wie eine Bombe ein. „Dass ich mithalten kann, habe ich bewiesen“, findet der Stürmer und will sein verdientes Selbstvertrauen nicht mit ­Arroganz verwechselt wissen. 17 Treffer hat er bisher in der ersten Verbandsliga-Saison seines Lebens geschossen.

Hessenliga würde reizen

Dabei leugnet er nicht, dass ihn auch die Hessenliga reizen würde, wenn sich irgendwann mal eine derartige Gelegenheit auftun sollte. Aber derzeit ist Brehm in Bauerbach zufrieden. Das liegt an den Spielkollegen, aber auch am Coach: „Stefan Frels ist auf jeden Fall der beste Trainer, den ich je hatte. Vor allem was das Taktische angeht, habe ich viel dazugelernt.“

Und vielleicht hat er noch Luft nach oben. Denn Brehm ist ohnehin ein Spätzünder. Erst im Alter von zehn Jahren traute er sich den Sprung in einen Fußballverein. Seine ersten Schritte machte er beim VfB Marburg. Davor war er das, was er „typischer Straßenkicker“ nennt. „Ich habe nach der Schule immer mit meinen Freunden gespielt“, erzählt er. Mit denen spielte er bei den Ballsportfreunden und auch beim 1. FC Waldtal zusammen.
20 Jahre später ist der Freundeskreis zwar immer noch derselbe, aber es sind neue Menschen in Brehms Leben gekommen. Mit seiner Freundin hat er zwei Kinder. Brehm, der Familienmensch, spricht von einer Veränderung. „Man wird älter und auch ruhiger“, versichert er. Und als Vorbild eben auch reifer. Auf dem Fußballplatz sowie abseits.

von Benjamin Kaiser