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Lokalsport Der einsame „Wolf“ im Landkreis
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16:55 05.09.2019
SV Mardorfs Torschütze vom Dienst: Paul Kobienia (links, hier 
gegen Mombergs David Wieber). Quelle: Michael Hoffsteter
Mardorf

Paul Kobienia ist ein einsamer „Wolf“ – nicht auf dem Fußballplatz. Dort ist er beim A-Ligisten SV Mardorf in guter Gesellschaft.

Doch wenn er gemeinsam mit Freunden Bundesliga-Fußball guckt und ein Tor für den VfL Wolfsburg fällt, kann nur er sich freuen.

Anhänger der „Wölfe“ zu sein, ist in Breitengraden, in denen die „Adler“ der SG Eintracht Frankfurt regieren, fast schon sündhaft. Kobienia macht das nichts aus. „Ich kenne in meinem Freundeskreis keinen anderen Wolfsburg-Fan“, sagt er nach sehr kurzem Nachdenken.

Die Unwissenheit geht aber über diesen Kreis hinaus: Der 19-jährige Mardorfer kennt im Marburger Raum überhaupt keinen Fan des Deutschen Meisters von 2009. „Ich möchte hervorheben, dass ich schon davor Fan von ihnen war“, schiebt er nach und lacht.

Warum Wolfsburg-Fan?

Dass sein Lieblingsverein aufgrund der Nähe zum Autohersteller Volkswagen oft als „Retortenklub“ oder „Golfsburg“ bezeichnet wird, hat ihn bis heute nicht losgeeist. Doch wie kam es zu dieser exotischen Anhängerschaft? „Weiß ich nicht, fand sie irgendwie gut“, erklärt Kobienia. Vom Vater kann es auch nicht kommen. Denn der ist Borussia-Mönchengladbach-Fan.

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Gepostet von OP Sport am Montag, 2. September 2019

Während ein Teil von Kobienias Herzens also Grün-Weiß schlägt, ist die andere mit den Farben Schwarz und Gelb bepinselt. Seine Jugend verbrachte er bis auf einen kurzen Abstecher zu Eintracht Stadtallendorf ausschließlich bei der JSG Mardorf. Und seine Juniorenzeit war kürzer als im Programmheft steht.

Vier Dreierpacks in einer Saison

„Ich bin nach einem Jahr in der A-Jugend sofort in die Senioren hoch, weil wir keine Mannschaft zusammenbekommen haben“, berichtet der Stürmer. Das habe ihn körperlich schneller reifen lassen, da im Seniorenbereich mit mehr Körpereinsatz gespielt werde.

Mit physischen Spiel kommt Kobienia gut klar. In der vergangenen Saison erzielte er 24 Tore in 27 Spielen. Viermal gelang ihm in der abgelaufenen Spielzeit ein Dreierpack, darunter ­sogar ein Hattrick. Dieses Kunststück vollbrachte er auch am vergangenen Spieltag beim 6:2 gegen die Reserve des TSV Eintracht Stadtallendorf. „Da lief einfach alles zusammen“, sagt er. Nach dem Kantersieg steht der SV Mardorf auf Rang zwei.

von Benjamin Kaiser