Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport „In der Gruppe läuft es sich leichter“
Sport Lokalsport Lokalsport „In der Gruppe läuft es sich leichter“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:00 12.04.2022
Tabea Lorch (rechts) macht mit der Frauengruppe im Georg-Gaßmann-Stadion einige Aufwärmübungen.  
Tabea Lorch (rechts) macht mit der Frauengruppe im Georg-Gaßmann-Stadion einige Aufwärmübungen.   Quelle: Bodo Ganswindt
Anzeige
Marburg

Es ist etwas los auf der weitläufigen Anlage des Georg-Gaßmann-Stadions an diesem Spätnachmittag. Gruppen und Einzelsportler sind auf dem Gelände und der Laufbahn unterwegs. Zu ihnen gehören auch Teilnehmerinnen an einem sogenannten „Laufkurs laufganzheitlich“. Diesmal hören ausschließlich Frauen auf die Anweisungen der selbstständigen Lauftrainerin Tabea Lorch. Immerhin gehören ansonsten auch zwei Männer zu den beiden Gruppen, die sich jeweils mittwochs zeitversetzt einem Lauftraining unterziehen.

Das Angebot der 26-jährigen Trainerin richtet sich im Prinzip an Menschen jeden Alters. In diesem Falle hat es die Sportwissenschaftlerin, die ihre Examensarbeit beim Marburger Sportmediziner Professor Dr. Ralph Beneke geschrieben hat, an Frauen und Männer im Alter von 37 bis 63 Jahren gerichtet.

Sport und Spaß in einem vernünftigen Verhältnis

Der Motivation der Freizeitläuferinnen liegt vor allem der Ehrgeiz zugrunde, das Lauftraining in einer Gruppe auf wissenschaftlich fundierter Basis zu absolvieren, um so ihre jeweiligen Bestleistungen zu steigern. „Ich wollte in Bewegung bleiben, und in der Gruppe läuft es sich halt leichter“, sagt Gudrun aus Bürgeln. Katrin aus Goßfelden ergänzt. „Ich möchte einen richtigen Einstieg in das Laufen, und zwar mit einem wissenschaftlichen Hintergrund. Für mich ist das Laufen ein willkommener Ausgleich und die Gelegenheit, einmal den Kopf abzuschalten.“ Sandra aus Herzhausen blickt auf zehn Jahre Dauerlauf zurück. „Ich will schneller werden“, betont sie. Schneller bedeutet für sie eine Fünf-Kilometer-Zeit von unter 30 Minuten. Ihre Mitstreiterin Marie aus Goßfelden erwartet Grundsätzliches: „Ich will fitter werden und dabei lernen, wie man richtig läuft. Man dümpelt sonst so vor sich hin. Endlich haben wir in Tabea einen Coach gefunden, bei dem wir Leistungsfortschritte machen.“

Doch nicht nur der rein sportliche Anspruch treibt die Frauen an. Schnell haben sie festgestellt, dass sie eine homogene Gruppe sind, in der das Lernen umso mehr Spaß macht. „Wir mögen uns und freuen uns immer wieder auf das gemeinsame Sportreiben, es ist ein tolles Team“, sagen Anna und Martina. Dass Sport und Spaß in einem vernünftigen Verhältnis stehen, dafür sorgt Tabea Lorch. Sie räumt ein, dass es Leistungsunterschiede gebe. Die wiederum haben Einfluss auf ihre Trainingsgestaltung. Sie setzt auf das Intervalltraining, eine Methode nach dem Unterbrechungsprinzip, gemäß dem Steigerungsläufe über verschiedene Distanzen wiederholt absolviert werden. „Für mich ist wichtig, dass die Frauen und Männer ein Gefühl für ihren Körper entwickeln“, sagt sie, „sie sollen erfahren, wie weit sie sich belasten können, was es etwa bedeutet, wenn sie schwer atmen, und wie man langsames und regeneratives Atmen erlernt.“

Dem kann Ulrike Lorch, Tabeas Mutter, nur beipflichten: „Ich bin immer zu schnell gelaufen und habe nicht richtig geatmet. Das klappt jetzt besser, und außerdem ist meine Muskulatur kräftiger geworden.“

Spendenlauf für Marburger Tierheim

Tabea Lorch hat immer wieder neue Belastungsanreize für die Läuferschar parat. Und die freut sich auf die allwöchentliche „Wundertüte“. Bei Bedarf entwirft sie individuelle Trainingspläne, um den jeweiligen Anforderungen gerecht zu werden.

Wie fit Frau und Mann sind, können sie unter anderem während einer Spendenlaufaktion unter Beweis stellen, die ortsunabhängig vom 13. bis 18. April stattfindet. Dabei gilt es, eine für jeden errechnete 1000-Meter-Zeit zu unterbieten. Pro Sekunde, die man schneller läuft, wird ein bestimmter Betrag gesetzt, der als Spende dem Tierheim Marburg und dem Tierschutzverein „Ukrainische Streuner in Not“ zugute kommt. Die zentrale Aktion findet am Mittwoch, 13. April, von 16.30 bis 18 Uhr im Georg-Gaßmann-Stadion statt. „Man kann​ aber auch an anderen Orten für den guten Zweck seinen schnellsten Kilometer laufen“, betont Lorch.

Infos

Die genauen Bedingungen gibt es im Internet unter laufganzheitlich.com

Von Bodo Ganswindt