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Lokalsport Die Rivalität mal kurz ruhen lassen
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20:42 05.09.2021
Fußball-Kreisliga A Marburg; RSV Roßdorf vs. SV Mardorf. Til Stephany (Mardorf, links) gegen Roßdorfs Milan Völker.
Fußball-Kreisliga A Marburg; RSV Roßdorf vs. SV Mardorf. Til Stephany (Mardorf, links) gegen Roßdorfs Milan Völker. Quelle: Tobias Hirsch
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Roßdorf

In der Derby-Historie zwischen dem RSV Roßdorf und dem SV Mardorf wurden schon viele Geschichten geschrieben. So erinnerte sich Roßdorfs Pressewart Reinhard Ried beispielsweise an eine Begegnung zurück: „Es muss in der Aufstiegssaison gewesen sein. Also entweder 2013 oder 2014. Da waren sogar mal Bengalos bei den Fans mit im Spiel.“ Ganz so brisant ging es in der Auflage am Sonntag (5. September) dann aber nicht zu, sodass nach Abpfiff ausnahmsweise nicht das Sportliche in den Vordergrund rückte, sondern zwei Spendenaktionen, von denen sich die beiden Mannschaften sogar an einer beidseitig beteiligten.

Die erste Spendenaktion liegt wiederum schon ein paar Wochen zurück, wurde aber nach dem Spiel offiziell abgeschlossen und gefeiert. Angestoßen wurde sie von dem Kapitän des RSV Roßdorf, Yanik Schick. „Yanik war wohl im Flutopfergebiet und wollte dann eine Spendenaktion mit der Mannschaft machen, bei der innerhalb kürzester Zeit 700 Euro für die Flutopfer zusammengekommen sind“, schilderte Ried.

Zwei Spendenaktionen

Von der Aktion der Mannschaft habe der Vorstand erfahren und sich im Zuge des diesjährigen Rhiel-Cups daran beteiligt. „Am Derby-Tag, an dem die meisten Zuschauer kamen, haben wir gesagt, dass wir auf den Eintritt verzichten und stattdessen auch Spenden für die Flutopfer sammeln“, erklärte der Pressewart. Auch dank der Spenden weiterer Vereine wie der FSG Homberg/Ohm kamen im Endeffekt 2.000 Euro zusammen, die an die Evangelische Kirche in Bad Neuenahr geschickt werden. Stellvertretend für die Empfänger nahm der Kirchhainer Lehrer Sebastian Sack den Scheck nach der Partie entgegen.

Bei der zweiten Spendenaktion taten sich der RSV Roßdorf und der SV Mardorf zusammen. „In Mardorf ist vor einigen Wochen das Haus der Familie Lauer abgebrannt. Die Umstände sind entsprechend schlimm, sodass wir uns mit dem SV Mardorf zusammengesetzt und auch da eine kleine Spendenaktion geplant haben“, berichtete Ried. Die zahlreich erschienenen Zuschauerinnen und Zuschauer hatten die Möglichkeit, an den Eintrittskassen eine Spende für den Wiederaufbau des Hauses abzugeben. Die endgültige Summe war jedoch nach Spielende noch nicht ausgerechnet.

Viele Stockfehler

Auf dem Feld standen sich die beiden Teams allerdings nach wie vor als Rivalen gegenüber. Und dass dem Kontrahenten nichts geschenkt wird, war beiden Mannschaften von der ersten Minute anzusehen. Bei strahlendem Sonnenschein und drückender Hitze warfen sich die Akteure in jeden Zweikampf und kämpften um jeden Ball. Darunter litt jedoch der spielerische Aspekt.

Zu häufig sorgten Stockfehler für einen Ballverlust, zu selten ließen die Teams in ihren Angriffen die notwendige Zielstrebigkeit aufblitzen. „Heute war es eher ruhig, in der ersten Halbzeit hat auf beiden Seiten die Risikobereitschaft gefehlt“, stellte Ried fest. So kamen sowohl Roßdorf als auch Mardorf in der ersten Hälfte auf nur eine sehenswerte Aktion. Roßdorfs Milan Völker schlenzte einen Ball an den Pfosten (33.), während Mardorfs Lukas Greb kurz vor der Pause allein vor dem Tor an RSV-Schlussmann Henrik Hübner scheiterte.

Hitzige Partie gegen Ende

In der zweiten Halbzeit wurden die Gastgeber konsequenter in ihren Aktionen und kamen zu mehr Abschlüssen, die Mardorfs Torwart Thomas Ebinger aber immer wieder vereitelte – auch im Zusammenspiel mit dem Aluminium (82.). In der Schlussphase wurde die Partie doch noch hitziger, da Roßdorf auf das 1:0 drängte, während die Gäste mit dem Remis gut leben konnten. Gefährlich wurde es aber auch aufgrund zunehmender Hektik in den Angriffsaktionen nicht mehr vor dem Tor des SV.

Von Yann Ruppersberg