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Lokalsport Später Nackenschlag für Stadtallendorf
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11:13 01.03.2021
Stadtallendorfs Torschütze Jascha Döringer (links) schirmt den Ball vor Homburgs Kapitän Patrick Lienhard ab.
Stadtallendorfs Torschütze Jascha Döringer (links) schirmt den Ball vor Homburgs Kapitän Patrick Lienhard ab. Quelle: Nadine Weigel
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Stadtallendorf

Manchmal kann Fußball brutal sein. Diese leidvolle Erfahrung musste der TSV Eintracht Stadtallendorf am Samstag (27. Februar) machen – nicht zum ersten Mal in dieser Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest. Und doch dürfte die 1:2 (1:0)-Niederlage gegen den ambitionierten FC Homburg wegen des Zustandekommens und der Begleitumstände eine der bittersten für das Team von Trainer Dragan Sicaja in dieser von vielen Rückschlägen begleiteten Spielzeit gewesen sein.

Kristian Gaudermann kritisiert Abwehrverhalten bei Standards

Nach einen Eckball von Patrick Lienhard verlängerte Ivan Sachanenko den Ball per Kopf an den langen Pfosten, wo sich Daniel Di Gregorio gegen zwei Gegenspieler durchsetzte und den Siegtreffer markierte – in der zweiten Minute der Nachspielzeit. „Solche Gegentore haben wir leider schon öfter kassiert in dieser Saison“, wies Kristian Gaudermann auf das schlechte Abwehrverhalten bei defensiven Standardsituationen hin.

„Wenn so was in der 92. Minute passiert, tut es umso mehr weh“, räumte der Eintracht-Kapitän ein. Weniger der verlorene Punkt tat Sicaja weh, vielmehr der abermalige moralische Nackenschlag. „Wenn man schaut, wie viele junge Spieler wir auf dem Platz hatten, die mit Leidenschaft gekämpft haben, dann ist diese Niederlage schade“, stellte der Kroate fest.

Jascha Döringer sorgt für Traumstart der Eintracht

Leon Lindenthal und Nick Bremer gaben ihr Startelf-Debüt. Dass im verletzten Del-Angelo Williams und in Keeper Niklas Zupanic-Digula, der am Spieltag seinen 18. Geburtstag feierte und nur deshalb einsatzberechtigt war, als zwei von lediglich fünf Feldspielern auf der Ersatzbank Platz nahmen, machte deutlich, wie angespannt die personelle Situation derzeit bei den Herrenwäldern ist. Wegen Sperren und Verletzungen mussten die Gastgeber auf sage und schreibe acht arrivierte Spieler verzichten.

Umso überraschender war es, wie stark sich das Team präsentierte: Mit Mut im Spiel nach vorn sowie Lauf- und Einsatzbereitschaft kaufte der TSV den Saarländern von Beginn an den Schneid ab. Mit einem satten 20-Meter-Schuss ins lange Eck sorgte Jascha Döringer zudem für den Start nach Maß (4.) – allerdings verpasste es der Allrounder sechs Minuten später, freistehend per Kopfball aus kurzer Distanz nachzulegen; der Ball landete nur an der Unterkante der Latte.

João Borgert zeigt starke Leistung

„Es hat uns gepusht, dass wir so gut ins Spiel gekommen sind“, sagte Gaudermann, während Homburgs neuer Chefcoach Panagiotis Stamatopoulos einräumte: „Nach dem Gegentor mussten wir uns gegen eine gut verteidigende Mannschaft mit robusten Spielern erst mal sortieren. Das haben wir aber gut gemacht.“

Immer wieder scheiterte der FCH jedoch an João Borgert, der den Vorzug vor dem zuletzt unsicher auftretenden Stammkeeper Mateusz Abramowicz erhalten hatte – und Borgert lieferte zahlreiche Gründe, auch weiterhin das Vertrauen zu erhalten. Gegen Jannik Sommer (6.) und Damjan Marceta (45.) reagierte der 20-Jährige blendend, und auch nach einem von Gaudermann verschuldeten Handelfmeter behielt er im Duell gegen Strafstoßschütze Sommer in erstklassiger Manier die Oberhand (33.).

Amar Zildzovic muss ins Krankenhaus

Nach der Pause übernahmen die Gäste das Kommando und belohnten sich, als sich Marceta bei einem hohen Ball zwischen zwei Gegenspielern löste und einköpfte (57.). „Diese Bälle verteidigen wir schlecht. Leider fehlt uns da ein bisschen Qualität“, stellte Sicaja fest. Vor dem morgigen Nachholspiel (2. März, 19 Uhr) in Pirmasens spitzt sich die personelle Situation weiter zu: Amar Zildzovic musste nach einer Verletzung am Sprunggelenk früh vom Platz und noch während des intensiv geführten Duells ins Krankenhaus.

In Döringer sah der mit sechs Treffern nun beste TSV-Torschütze seine fünfte Gelbe Karte und ist fürs nächste Spiel gesperrt. Das Strafmaß für Mirco Geisler steht inzwischen fest: Nach seiner Roten Karte in Kassel muss der Flügelspieler noch zwei weitere Partien zuschauen. Nachrichten, die zu einem Spieltag passten, der für die Eintracht enttäuschend endete – mal wieder.

Von Marcello Di Cicco