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Lokalsport Weishaupt wird der neue Regisseur
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18:00 11.12.2019
Sonny Weishaupt, hier im Trikot der Frankfurt Universe, spielte zuletzt bei den Braunschweig Lions.     Quelle: imago
Marburg

In der vergangenen Saison stand für die Marburg Mercenaries unterm Strich Rang drei in der Gruppe Süd der German Football League (GFL), die damit verbundene Playoff-Teilnahme, jedoch auch das Aus in der ersten Runde. Der Verein will den nächsten Schritt machen und ist nach der Verpflichtung von Cheftrainer Joe Sturdivant auch auf der wichtigsten Position fündig geworden.

„Ich plane mit 17 Spielen in der kommenden Saison“, sagt Sturdivant. Gemeint sind 14 Saisonspiele sowie die weiteren drei Playoff-Partien, die eine Teilnahme im Meisterschaftsspiel bedeuten würden. In Sonny Weishaupt glaubt der Vereins- und Head-Coach, den richtigen Quarterback für diese Mission gefunden zu haben. „Ich freue mich auf diese Chance, in der besten Liga Europas Quarterback spielen zu können“, versichert der 27-Jährige.

Er soll den US-Amerikaner Jakeb Sullivan ersetzen, der in diesem Jahr Marburgs Quarterback war und nach Österreich gewechselt ist. Zudem ist Weishaupt der erste deutsche Starter auf der Spielmacher-Position seit Jo Ullrich in der Saison 2012. GFL-Teams, die einem deutschen Quarterback das Vertrauen schenken, sind rar gesät.

Trainer und Spielmacher kennen und schätzen sich

Dabei kennt Weishaupt das „Söldnerlager“ bestens. Bereits in den Saisons 2012 und 2013 streifte er nämlich das Marburger Trikot über. Damals war er jedoch nur Ersatz-Quarterback. Aber ebenso wie in der kommenden Runde hieß sein Coach Joe Sturdivant. Der Trainer und der Spielmacher kennen und schätzen sich.

„Ich weiß, was ich von ihm erwarten und wie ich das Beste aus ihm herauskitzeln kann“, sagt Sturdivant und lobt nicht nur Weishaupts Spielverständnis, sondern auch bestimmte Charakterzüge: „Er will der Macher sein und hat ein großes Ego. Das braucht man aber auch auf dieser Position.“

Die alte Band kommt also wieder zusammen. Weishaupt erklärt, dass er sich mit der Zusage sicherlich nicht so leicht getan hätte, wenn Sturdivant nicht der Coach wäre. „Ich bin ein großer Fan von ihm“, versichert der Mann aus Dieburg, der in den vergangenen Jahren bei Marburgs Ligakonkurrenten Frankfurt Universe sowie den Braunschweig Lions gespielt hat. Mit letzteren gewann er vor zwei Monaten als etatmäßiger Ersatz-Quarterback die deutsche Meisterschaft.

Auslandserfahrung hat Weishaupt gestärkt

„Das ist natürlich ein starkes Gefühl und eine tolle Erfahrung“, erzählt der Quarterback. Er ist der einzige German-Bowl-Champion im Kader der „Söldner“. Im Vergleich zu seinem ersten Halt in Marburg ist Weishaupt zudem gewachsen. Besonders die Auslandserfahrung in Frankreich, wo er als Quarterback der Grenoble Centaures auflief, hat ihn gestärkt.

„Es war auch die Erfahrung abseits des Platzes, die wichtig war. Für gewöhnlich kennt man das Leben als Importspieler von Amerikanern in der GFL. Jetzt war ich selbst der Importspieler“, sagt Weishaupt. Und an solche Akteure werden stets hohe Erwartungen gestellt, die er erfüllte. Er war statistisch der beste Quarterback der Liga.

Allerdings ist die erste Liga in Frankreich nicht auf dem gleichen Level wie die GFL. Wie sich Weishaupt schlagen wird, kann Sturdivant auch nicht vorhersagen, aber der Trainer hat viel Vertrauen in seinen alten und gleichzeitig neuen Schüler. Und er hat Vertrauen in sich selbst: „Sonnys Defizite auf dem Feld kann man in ein paar Wochen beheben.“ Und Weishaupt unterstreicht seine Gier, weiterhin zu lernen.   

von Benjamin Kaiser