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Lokalsport Sobald gespielt werden darf, soll gespielt werden
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19:36 15.11.2020
Wann geht es für Eintracht Stadtallendorf um Jascha Döringer (rechts; gegen Bahlingens Santiago Fischer) in der Regionalliga weiter? Geht es nach der Liga-Geschäftsführung, wird im Dezember wieder gespielt, sofern es die Politik zulässt. Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Wird in diesem Kalenderjahr in der Fußball-Regionalliga Südwest noch mal gespielt? Ja, wenn die Politik es zulässt, hat die Führung der Liga-Gesellschaft in einer Videokonferenz mit Vereinsvertretern deutlich gemacht. Viele davon – Eintracht Stadtallendorf eingeschlossen – hätten es lieber gehabt, die aktuelle Spielpause wäre aufgrund der Corona-Pandemie direkt bis Jahresende verlängert worden.

Derzeit gilt: Gemeinschaftlicher Amateur- und Breitensport ist im gesamten Bundesgebiet bis einschließlich 30. November nicht erlaubt. Die Frage, ob die vierthöchste Spielklasse dem Amateur- oder dem Profibereich zugeordnet werden kann, haben die relevanten Bundesländer unterschiedlich beantwortet: In Hessen und Baden-Württemberg wird die Regionalliga als Profiliga angesehen, im Saarland sind Ausnahmegenehmigungen für die Clubs vorgesehen. In Rheinland-Pfalz ist das derzeit anders, dort gilt die Regionalliga als Amateurliga, sowohl Spiel- als auch Trainingsbetrieb sind demnach untersagt.

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Offen ist, wie es weitergeht. Am Montag (16. November) diskutieren Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten aller Bundesländer über das weitere Vorgehen im Kampf gegen Corona. Eine Verlängerung der Beschränkungen für den Amateursport ist nicht auszuschließen. Doch selbst wenn es dazu kommt, bliebe die Frage nach dem Status der Regionalliga aus Sicht der Landesregierungen im Südwesten, insbesondere der rheinland-pfälzischen (siehe Infobox).

Neun der 22 Vereine, darunter Eintracht Stadtallendorf, hatten sich in einem gemeinsamen Schreiben an die Regionalliga Südwest GbR dafür ausgesprochen, den Spielbetrieb unabhängig von politischen Entscheidungen frühestens im Januar wieder aufzunehmen. „Trotz umfangreicher Schutz- und Hygienemaßnahmen lastet auf den Vorständen und den Entscheidungsträgern in unseren Vereinen ein Höchstmaß an Verantwortung, der wir aufgrund der aktuellen Infektionszahlen nicht mehr gerecht werden können“, heißt es in dem Schreiben, das durch den TSV Steinbach Haiger öffentlich gemacht wurde.

In Stadtallendorf ruht der Trainingsbetrieb derzeit. Ihn wieder aufnehmen zu müssen, um sich auf Spiele im Dezember vorzubereiten, nannte Präsident Reiner Bremer in der vergangenen Woche ein „Horrorszenario“. Sollte sich abzeichnen, dass im Dezember wieder gespielt werden soll, sagte Bremer am Wochenende gegenüber der OP, „würden wir uns sicherlich zunächst mit anderen Vereinen abstimmen und besprechen, was das für uns bedeutet und wie wir damit umgehen“.

Szenarien für die Fortsetzung der Saison

Wann in der Regionalliga Südwest wieder gespielt wird, ist auch nach der Videokonferenz nicht klar. Durch die Liga-Führung wurde jedoch kommuniziert, dass gespielt werden soll, sobald es die Politik zulässt. Für die Saisonfortsetzung gibt es demnach vier Szenarien:

Fortsetzung ab Anfang Dezember: Sollte Rheinland-Pfalz – wie Hessen, Baden-Württemberg und das Saarland – zulassen, dass Regionalligisten trainieren und sollte dies ab morgen möglich sein, könnten ab Anfang Dezember wieder Spiele stattfinden – 14 Tage Vorbereitungszeit wären gewährleistet. In diesem Fall würden voraussichtlich mehr als die drei angesetzten Spieltage vor Weihnachten ausgetragen. Denkbar ist, dass mindestens zwei der fünf abgesetzten November-Spieltage unter der Woche nachgeholt würden, möglicherweise mehr.

Fortsetzung ab Mitte Dezember: Sofern Rheinland-Pfalz beim Nein zum Profistatus für die Regionalliga bleibt, die Sportbeschränkungen auf Bundesebene aber Ende November auslaufen, könnte überall ab Anfang Dezember wieder trainiert und demnach ab Mitte Dezember wieder gespielt werden. Realistisch wäre, am Wochenende 19./20. Dezember sowie davor und danach unter der Woche insgesamt drei Spieltage über die Bühne zu bringen.

Fortsetzung ab Mitte Januar: Sollte in diesem Jahr nicht mehr gespielt werden dürfen, soll es im Januar 2021 zwei Wochen früher (16./17.) wieder losgehen, als eigentlich geplant (30./31.). Damit wären zwischen zwei und vier Spieltage mehr im Januar durchführbar. Je nach Witterung könnten Partien auf Kunstrasenplätzen ausgetragen werden.

Fortsetzung zu einem späteren Zeitpunkt: Sollten die Sportbeschränkungen bis ins neue Jahr verlängert werden und bliebe Rheinland-Pfalz bei seiner Position, würde sich die Saisonfortsetzung weiter verschieben. Die Wahrscheinlichkeit, dass dann Hin- und Rückrunde mit insgesamt 42 Spieltagen komplett über die Bühne gebracht werden könnten, würde sinken.

von Stefan Weisbrod