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Lokalsport Yesilova fühlt sich wohl beim BC Marburg
Sport Lokalsport Lokalsport Yesilova fühlt sich wohl beim BC Marburg
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11:00 30.10.2021
Marburgs Neuzugang Selma Yesilova im Zweikampf gegen Cassandra Nofuente vom Herner TC.
Marburgs Neuzugang Selma Yesilova im Zweikampf gegen Cassandra Nofuente vom Herner TC. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Mit zwanzig Jahren ist Selma Yesilova, der Neuzugang des Basketball-Bundesligisten BC Marburg, schon viel in Deutschland herumgekommen. Ihre Basketball-Reise begann im Alter von elf Jahren bei der TG Nürtingen in Baden-Württemberg, wo die Aufbau-Spielerin gebürtig herkommt. „Eigentlich wollte ich immer Fußball spielen, aber dann kam ich spontan zum Basketball. Seither hat mich niemand mehr aus der Halle rausbekommen“, sagt Yesilova, die zuvor den Karatesport ausübte.

Nach knapp drei Jahren in Nürtingen folgten vier Jahre bei der BSG Basket Ludwigsburg. „Ein Jahr bin ich immer von zu Hause bis nach Ludwigsburg gependelt. Das war stressig, aber als ich dann die restlichen drei Jahren im Internat war, wurde es einfacher“, stellt sie fest. Dann folgte der Wechsel in die erste Damen-Basketball-Bundesliga zu den Angels Nördlingen. „Es war eine persönliche Entscheidung, dass ich nach einem Jahr aus Nördlingen weggegangen bin“, erklärt Yesilova.

Trainerin in der U-20-Nationalmannschaft

Im April dieses Jahres gab es dann den ersten Kontakt zu den Blue Dolphins. „Ich habe für zwei Tage in Marburg mittrainiert. Die Entscheidung für den BC ist mir sehr leicht gefallen. Hier habe ich mich sofort wohlgefühlt“, sagt sie. Denn neben dem Wechsel zu den Blue Dolphins stand auch ein Wechsel zu den Panthers nach Osnabrück im Raum. In Marburg traf Yesilova ein bekanntes Gesicht: Stephanie Wagner. „Steffi war unter anderem meine Trainerin in der U-20-Nationalmannschaft. Dass sie jetzt meine Mitspielerin und Mitbewohnerin ist, ist schon lustig“, ergänzt sie. Neben Wagner kannte sie auch Lisa Kiefer aus der Nationalmannschaft, die den Verein in Richtung University of Montana verlassen hatte.

Dass der Wechsel für die 20-Jährige der richtige Schritt war, stellte sie ziemlich schnell fest: „Das Team hat mich super aufgenommen.“ Im ersten Pflichtspiel der Saison, in der zweiten Runde des Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL)-Pokals steuerte Yesilova 14-Punkte beim deutlichen 115:49-Sieg gegen den Zweitligisten Dillingen Diamonds bei. „Meine Teammates haben es mir extrem einfach gemacht. Vor allem die Erfahrung der Älteren helfen Spielerinnen wie Jasmin (Weyell, Anm. d. Red.) und mir extrem weiter“, sagt sie.

Mindestens in die Playoffs

Dennoch hat sie aus diesem Spiel und den bisherigen drei Liga-Einsätzen auch Lehren mitgenommen: „Ich darf nicht so hektisch spielen. Außerdem muss ich selbstbewusster auf dem Platz und ruhiger mit dem Ball sein“, sagt die Aufbau-Spielerin. Diese Punkte gehören auch zu den persönlichen Saisonzielen der Ernährungswissenschaften-Studentin: sich weiterentwickeln, selbstbewusster werden und an mentaler Stärke gewinnen. Sowohl für die erste als auch für die zweite Mannschaft hat sie Ziele: „Mit der Ersten wollen wir mindestens in die Playoffs kommen, als Team wachsen und vor allem Spaß am Spiel haben. Für die zweite Mannschaft gilt es, an Erfahrungen zu gewinnen und den Klassenerhalt zu erreichen.“

Dass Yesilova ein fester Teil der ersten Mannschaft ist, zeigt sich im Gespräch mit ihrem Trainer Christoph Wysocki: „Selma ist eine talentierte Spielerin, die immer 120 Prozent auf das Parkett legt. Sie ist ein großer Gewinn für Marburg und in meinen ­Augen auch die Zukunft des Vereins, wenn sie uns erhalten bleibt.“ Neben dem vollen Einsatz im Training, schwärmt der Coach auch von ihren Stärken im Spiel. „Sie hat einen guten Schuss und ist eine schnelle Spielerin. Zudem ist sie sehr gut ausgebildet. Ich bin froh, dass sie nach Marburg gewechselt ist“, sagt Wysocki.

Von Leonie Rink