Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Sein Ding ist die Arbeit zum Wohle des Nachwuchses
Sport Lokalsport Lokalsport Sein Ding ist die Arbeit zum Wohle des Nachwuchses
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:00 09.11.2021
Hermann Weitzel ist seit 1959 bei der TSV Eintracht Stadtallendorf tätig und betreut seit mehr als 25 Jahren deren Jugendmannschaften.
Hermann Weitzel ist seit 1959 bei der TSV Eintracht Stadtallendorf tätig und betreut seit mehr als 25 Jahren deren Jugendmannschaften. Quelle: Bodo Ganswindt
Anzeige
Stadtallendorf

Er wirkt, als ruhe er in sich selbst. Von Extrovertiertheit keine Spur. Dennoch ist Hermann Weitzel ein Strippenzieher im positiven Sinne. Als gelernter Handwerker weiß der Werkzeugmachermeister, wie man die Fäden zieht, um zum Erfolg zu kommen. Gleichwohl ist der 74-jährige Rentner immer auf dem Teppich geblieben, der ihm – jedenfalls was den Fußballsport anbelangt – seit vielen Jahrzehnten eine solide Basis ist. Weitzel gehört zu der mittlerweile immer geringer werdenden Spezies der Vereinstreuen.

Der TSV Eintracht Stadtallendorf ist seine sportliche Heimat, und zwar seit 1959. Seinerzeit tritt er ein in den Verein und kickt zunächst in der C-Jugend, damals die unterste Jugendklasse. Er durchläuft im Trikot der Eintracht alle Jugendklassen, ehe er 1965 zu seinem ersten Einsatz in der ersten Mannschaft kommt. „Wir haben damals ein Pokalspiel beim BC Sport Kassel knapp gewonnen“, erinnert er sich. Allerdings spielt er meistens in der „Zweiten“. „Für die Erste hat es als Stammspieler nicht ganz gereicht, gelegentlich habe ich dort noch mal ausgeholfen“, räumt er in ehrlicher Selbsteinschätzung ein.

Auf die Spieler- folgt die Trainerkarriere

Anfang der 80er-Jahre muss er wegen einer Rheuma-Erkrankung seine aktive Laufbahn auf Einsätze bei den Alten Herren beschränken, ehe er in der Saison 1994/1995 letztmals die Fußballschuhe schnürt. Er wechselt nun seinen sportlichen Schwerpunkt und bewegt sich mit Verve auf einem anderen Spielfeld: Weitzel macht den Trainer-B-Schein und agiert fortan als Trainer und Betreuer von Jugendmannschaften seines Vereins. Erste Erfahrungen diesbezüglich hat er bereits als 20-Jähriger gemacht. Vereinsbekannte Spieler wie Klaus Rusch, Reiner Bremer, Frank Herfert und Jürgen Losekam hat er unter seinen Fittichen. Der Hatzbacher Losekam gehört zu jenen, die es weit gebracht haben.

Er hat unter anderem beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig gespielt. „Und Reiner Bremer, der heutige Fußballchef in Stadtallendorf, war für eine kurze Zeit mein Co-Trainer“, sagt Weitzel, der einen Wechsel zu einem anderen Verein nie in Erwägung zieht, „ich bleibe bei der Eintracht.“ Sein Herz schlägt für die Jugend. Dort werde das Fundament für alles andere gelegt.

Er habe stets einen guten Draht zu den jungen Leuten gehabt. „Es hat selten Knatsch gegeben. Man muss nicht alles zu ernst nehmen“, betont er. Er sei kein strenger Trainer gewesen. „Aber ich fühlte mich stets als Person akzeptiert.“ Weitzel übernimmt in den 90er-Jahren die Leitung der Jugendabteilung, die sich 2016 mit der des TSV Erksdorf und des SV Emsdorf zum Jugendförderverein (JFV) Stadtallendorf/Ostkreis zusammenschließt. Dessen gleichberechtigten Vorstand bilden die Emsdorfer Bertram Otto und Heiko Fritsch, der Erksdorfer Helmut Losekam und Hermann Weitzel.

Der JFV ist bestens aufgestellt: 300 junge Leute spielen in 16 Mannschaften, denen 32 Trainer und Betreuer zur Seite stehen. Für den Spielbetrieb und Trainerangelegenheiten sind Markus Kubonik und Stefan Gisselmann verantwortlich. „Bei unserer Arbeit sind wir natürlich auf die Unterstützung der Eltern angewiesen, und diese ist da“, betont Weitzel, „wir fühlen uns in unserer Arbeit bestätigt.“ Seine aktuelle Tätigkeit beziehe sich vor allem auf die Kassenführung, das Passwesen und alle weiteren organisatorischen Aufgaben im JFV. Wie lange er noch dabei bleiben will?

Nach zahlreichen Ehrungen durch den Fußballverband und die Verleihung des Landesehrenbriefes lässt er es vorerst nicht langsamer angehen. Immerhin ist er erst kürzlich in seinem Amt für weitere zwei Jahre bestätigt worden. Noch ist er guter Dinge. „Was dann kommt, werden wir sehen“, sagt er.

Von Bodo Ganswindt