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17:25 02.05.2022
Volle Konzentration auf den Ball: Sebastian Schmidt vom TSV Marbach bei der Angabe.
Volle Konzentration auf den Ball: Sebastian Schmidt vom TSV Marbach bei der Angabe. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Am vergangenen Wochenende standen in den Sporthallen der Richtsberg-Gesamtschule sowie des Gymnasium Philippinum erstmals wieder die Hessischen Meisterschaften an, die vom TTC Ginseldorf ausgerichtet wurden. Der ganz große Coup sollte zwar keinem der hiesigen Aktiven gelingen, dennoch wussten vereinzelt Spielerinnen oder Spieler auf sich aufmerksam zu machen.

Einer von ihnen war Sebastian Schmidt vom TSV Marbach. Der 26-Jährige ging nicht nur in der für ihn gewohnten B-Klasse an den Start, sondern versuchte sein Glück ebenfalls in der A-Klasse. „Für die B-Klasse hatte ich mich noch regulär bei den Bezirksmeisterschaften qualifiziert. In die A-Klasse bin ich einfach nur nachgerückt, weil ein paar Leute abgesagt haben“, erklärte Schmidt seine doppelte Teilnahme. Der ursprünglich aus dem Ebsdorfer Grund stammende Akteur habe seine Chance einfach nutzen wollen, sei aber angesichts des höheren Niveaus in der A-Klasse mit entsprechend niedriger Erwartungshaltung in die Spiele gegangen.

„Es war mein Ziel, in der Gruppe zumindest einen Spiel zu gewinnen. Ich habe dann aber auch schnell gemerkt, dass ich da nichts verloren habe“, sagte Schmidt schmunzelnd. So wurde es auch nichts mit dem einen erhofften Sieg für den Marbacher, der seinen Kontrahenten aber zumindest über einige Sätze Paroli bot.

Das Hauptaugenmerk lag stattdessen auf den Meisterschaften in der B-Klasse, in der Schmidt sich mehr vornahm und in die K.-o.-Phase einziehen wollte.

Allerdings sollte es wie schon am Vortag nicht sein, sodass er das Feld erneut bereits nach der Gruppenphase mit einer Bilanz von 1:2 Spielen räumen musste – und das, obwohl ihm der Auftakt mit einem Sieg gegen Rustom Sulyman noch gelang. Doch in den beiden folgenden Partien musste sich der TSV-Akteur seinen Gegnern geschlagen geben. „Das ärgert mich natürlich schon. Ich würde sagen, dass ich ohnehin nicht der Talentierteste bin, sondern vieles bei mir eher über Kampf, Lauf- und Beinarbeit kommt, aber das hat auch nicht gereicht.“

Schmidt kann dennoch optimistisch in die nähere Zukunft schauen, nachdem er erst im vergangenen Winter nach 15 Jahren vom TTV Ebsdorfergrund zum TSV Marbach gewechselt war und sich nun auf höherem Niveau beweisen kann. „Ich habe im vergangenen halben Jahr eigentlich die Möglichkeit gehabt, in der Bezirksoberliga im vorderen Paarkreuz zu spielen, doch die Rückrunde ist wegen Corona ausgefallen“, erzählt Schmidt, der für Ebsdorfergrund noch in der Kreis- oder Bezirksklasse antrat. Schmidt wartet noch auf sein Bezirksoberliga-Debüt, das „hoffentlich ohne Corona-Problematik“ in der kommenden Saison folgen soll.

Die Pandemie ist ein Thema, mit dem sich auch der TTC Ginseldorf bei der Ausrichtung des Turniers auseinandersetzen musste. „Der Einstieg in die Hessischen Meisterschaften war in diesem Jahr leichter, weil der Entscheid über die Kreisrangliste ausnahmsweise wegfiel“, erklärte der TTC-Vorsitzende Martin Althaus, der ein positives Fazit zog: „Das ein oder andere gibt es zwar immer zu verbessern für die Zukunft, aber auch wegen des Feedbacks der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind wir zufrieden.“ Diese Ansicht teilte Philipp Keding von der Turnierleitung: „Es haben nur wenige Leute abgesagt, sodass es viele Spiele und wenige Pausen gab. Ich denke auch, dass die Leute in der Halle Bock hatten und man richtig gutes Tischtennis gesehen hat.“

Die besten Ergebnisse aus heimischer Sicht erzielten die über 50 Jahre alten Rainer Kraus und Martin Gockel (beide TTC Ginseldorf), die im Doppel der A-Klasse unter die letzten Acht landeten, sowie Michael Buder (TTC Ginseldorf), der dasselbe Ergebnis im Einzel der A-Klasse erzielte. Laura Winkler vom TV Sterzhausen konnte mit ihrer Partnerin im Doppel der B-Klasse ebenfalls bis unter die letzten Acht vorstoßen.

Alle Ergebnisse gibt’s im Internet: https://bit.ly/3KySE0z

Von Yann Ruppersberg