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Lina Wagner holt ersehnten Hessentitel
Lina Wagner holt ersehnten Hessentitel
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15:00 17.12.2021
Lina Wagner (Marburger SV) – hier im April 2018 auf der 50-Meter-Bahn in Dillenburg – gewann in Wetzlar ihren ersehnten Hessenmeistertitel.
Lina Wagner (Marburger SV) – hier im April 2018 auf der 50-Meter-Bahn in Dillenburg – gewann in Wetzlar ihren ersehnten Hessenmeistertitel. Quelle: Ines Peters-Försterling
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Marburg

Die Corona-Pandemie führt schon so manches Mal zu kuriosen Situationen. Lina Wagner kann ein Lied davon singen. Bei den Hessischen Jahrgangsmeisterschaften im Wetzlarer Europabad erfüllte sich die 19-jährige Schwimmerin des Marburger SV einen langersehnten Wunsch, wurde auf der Langbahn in 38,67 Sekunden und mit mehr als einer Sekunde Vorsprung Hessenmeisterin ihres Jahrgangs 2002 über 50 Meter Brust.

Sofort realisiert hatte die Wittelsbergerin ihren Erfolg jedoch nicht – und dies lag nicht etwa daran, dass pandemiebedingt derzeit keine Siegerehrungen bei Wettkämpfen stattfinden. „Ich dachte zuerst, dass ich in einer Wertung zusammen mit weiteren Jahrgängen war“, erläutert Lina Wagner, die ihren ersten Titel bei „Hessischen“ holte, auf diesen gar sehnsüchtig hingefiebert hatte: „Ich hatte vorher im Training zu meiner Trainerin gesagt, dass ich es ganz cool fände, wenn ich mal gewinnen würde“, verrät die 19-Jährige und lacht. Und siehe da: Es klappte. Doch dies erfuhr Lina Wagner erst, als sie sich bereits auf den Heimweg begeben hatte.

Rührige Übungsleiterin

„Ich war mit meiner Schwester, die ebenfalls bei den Hessenmeisterschaften teilgenommen hatte, gerade am Rausgehen“, erzählt Lina Wagner. In diesem Moment schickte ihre Mutter ihr das Ergebnis-Protokoll mit der frohen Kunde per Screenshot aufs Handy. „Als ich das gesehen hatte, habe ich direkt meine Trainerin angerufen und es ihr erzählt.“ Dass Nathalie Richter als eine der ersten von dem ersehnten Erfolg erfuhr, ist keine Überraschung. Denn die rührige Übungsleiterin habe in der Corona-bedingten Zwangspause „supertoll auf uns geachtet, uns klasse unterstützt“, betont Lina Wagner, die mit ihren Teamkolleginnen und Teamkollegen die sportfreie Zeit mit Zoom-Meetings überbrückte, dabei gemeinsam Workouts machte. „Aber das ist ja nicht das Gleiche. Deshalb war es schon toll, als wir uns dann mal wieder im Georg-Gaßmann-Stadion treffen konnten.“

Bei der DLRG fing es ab

Zum Schwimmsport kam Lina Wagner bereits als Kleinkind durch ihre Großmutter, die sie mit ins Bad nahm und ihr das Schwimmen beibrachte. Nach der Teilnahme an DLRG-Schwimmkursen kam sie als Sechstklässlerin durch ihren damaligen Lehrer Rainer Pohl zum Marburger SV. Dem Verein hält sie seither die Treue. Drei- bis viermal wöchentlich trainiert Lina Wagner inzwischen; nach ihrem Abitur im vergangenen Sommer an der Adolf-Reichwein-Schule macht sie ein duales Studium in Mediendesign.

Weil dies viel Zeit in Anspruch nehme, hat die Schwimmerin nicht nur ihr Trainingspensum etwas zurückgeschraubt, sondern auch ihre sportlichen Ambitionen. Für Lina Wagner geht es nun zunächst darum, dorthin zurückzugelangen, wo sie vor Corona war. „Schaut man sich meine Zeiten an, sieht man, dass ich nicht so ganz im Training bin“, sagt Lina Wagner.

Vor anderthalb Jahren sei sie im Brustsprint noch etwas mehr als eine Sekunde schneller unterwegs gewesen; doch die erzwungene Trainingspause hat auch die Wittelsbergerin zurückgeworfen. „Insofern wäre es schon schön, wieder den Stand zu erreichen, auf dem ich mal war“, wünscht sich Lina Wagner.

Von Marcello Di Cicco