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Lokalsport BC als Schlusslicht bei den Halle Lions
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12:58 13.01.2021
Am Boden? Für Rachel Arthur und Co. soll es in der Bundesliga aufwärts gehen. Am Mittwochabend gastieren die Dolphins in Halle. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Der BC Pharmaserv steht vor einem möglicherweise richtungsweisenden Spiel: Gewinnt das Marburger Bundesliga-Team am Mittwochabend bei den Gisa Lions des SV Halle, würde es auf einen Schlag um drei Plätze auf Tabellenrang neun klettern und den Rückstand auf die aktuell achtplatzierte Hallenser Mannschaft auf drei Pluspunkte reduzieren. Eine weitere Niederlage würde die Blue Dolphins hingegen noch tiefer ins Schlamassel ziehen.

Immerhin präsentierten sich die Marburger Basketballerinnen zuletzt gegen den Herner TC gegenüber der 61:66-Niederlage vor einer Woche im Pokal-Viertelfinale gegen Osnabrück ein gutes Stück verbessert, konnten das Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz aber nicht verhindern – sie unterlagen nach zwischenzeitlich deutlicherem Rückstand letztlich mit 67:75. „Langsam bekommen wir wieder ein Gefühl für das Spielen“, sagte Trainer Julian Martinez mit Blick auf die vorherige Zwangspause aufgrund der zweiten Corona-bedingten Quarantäne rund um Weihnachten.

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Gespräche mit möglichem Mullings-Ersatz laufen

Es solle „keine Ausrede“ sein, betonte der Spanier in der Vergangenheit mehrfach, nannte das fehlende Training aber sehr wohl als eine Ursache für die enttäuschende Leistung beim Pokal-Aus und die über weite Strecken auch nicht zufriedenstellende Vorstellung im Bundesliga-Spiel gegen Herne. Bis Ende Januar bestreitet der BC aufgrund von Nachholspielen in jeder Woche zwei Partien – für Martinez nicht zwingend schlecht: „Der Nachteil ist, dass man wenig Zeit hat, sich auf die einzelnen Spiele vorzubereiten; der Vorteil ist, dass man nicht zu viel nachdenken kann“, sagt er, sieht den Wettkampf als „beste Möglichkeit, besser zu werden“.

Personell ist die Lage im Vergleich zu den vergangenen Wochen entspannter. Weiterhin offen ist, wer als Ersatz für Megan Mullings, die in der Vorwoche aus privaten Gründen ihren Vertrag aufgelöst hatte und in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt war, verpflichtet wird. „Wir sind in intensiven Gesprächen“, erklärte Vorstand Stefan Gnau. Die langzeitverletzte Steffi Wagner fehlt weiterhin, ansonsten sind – Stand Dienstag – alle Spielerinnen aus dem aktuellen Kader inklusive der zuletzt angeschlagenen Rachel Arthur und Hanna Crymble fit und einsatzbereit.

Gegner hat zuletzt nur knapp gegen Keltern verloren

Die „Löwinnen“ aus Halle an der Saale haben von ihren bisherigen elf Saisonspielen – vier mehr als der BC – vier gewonnen, damit bereits so viele Siege eingefahren wie in der vorherigen Saison bis zum Abbruch vor dem letzten Hauptrundenspieltag insgesamt. Sportlich wäre das Team aus Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr abgestiegen; die Statuten der Liga, die keine Wertung vorsehen, wenn eine Saison nicht zu Ende gespielt wird, retteten sie.

Jetzt haben sie Kurs auf die Playoffs genommen, nach aktuellem Stand wären sie dabei – nicht zuletzt dank dreier Siege rund um Weihnachten: Gegen Hannover gewann das SVH-Team mit 82:77, gegen Saarlouis mit 73:61 und in Heidelberg mit 89:64. Im ersten Spiel des neuen Jahres setzte es zwar eine Niederlage, gegen Titelfavorit Keltern enttäuschte die Mannschaft von Trainer Peter Kortmann aber keineswegs, war beim 62:66 nah dran an einer Überraschung. Barbora Kasparkova überzeugte mit 21 Punkten, im Schnitt kommt die Tschechin auf knapp elf Zähler pro Partie. Styliani Fouraki blieb mit acht Punkten unter ihrem Schnitt (18,2), die griechische Centerin beeindruckte aber mit satten 14 Rebounds.

Von Stefan Weisbrod

12.01.2021
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