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Lokalsport Schiedsrichter warten auf Saison-Fortsetzung
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20:00 27.03.2020
Julius Martenstein zeigt in einem Testspiel Dimitrios Diamantakos vom FC St. Pauli die Rote Karte. Bei Pflichtspielen in der 2. Bundesliga kommt der Cölber als Schiedsrichterassistent zum Einsatz. Quelle: Foto: imago
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Marburg

Ob in der Bundesliga oder in der Kreisliga B: Ebenso wie in allen anderen Sportarten ruht auch im Fußball der Spielbetrieb, selbst Training ist aktuell nicht in der gewohnten Form möglich. Wann wieder gespielt werden kann, vermögen aktuell auch Schiedsrichter wie Julius Martenstein nicht seriös zu beantworten. „Ich gehe aber davon aus, dass die Saison irgendwann zu Ende gebracht wird“, sagt der Cölber, der als Assistent in der 2. Bundesliga zum Einsatz kommt, mit Blick auf den Profibereich. „Wenn es dafür eine Möglichkeit gibt, dann wird sie genutzt werden.“ An erster Stelle müsse „aber immer die Gesundheit aller stehen“.

Als in der vorvergangenen Woche die Partien der 1. und der 2. Liga abgesagt wurden, waren viele Referees – insbesondere die Gespanne, die die Freitagsspiele leiten sollten – bereits vor Ort, mussten unverrichteter Dinge wieder abreisen. „Da haben wir gesehen, wie schnell sich die Einschätzung der Situation verändern kann“, sagt Martenstein, der selbst nicht betroffen war: Er war an dem Wochenende nicht für eine Partie angesetzt.

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Viele Spiele binnen kurzer Zeit? Cölber wäre bereit

Derzeit sind die Spiele in den höchsten beiden Spielklassen bis einschließlich 2. April abgesetzt, eine Verlängerung bis Ende April ist vom DFL-Präsidium am Dienstag vorgeschlagen worden und dürfte durch die Vereine in den nächsten Tagen beschlossen werden. „Wenn es irgendwann weitergeht, können wir uns auf viele Spiele binnen kurzer Zeit einstellen“, ist Martenstein bewusst.

Der 28-Jährige steht dafür bereit. Mit seinem Sportwissenschaft-Studium ist er durch, wartet nur noch auf einige Noten. Ab April will er in einem Fernstudium seinen Master in Sportmanagement machen. „Ich bleibe zeitlich flexibel, auch wenn es um Spiele unter der Woche geht.“ Ein enger Spielplan, ist er überzeugt, werde in den Profiligen „sicherlich nicht an verfügbaren Schiedsrichtern und Assistenten scheitern“.

Die Referees im Profibereich stehen mit der zuständigen Schiedsrichterkommission in Kontakt, erhalten regelmäßig Informationen. „Wirklich mehr als andere wissen wir dadurch aber auch nicht“, sagt Martenstein und erklärt: „Da sind Tipps dabei, wie wir das Infektionsrisiko möglichst gering halten.“

Zudem wurden die Fitnesspläne, die die Schiedsrichter ohnehin erhalten, angepasst: „Die Spiele fallen weg, daher soll die Belastung etwas erhöht werden, um das Niveau zu halten.“ Neben Läufen für Schnelligkeit und Ausdauer sollen auch die Muskelgruppen gezielt trainiert werden. „Manches ist fast schon Yoga“, sagt Martenstein und schmunzelt. Wie intensiv die Schiedsrichter im Wartestand trainieren werde nicht kontrolliert, erklärt er. „Wichtig ist, dass wir fit sind, wenn es hoffentlich bald wieder losgeht.“

Von Stefan Weisbrod

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