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Lokalsport Samet Sakarya wechselte häufiger den Club als Lothar Matthäus
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15:00 06.04.2022
Samet Sakarya (rechts, hier in einer Partie 2019 beim Bauerbach-Cup) spielte zuletzt im November des vergangenen Jahres für seine Mannschaft.
Samet Sakarya (rechts, hier in einer Partie 2019 beim Bauerbach-Cup) spielte zuletzt im November des vergangenen Jahres für seine Mannschaft. Quelle: Thorsten Richter
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Schröck

Die Transferhistorie von Samet Sakarya liest sich rekordverdächtig. In der Vita des heute 39-jährigen Coaches des FSV Schröck sind 17 Wechsel aufgelistet. Die meisten als Spieler, davon ein paar auch als spielender Trainer. Damit hat der gebürtige Stadtallendorfer mehr Wechsel als Lothar Matthäus zu verbuchen, der es „nur“ auf 15 Wechsel schafft.

Seine Karriere begann 2002 beim SC Neukirchen, der FSV Schröck ist seine erste Station als Cheftrainer. Und er wird tatsächlich bleiben. Sakarya hat vor wenigen Tagen seinen Vertrag um ein Jahr verlängert. „Wir haben eine gute Truppe zusammen. Ich werde nur spielen, wenn Not am Mann ist. Zuletzt habe ich im November gespielt. Aber ansonsten bekommen die Jungs den Vorzug“, sagt Sakarya.

Warum er nie lange bei einem Club blieb, erklärt der Coach des Gruppenligisten vom Elisabethbrunnen so: „Wenn man sich meine Transferhistorie anschaut, dann sieht das echt blöd aus. Ich bin zwar nie gerne gewechselt, aber es gab immer einen Grund für die fast 20 Wechsel.“ Persönlich stört das den Labormitarbeiter bei CSL Behring nicht, denn sein Ziel war es, Fußballprofi zu werden.

Zu den Höhepunkten seiner bisherigen Karriere gehörte es, in der zweiten und dritten türkischen Liga zu spielen. Eine „spannende Zeit“ habe er dort erlebt, die er nicht bereue: „Ich habe knapp 35 Einsätze gehabt, darunter auch einen im türkischen Pokal. Es war eine kurze aber schöne dreijährige Erfahrung. Auch wenn das nicht mit der deutschen zweiten und dritten Liga zu vergleichen ist. Das war eher Regionalliga-Niveau“, ordnet Sakarya ein.

Seit 2002 gab es 17 Wechsel

Bis August 2002: SC Neukirchen,

von September 2002 bis Juni 2003: VfB Marburg,

von Juli 2003 bis Juni 2004: Eintracht Frankfurt II,

von Juli 2004 bis Juni 2005: TSV Michelbach,

von Juli 2005 bis September 2007: FSV Steinbach/FSV Fernwald,

von Oktober 2007 bis Dezember 2008: Istanbulspor,

von Januar bis Mai 2009: Altinordu,

von Juni bis Dezember 2009: Nazilli Belediyespor,

von Januar bis Juni 2010: Eintracht Wetzlar,

von Juli 2010 bis Juni 2011: Eintracht Lollar,

von Juli 2011 bis Juni 2012: Eintracht Wetzlar,

von Juli 2012 bis Juni 2013: SC Teutonia Watzenborn-Steinberg,

von Juli 2013 bis Juni 2014: FC Türk Gücü Breidenbach,

von Juli 2014 bis Juni 2015: VfB Marburg,

von Juli 2015 bis Juni 2016: VfB Wetter,

von Juli 2016 bis Juni 2017: FSG Homberg,

von Juli 2017 bis Juni 2019: VfB Wetter,

seit Juli 2019: FSV Schröck.

Danach folgten noch sechs Stationen, ehe der erste Wechsel zum VfB Wetter über die Bühne ging. „In Wetter gab es immer ein familiäres Verhältnis untereinander. Es war eine tolle Zeit und ich bin auch heute noch immer gerne dort“, sagt der Abwehrspieler, der nach einem Jahr bei der FSG Homberg wieder zurück nach Wetter wechselte. „Dann bin ich zwei Jahre in Wetter geblieben. Wenn man älter wird, dann bleibt man einfach länger bei einem Verein“, erklärt der 39-Jährige.

Vertrag in Schröck wird um eine Saison verlängert

Seit 2019 ist Sakarya also beim FSV Schröck. Erst war er spielender Co-Trainer unter dem damaligen Coach Maurice „Momo“ Jauernick. 2021 erfolgte der Aufstieg zum Cheftrainer. Und nun die Vertragsverlängerung um eine Saison. „Wir sind von Samets Leistungen und seiner Persönlichkeit überzeugt. Er hat einen guten Draht zur Mannschaft und hat bisher seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt“, freut sich FSV-Vorsitzender Bernhard Mankel über den Verbleib Sakaryas.

Dann am vierten Spieltag der laufenden Gruppenliga-Spielzeit kam es zum Aufeinandertreffen mit seinem ehemaligen Club aus Wetter. Am Ende stand eine 0:2-Niederlage auf der Anzeigetafel. Also nicht das, was sich der Coach gewünscht hätte.

Nun gibt es also die Chance zur Revanche für den Vater einer dreijährigen Tochter und eines sechsjährigen Sohnes im heutigen Kreispokal-Achtelfinale, wo der FSV Schröck beim VfB Wetter zu Gast ist (19.30 Uhr). „Wir wollen jedes Spiel gewinnen – auch gegen Wetter. Nach dem Spiel werde ich aber sicher mit einigen Verantwortlichen von Wetter etwas trinken. Aber auf dem Platz will ich gewinnen“, gibt sich der nun in Michelbach wohnhafte Übungsleiter kämpferisch und fügt direkt lobende Worte für die Arbeit des VfB-Trainerduos Clemens Drescher und Steffen Schäfer sowie des Wetteraner Vorstandes an.

In der Liga trennen beide Vereine aktuell nur einen Tabellenplatz. Bei gleicher Punktzahl muss die Wetteraner Mannschaft aber noch in zwei Nachholspielen ran. „Die Liga ist ausgeglichen. Das sieht man auch an der Tabelle. Aber ich will gewinnen. Das war auch schon als Spieler so“, sagt Sakarya.

Ranking der größten „Wandervögel“ im Fußball

Im Juli 2020 erstellte das Online-Portal „Transfermarkt“ ein Ranking mit dem Titel „Das sind die größten Fußball-Wandervögel“. Unter den ersten fünf Plätzen steht der Name des bekanntesten deutschen Wandervogels, Lutz Pfannenstiel. Der heute 48-Jährige lief für 26 Klubs in 13 Ländern auf.

Teil des Rankings ist auch Dan Ito. Der Japaner wechselte in seiner Laufbahn 25 mal und stand dabei in 22 Ländern unter Vertrag. Gegenüber „Transfermarkt“ sagt er, dass er es sich während seiner Karriere zum Ziel gemacht habe, jedes Jahr ein neues asiatisches Land kennenzulernen.

Ebenfalls auf der Liste steht Andrija Kaludjerovic, der in 14 Ländern als Fußballer unter Vertrag stand. Dabei stand der Serbe bei 23 verschiedenen Vereinen auf dem Platz. Eine ähnliche Bilanz hat Miodrag Andjelkovic, der während seiner 22 Transfers ebenfalls in 14 Ländern Fußball spielte.

Ein in Deutschland ebenfalls nicht unbekannter Name ist der von Aristide Bancé. Der Stürmer aus Burkina Faso spielte in Deutschland unter anderem für Mainz, Offenbach, Augsburg und Düsseldorf. Insgesamt stand er bei 20 Klubs in 14 Ländern unter Vertrag.

Von Leonie Rink