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10:48 29.03.2021
Die Corona-Pandemie zwingt die hessischen Amateurkicker, an die Saison einen Haken zu machen.
Die Corona-Pandemie zwingt die hessischen Amateurkicker, an die Saison einen Haken zu machen. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Was sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet hatte, steht nun so gut wie fest: Die seit Ende Oktober wegen der Corona-Pandemie unterbrochene Saison im hessischen Amateurfußball wird abgebrochen und annulliert. Dies beschloss der Vorstand des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) am Samstag in einer knapp zweieinhalbstündigen Videokonferenz.

„Diese Entscheidung ist alternativlos“, stellte Marburgs Kreisfußballwart Peter Schmidt gestern im Gespräch mit der OP fest. Biedenkopfs Kreisfußballwart Diether Achenbach sah es auf Anfrage wie sein Amtskollege: Es sei die Entscheidung getroffen worden, „die sich viele Fußballwarte in der Region Gießen/Marburg erhofft hatten“, denn: „Den Vereinen gibt dies eine Planungssicherheit für die neue Runde“, sagte Achenbach. Laut beiden sei die Meinung unter den 32 Kreisfußballwarten einstimmig gewesen.

Final beschlossen wurde der Saisonabbruch in der Sitzung allerdings noch nicht. Dies gilt allerdings als Formsache und soll kommende Woche im sogenannten Umlaufverfahren geschehen. Heißt: Das HFV-Präsidium erarbeitet nun eine Beschlussvorlage, die den Kreisfußballwarten per E-Mail zugeht und die von Kreis-Chefs nur noch unterzeichnet werden muss. „Da wird jetzt keiner mehr sagen, dass er nun doch nicht zustimmt“, macht Peter Schmidt klar.

Es gibt keine Aufsteiger und Absteiger

Mit dem Abbruch geht eine Annullierung der vom HFV organisierten Meisterschaftswettbewerbe (einschließlich aller Entscheidungs-, Aufstiegs- und Relegationsspiele, des Ü-Bereichs und Futsal-Ligaspielbetriebs) sowie der vom Verband in Spielrunden organisierten Partien der Spielzeit 2020 / 2021 im Männer-, Frauen- sowie Juniorinnen- und Juniorenbereich einher; die Pokalwettbewerbe betrifft dies jedoch nicht.

Daraus folgend gibt es in der aktuellen Spielzeit keine Auf- und Absteiger – allerdings: „Bezüglich des Umgangs von Ligen mit Schnittstellen zu anderen Verbänden stehen noch Entscheidungen von übergeordneten Verbänden aus, inwiefern die Themen Aufstieg in die höhere Liga beziehungsweise Abstieg aus der übergeordneten Liga behandelt werden“, teilte der Verband mit. Diese die „Schnittstellen“ betreffende Spielklassen sind die Männer-Hessenliga, die Frauen-Hessenliga sowie die Hessenligen der A-, B- und C-Junioren sowie die Hessenliga der B-Juniorinnen. Für diese Spielklassen erfolgt „eine gesonderte Entscheidung durch den Verbandsvorstand im Hinblick auf die Wertung beziehungsweise Annullierung“, teilte der HFV mit. Dies soll laut Achenbach Mitte April geschehen.

„Was in diesen Ligen passiert, wird sich orientieren am Vorgehen der anderen Landesverbände, die zu den höheren Klassen wie der Regionalliga Südwest zuspielen“, erklärt Schmidt. „Wenn es aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg oder dem Saarland Aufsteiger in die Regionalliga gibt, wird es auch in Hessen einen Aufsteiger geben. Dies gilt es, in den betroffenen hessischen Spielklassen zu bewerten.“ In jedem Fall solle sichergestellt werden, „dass alle Landesverbände ihre ihnen zustehenden Plätze gleichermaßen einnehmen“, sagt Schmidt.

Präsident Reuß: Abbruch ist „wohlüberlegter Prozess“

In der Mitteilung des Verbandes machte Präsident Stefan Reuß klar, dass es den Verantwortlichen nicht leichtgefallen sei, einen Abbruch und eine Annullierung der Saison zu beschließen, denn: „Wir stehen für den Fußball und wollen, dass gespielt wird“, wird Reuß zitiert. „Aber dieser Weg der Entscheidungsfindung ist kein Schnellschuss, sondern ein sorgsam vorbereiteter, breit abgestimmter und wohlüberlegter Prozess“, begründete der HFV-Chef und machte klar: „Jede andere Möglichkeit wäre in der aktuellen Situation mit den im Laufe der Pandemie erworbenen Erfahrungswerten unseren Mitgliedern gegenüber nicht zu vertreten gewesen.“

Nach den Bund-Länder-Beschlüssen am 22. März und der daraus resultierenden Verfügungslage mit deren Auswirkungen auf den Spielbetrieb sei „eine adäquate und für alle Beteiligten zumutbare sportliche Beendigung der Meisterschaftswettbewerbe unter Berücksichtigung der vorliegenden pandemiebedingten Gesamtsituation mit aktuell steigenden Inzidenzzahlen nicht mehr möglich“, begründet der Verband. Selbst wenn unmittelbar nach dem Ende der aktuellen Corona-Verordnung in Hessen am 18. April die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs möglich wäre, könne in den meisten Spielklassen die Hinrunde bis zum Saisonende am 30. Juni nicht abgeschlossen werden.

Von Marcello Di Cicco