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Lokalsport SV Mardorf und SV Erfurtshausen bilden Reserven-SG
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11:00 28.06.2022
Gabriel Steger vom SV Mardorf II (rechts) in der Partie gegen den SV Langenstein II.
Gabriel Steger vom SV Mardorf II (rechts) in der Partie gegen den SV Langenstein II. Quelle: Aleksander Kräling
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Mardorf/Erfurtshausen

Wenn im August die neue Fußballsaison startet, wird sich insbesondere für die Spieler der zweiten Mannschaft des A-Kreisligisten SV Mardorf einiges ändern – im eigenen Team, aber auch bei Gegnern, die dann nicht mehr aus dem Fußballkreis Marburg kommen.

Denn ab Sommer schließen sich die zweiten Mannschaften des SVM und des benachbarten B-Ligisten SV Erfurtshausen zusammen, spielen als Spielgemeinschaft (SG) Mardorf/Erfurtshausen II dann in der Kreisliga C Alsfeld (siehe Infobox) – also im benachbarten Fußballkreis, in dem die zweite Garde der Erfurtshäuser schon seit 2020 aktiv ist, während die Mardorfer „Zweite“ zuletzt in der Kreisliga B Marburg III um Punkte kämpfte. Hauptgrund für die Fusion beider Reserven: die angespannte Personallage. „Die Personalsituation war bei uns schon die vergangenen Jahre angespannt. Die Corona-Situation hat nicht gerade dazu beigetragen, dass es besser geworden ist“, zeigt Mardorfs Fußball-Abteilungsleiter Aleksander Kräling auf. Zuletzt seien oft Altherrenspieler eingesprungen, um überhaupt antreten zu können.

Darum spielt die neue SG im Nachbarkreis

Dass die SG Mardorf/Erfurtshausen II im Nachbarkreis Alsfeld antritt, liegt vor allem in der Organisation des Spielbetriebs begründet. „Wir sind vor zwei Jahren nach Alsfeld gewechselt, weil für unsere zweite Mannschaft in der Reserveliga zu wenige Spiele stattgefunden haben“, begründet SVE-Vorstandsmitglied Martin Linne. Gegen zweite Mannschaften des SV Nieder-Ofleiden, der FSG Ohmes/Ruhlkirchen oder der FSG Laubach anzutreten, bedeutet zwar insbesondere für die Mardorfer Kicker nun etwas weitere Fahrten zu Auswärtsspielen. Der Leistungsvergleich über die Kreisgrenze hinaus mache den Spielern aber „Riesenspaß“, so Uwe Fritsch, geschäftsführender Vorstand des SVE.

Auch das etwas schwächere Leistungsniveau habe bisher eher dem des eigenen Teams entsprochen. Was überdies einen Ausschlag für ein Votum pro C-Liga Alsfeld gegeben habe: „Dort wird kein Neun gegen neun gespielt“, spricht Mardorfs Fußball-Abteilungsleiter Aleksander Kräling das Norweger-Modell an, das im hiesigen Kreis gespielt werden kann, wenn ein Team keine elf Spieler zusammen-bekommt.

Auch Uwe Fritsch, geschäftsführender Vorstand des SV Erfurtshausen, der mit der Idee der Zusammenarbeit im Winter an den Dorfnachbarn herantrat, sieht das Bündnis im Reservebereich als dringend erforderlich, „damit der Verein überleben kann“, bringt es Fritsch auf den Punkt. „Wenn wir unsere zweite Mannschaft abmelden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Erste dran ist.“ Und so werden aus Vereinen Partner – wenngleich dies nicht völlig neu ist. Denn im Jugendbereich arbeiten beide Vereine schon seit Jahrzehnten zusammen, inzwischen in der Jugendspielgemeinschaft (JSG) Stadt Amöneburg, die der SVM und SVE zusammen mit dem TSV Amöneburg, RSV Roßdorf und SV Rüdigheim bilden. Bereits seit 2012 gibt es bei den Altherren die SG Mardorf/Erfurtshausen. „Das funktioniert gut“, stellt Martin Linne, Vorstandsmitglied beim SVE, fest. Warum also soll es nicht auch bei den Senioren klappen?

Je zehn Spieler bringen beide Vereine mit in die neue Reserven-SG. Wahrscheinlich seien es letztlich 15 Kicker, mit denen das Betreuerduo um Johannes Reinheimer und Jakob Riehl fest planen könne, so Kräling. In der Vorbereitung werden sich die Spieler erstmals in gemeinsamen Trainingseinheiten beschnuppern, während der Runde trainieren sie aber weiterhin mit ihren jeweiligen ersten Mannschaften zusammen. Das Vereinsgefüge soll damit erhalten bleiben.

Einen festen Spielort wird es für die neue SG übrigens nicht geben, die Vereine setzen bei der „Platzwahl“ auf Flexibilität. Nach Möglichkeit sollen die Heimspiele als Vorspiel einer ersten Mannschaft in Mardorf oder Erfurtshausen ausgetragen werden. Dass das nicht immer möglich sein wird, ist allen Beteiligten jedoch bewusst. „Diese Kreisliga-Romantik muss man in heutigen Zeiten auch mal ad acta legen“, sagt Kräling. Schließlich steht das Aufrechterhalten des Spielbetriebs an erster Stelle.

Von Marcello Di Cicco

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