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Wießner-Abgang schmerzt SV Bauerbach
Wießner-Abgang schmerzt SV Bauerbach
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14:58 21.07.2021
Jetzt Teamkameraden: Angreifer Jordan Gries (links) kommt vom TSV Michelbach zum SV Bauerbach, wo er gemeinsam mit Elvis Funwi Shuakonwi spielen wird.
Jetzt Teamkameraden: Angreifer Jordan Gries (links) kommt vom TSV Michelbach zum SV Bauerbach, wo er gemeinsam mit Elvis Funwi Shuakonwi spielen wird. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Bauerbach

So manche personelle Veränderung gibt es beim SV Bauerbach – nicht aber auf der Trainerposition: Hendrik Lapp geht in seine zweite Saison als Chefcoach.

Der Rückblick: Zum Beginn der Saison 2020/2021 stellte der SVB einen Vereinsrekord auf, blieb acht Mal in Serie ungeschlagen, führte zeitweise die Tabelle an – und das trotz personeller Engpässe. Bevor die Runde Corona-bedingt unter- und später abgebrochen wurde, gab es drei Niederlagen. Platz neun mit 18 Punkten aus elf Spielen steht in der Tabelle, die niemals offiziellen Charakter bekommen wird. Der Abbruch, sagt Lapp, „war alternativlos“.

Die Corona-Pause: „Wir haben so gut es ging Kontakt gehalten“, erklärt Lapp. Die Spieler kümmerten sich zunächst individuell um ihre Fitness. Nachdem die Beschränkungen im Frühjahr gelockert wurden, gab es Training in kleinen Gruppen. Schon vor dem offiziellen Start der Vorbereitung am 4. Juli wurden lockere Einheiten angeboten.

Die Veränderungen: Guilherme Appel Prestes da Silva stürmt weiterhin für den Marburger Stadtteil-Club – fungiert aber nicht mehr als Co-Trainer. „Gui“ habe „frühzeitig signalisiert, dass er dafür nicht mehr zur Verfügung steht“, erklärt Lapp. Das Amt teilen sich nun die beiden Spieler David Moreno und Julian Gries – für den Chefcoach eine „sehr gute Lösung“.

„Sechser“ Robin Traut verlässt den Verein nach fünf Jahren und wechselt ebenso wie Moritz Rechmann zum VfB Marburg. Tim Napierala zieht es zum TSV Michelbach, Felipe Aimi nach Spanien und Torwart Lars Arndt geht studienbedingt. Die größte Lücke reißt der Wechsel von Maximilian Wießner zu Regionalliga-Absteiger Eintracht Stadtallendorf. „Sein Abgang tut uns sehr weh“, sagt Lapp offen. Die Lücke zu schließen, werde eine große Herausforderung. Acht Tore erzielte der Angreifer in der abgebrochenen Vorsaison. Bitter ist auch, dass Paul Jura nach einem Kreuzbandriss, den er sich im Herbst zugezogen hatte, noch ein bis zwei Monate fehlen wird.

Florent Raishtaj kehrt nach drei Spielzeiten bei den BSF Richtsberg und zwei Jahren beim SSV Hatzbach zurück nach Bauerbach. Ein Eins-zu-Eins-Ersatz für den schnellen, agilen und technisch starken Wießner ist der körperlich stärkere Raishtaj zwar nicht, Lapp erhofft sich aber auch vom 30-Jährigen einige Tore. Die sollen auch Marcel Schott, der für Stadtallendorf vier Mal in der Regionalliga gestürmt hatte und nun aus Leusel wechselt, sowie Jordan Gries, der wie Gabriel Almeida da Silva aus Michelbach kommt, erzielen. Micha Pfaff (VfB Marburg) und McCain Nkrumah (FC Gießen II) sollen die Defensive verstärken, Keeper Sergen Malakcioglu (TSV Amöneburg) ist als Ersatz von Arndt verpflichtet worden.

Die Taktik: Im Vorjahr legte sich Lapp früh auf ein 3-5-2-System fest. „Dieses Mal machen wir das anders“, sagt er, erläutert: „Wir sind am Ausprobieren. Vielleicht bleibt es dabei, vielleicht wird es auch ein 3-4-3 oder ein 4-4-3.“ Klar scheint: In Bauerbach wird es auch künftig offensiv ausgerichteten Fußball geben. In den elf Spielen der frühzeitig beendeten Saison 2020/2021 schoss der SVB satte 29 Tore, kassierte aber auch 26 – macht zusammengenommen im Schnitt fünf Treffer pro Partie.

Das Ziel: Klassenerhalt. „Das ist unser erstes, unser oberstes Ziel“, sagt der Trainer, für den es aber gern auch ein bisschen mehr sein darf: „Wenn am Ende ein einstelliger Tabellenplatz herausspringt, wäre ich sehr zufrieden.“

Und sonst? Der Jüngste ist weiterhin der Jüngste. Der 31-jährige Felix Baum und der 33-jährige Johannes Burk bilden beim Ligakonkurrenten FV Breidenbach nun ein sehr junges Trainerduo. Aber der „Führende“ in dieser Wertung ist auch in dieser Spielzeit Lapp mit seinen aktuell 29 Jahren und zehn Monaten.

Von Stefan Weisbrod