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SSV Hatzbach steigt freiwillig ab
SSV Hatzbach steigt freiwillig ab
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10:58 12.06.2021
Dennie Losekam (links) in einem Kreisoberliga-Spiel der Hatzbacher gegen den FV Wehrda um Muamer Alic. In der neuen Saison ist der SSV in der Kreisliga A aktiv.
Dennie Losekam (links) in einem Kreisoberliga-Spiel der Hatzbacher gegen den FV Wehrda um Muamer Alic. In der neuen Saison ist der SSV in der Kreisliga A aktiv. Quelle: Tobias Hirsch
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Hatzbach

2016 stieg der SSV Hatzbach als Meister der Kreisliga A Marburg in die Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord auf, ein Jahr später spielte das Team aus dem 560-Einwohner-Dorf gar in der Aufstiegsrunde um den Sprung in die Gruppenliga. 2021 geht es nun wieder runter – freiwillig: Die Verantwortlichen des Sport- und Schützenvereins haben entschieden, die erste Mannschaft für die Kreisliga A zu melden.

Der freiwillige Abstieg hat personelle Gründe, wie der Vorsitzende Klaus Wagner auf OP-Anfrage mitteilt: Eine Handvoll Leistungsträger habe kurzfristig mitgeteilt, den Verein verlassen zu wollen. „Das sind Spieler gewesen, die unsere jungen Leute führen sollten.“ Auch Gespräche mit potenziellen Neuzugängen hätten nicht zum Erfolg geführt. Letztlich sei von Vorstand und Spielern „fast einstimmig“ entschieden worden, auf den Platz in der Kreisoberliga zu verzichten, stattdessen in der Kreisliga A anzutreten.

Eine „große Gefahr“

„Wir müssen ehrlich sein: Die Gefahr wäre groß gewesen, dass wir in der Kreisoberliga eine Packung nach der anderen bekommen hätten“, so der Vorsitzende. „Auch in der A-Liga wird es schwer genug“, sagt er, ist aber zuversichtlich, „dass wir eine ordentliche Runde spielen können“. „Wir sind ein kleines Dorf und konkurrieren im Ostkreis mit vielen Vereinen“, beschreibt Wagner die „Gegebenheiten, denen wir uns stellen müssen“.

Froh ist er, dass der Kader nach aktuellem Stand ausreichend groß ist, um neben der A-Liga-Mannschaft auch ein Team, das in der Kreisliga B – wahrscheinlich in Staffel III, sofern die Struktur im Fußballkreis Marburg unverändert bleibt – antreten soll, stellen zu können.

Caliskan wird nicht Trainer

Offen ist allerdings noch eine wichtige personelle Frage: die des Cheftrainers. Ertac Caliskan hatte im Frühjahr zugesagt – allerdings war zu diesem Zeitpunkt bei dem Club aus dem Stadtallendorfer Stadtteil noch die Rede davon, eine Mannschaft aufbieten zu wollen, die „zeitnah“ in der Spitze der Kreisoberliga mitmischen kann.

„Das waren die damaligen Ziele“, sagt Wagner, der Verständnis hat, dass Caliskan nun doch nicht Coach des SSV wird: „Wir hatten ein offenes Gespräch. Vielleicht, so sind wir verblieben, kann es irgendwann in Zukunft zu einer Zusammenarbeit kommen.“ Aktuell, teilt der Vorsitzende mit, sei die Trainerposition vakant.

Von Stefan Weisbrod