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Lokalsport Blutjunges Team mit viel Luft nach oben
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21:47 15.08.2021
Hatzbachs David Grix (links) im Zweikampf gegen Lennart Kuhn. Der SSV unterlag gestern in Cölbe mit 1:4.
Hatzbachs David Grix (links) im Zweikampf gegen Lennart Kuhn. Der SSV unterlag gestern in Cölbe mit 1:4. Quelle: Thorsten Richter
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Cölbe

Es ist eine Herkulesaufgabe, die Coach Sedat Öztürk, seit zwei Monaten auf seinem Posten, mit dem SSV Hatzbach angeht. Nach dem freiwilligen Abstieg in die Kreisliga A verließen den Verein in der Corona-Pause sage und schreibe 15 Spieler. Dem standen neun Neuzugänge gegenüber. Das Team aus dem Ostkreis geht als bunter, blutjunger und zusammengewürfelter Haufen in die Spielzeit 2021/22. Und dass aller Anfang schwer ist, zeigte sich am Sonntag (15. August) beim Saisonauftakt, als der SSV beim FV Cölbe gastierte und beim 1:4 kaum einen Stich sah.

Ein Gegenmittel für Cölbes Lennart Kuhn hatte sein Team nicht. Der jüngste in den Reihen des FV schnürte in Durchgang eins einen Dreierpack zum 3:1-Halbzeitstand – einen Treffer nach Foulelfmeter. Die Hausherren hätten das Ergebnis sogar noch deutlich in die Höhe schrauben können. Gute Paraden vom SSV-Keeper René Kleinmann sowie Fehlpässe und Schlampigkeit vor dem Tor verhinderten das Schützenfest.

Dennie Losekam verletzt sich

Allerdings waren auch die Gäste nicht gerade vom Glück verfolgt. Bereits nach fünf Minuten musste Sturm-Veteran und Kapitän Dennie Losekam verletzt die Segel streichen – Hendrik Schmidt trug fortan die „Binde“. Eine Entschuldigung für den enttäuschenden Spielverlauf strickte Öztürk aus dem Verlust nicht, aber der Coach gab zu: „Wegen seiner Erfahrung und seinen Qualitäten baue ich natürlich auf ihn. Er ist jemand, der viel kommuniziert und sehr positiv ist.“

Vor allem den jungen Spielern im Team helfe Losekam. Und auf die ist der SSV angewiesen. Das Team hat ein Durchschnittsalter von knapp 22 Jahren und am Sonntag (15. August) standen fünf Akteure des Jahrgangs 2003 in der Startelf. Die meisten hatte der 26-Jährige in seiner Zeit als Coach selbst trainiert und nach Hatzbach gelotst. „Die Jungs müssen sich erst einmal an die Körperlichkeit und die Schnelligkeit im Seniorenbereich gewöhnen. Das ist etwas ganz anderes als in der Jugend und die Kreisliga A ist der beste Ort, um sie heranzuführen“, befand Öztürk.

Zuversichtlicher Blick in die Zukunft

Einer seiner blutjungen Schützlinge, Veselin Slavchev, war über das Ergebnis zwar enttäuscht, blickte aber zuversichtlich in die Zukunft. „Wir hatten weniger Kondition als Cölbe und konnten das Tempo nicht so lange mitgehen. Aber wir haben unheimlich viel Potenzial. Wenn wir weiter konzentriert arbeiten, dann können wir aufsteigen.“ Sein Trainer blickte ihn nach diesem Satz mit einem verwunderten Grinsen an. Für Öztürk sei eine Endplatzierung im Mittelfeld sehr zufriedenstellend.

„Es gibt im Spielerischen und der Kommunikation auf dem Platz noch viel Luft nach oben, aber man muss der Mannschaft die Zeit geben, sich zu finden. Aber ich mag unseren Mix aus Erfahrung und Jugend“, versichert Torwart Kleinmann, mit 37 Jahren der „alte Hase“ im Team. Slavchevs Aufstiegsaspirationen teilt der Routinier jedoch nicht: „Unser Ziel sollte erst einmal der Klassenerhalt sein.“

Von Benjamin Kaiser