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Lokalsport Roman Qayumi um die SSG Blista wollen doppelt Feiern
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10:59 25.03.2022
Roman Qayumi von der SSG Blista Marburg wirft den Ball im Training der Mannschaft.
Roman Qayumi von der SSG Blista Marburg wirft den Ball im Training der Mannschaft. Quelle: Leonie Rink
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Marburg

Einen Ball zu einem gewissen Punkt zu werfen, fällt schon einigen sehenden Menschen extrem schwer. Woher wissen dann aber blinde Menschen beim Goalball, wohin sie einen Ball werfen müssen, damit dieser auf das Tor zuläuft?

Die Antwort ist ganz einfach. Hilfslinien auf dem Boden sowie ein Tor im Rücken. Doch die Linien sind nicht nur mit den Händen für die verteidigende Mannschaft wichtig, sondern auch für das angreifende Team, das die Linien durch die Schuhe hindurch spürt. Durch das Tor im Rücken wissen der Spieler oder die Spielerin, dass sie geradeaus zum gegnerischen Tor steht.

Dann rollt auch schon der Ball mit den Glocken im Inneren. Das Team der SSG Blista Marburg bereitet sich aktuell auf die erste Auflage des Super-Cups vor, die morgen in der Sporthalle des Gymnasiums Philippinum ausgespielt wird. Für dieses Turnier bereitet sich das Team mit dem Landes- und Bundestrainer Stefan Weil vor. Sogar ein Trainingslager haben die Spielerinnen und Spieler im Vorfeld absolviert. „Die Vorbereitungen laufen gut. Unser Ziel ist es jetzt, eine Medaille zu holen“, erklärt der 24-Jährige, merkte aber auch an, dass das Marburger Team nicht der erste Anwärter auf den Titel sei.

Wie funktioniert Goalball?

Die paralympische Sportart Goalball wird auf einem Spielfeld ausgespielt, auf dem sich je drei Akteurinnen und Akteure einer Mannschaft gegenüberstehen. Das Ziel des Spiels ist es, den Ball in das gegnerische Tor zu werfen. Der Klingelball, mit dem ein Tor erzielt werden kann, ist dabei 1250 Gramm schwer. Um gleiche Voraussetzungen bei allen Spielerinnen und Spielern zu schaffen, tragen alle Akteure eine sogenannte Dunkelbrille.

Aber wie kommt man eigentlich mit dem Sport Goalball in Berührung? „Für mein Abitur bin ich an die Blista gekommen. Eigentlich wollte ich immer Fußball spielen, aber die Freunde, die ich hier kennengelernt habe, wollten mit mir nur Goalball spielen. Also habe ich das mal ausprobiert“, sagt Qayumi. Seit Anfang 2016 ist er nun eine feste Säule im Bundesliga-Kader der SSG Blista. Dabei wollte der gebürtige Neustädter ursprünglich eine ganz andere Sportart ausüben: Fußball. Das hatte vermutlich auch damit zu tun, dass sein Vater in Afghanistan Fußballprofi war. Auch wenn es mit dem Fußballspielen nichts geworden ist, liege die Leidenschaft zum Sport im Allgemeinen in der Familie. „Mit 15 Jahren hatte ich noch einen Seh-Rest von zwei Prozent. Ich habe aber hobbymäßig mit Freunden Fußball gespielt und dabei auch öfter mal nicht den Ball, sondern das Schienbein getroffen“, erinnert er sich.

Doch spätestens nach seinem größten sportlichen Erfolg, bei dem er selbst beteiligt war, dem Ligapokal-Sieg 2021 sind alle Gedanken an das Fußballspielen weg. „Durch eine starke Teamleistung haben wir den Pokal geholt. Als wir das Spiel dann über die Zeit gebracht haben, sind alle Dämme gebrochen“, sagt Qayumi. Als Sieger vom Platz oder zumindest mit einer Medaille möchte das Team auch am morgigen Samstag gehen. Dann hätte Qayumi einen doppelten Grund zum Feiern, denn er wird an diesem Tag 25 Jahre alt.

Einlass für das Turnier in der Sporthalle des Gymnasiums Philippinum ist um 14 Uhr. Im ersten Halbfinale trifft der RGC Hansa aus Rostock um 14.30 Uhr auf den BVSV Nürnberg, um 15.40 Uhr fordern die Gastgeber der SSG Blista Marburg die Füchse Berlin. Das Spiel um Platz drei der beiden Verlierer der Halbfinals startet um 17.15 Uhr, ehe um 18.45 Uhr das Finale ausgespielt wird.

Eintrittskarten für den Super-Cup werden morgen auch noch an der Kasse erhältlich sein. Die Veranstaltung findet unter der 3G-Regel statt.

Von Leonie Rink