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13:58 25.09.2021
David Immel (dunkles Trikot, hier in einem Testspiel gegen die FSG Südkreis) scheut keinen Zweikampf. Vor allem glänzt der 25-Jährige bei der SG Nordkreis aber als Torjäger.
David Immel (dunkles Trikot, hier in einem Testspiel gegen die FSG Südkreis) scheut keinen Zweikampf. Vor allem glänzt der 25-Jährige bei der SG Nordkreis aber als Torjäger. Quelle: Archivfotos: Nadine Weigel, Stefan Weisbrod
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Wollmar

Gut in Form ist seine Mannschaft – da widerspricht Giovanni Liuzza nicht. Und ein Kandidat für den Aufstieg? An dieser Stelle bremst der Trainer der SG Nordkreis sofort: „Wir sind jetzt Zweiter, das freut uns. Aber das ist eine Momentaufnahme.“

Beachtlich ist der Lauf der Spielgemeinschaft aus Treisbach, Simtshausen, Ober- und Niederasphe und Wollmar im Norden des Landkreises Marburg-Biedenkopf sowie dem Battenberger Stadtteil Frohnhausen aber allemal: Nur zwei Punkte waren in der Frankenberger Kreisliga A nach drei Spielen auf dem Konto, seitdem kamen zwölf hinzu, wurde in der SG Hatzfeld/Eifa unter anderem die einzige Mannschaft, die aktuell noch vor der Nordkreis-Elf platziert ist, mit 4:2 bezwungen.

„In unserer Klasse können wir gegen jeden Gegner gewinnen, aber auch gegen jeden verlieren“, meint der Coach. Einen Selbstläufer erwartet er daher auch in der Partie am Sonntag (15 Uhr) in Frohnhausen gegen Schlusslicht TSV Haubern nicht: „Natürlich ist ein Sieg das Ziel. Das ist in jedem Spiel so. Aber dafür werden wir auch in diesem Spiel alles reinwerfen müssen.“

Eigentlich, sagt Liuzza, lege er besonderen Wert auf die Defensive. „Mit dieser Mannschaft kann man aber offensiv spielen“, erklärt er, verweist auf „gute schnelle Außen“ – und zudem hat er im Angriff einen Mann, der derzeit in bestechender Form ist: David Immel hat bei sechs Einsätzen bereits elf Tore erzielt. „Natürlich“ sei es „ein Faktor“, dass der 25-Jährige trifft, aber nicht nur deshalb sei er wichtig: „Er macht auch viel nach hinten, scheut keinen Zweikampf. Er ist im Training sehr ehrgeizig und ein Vorbild, gerade für die Jüngeren.“

Von denen gibt es einige in der Mannschaft – Liuzza macht es „viel Spaß, mit diesem Team zu arbeiten“, auch die Zusammenarbeit mit Co-Trainer Maximilian Lenz sowie den Verantwortlichen der beteiligten Vereine klappe sehr gut. Dass er sich vor der Saison für die SG (deren vorheriger Coach Ulrich Brunet zum FSV Buchenau gewechselt ist) und gegen andere Clubs entschieden hat, bereut er daher nicht.

Überhaupt ist das Engagement für ihn eine Herzensangelegenheit, hatte er doch schon bis 2015 viele Jahre die damalige SG Wollmar/Frohnhausen gecoacht, spielte mit ihr einmal – 2006 – in der Relegation um den Sprung in die damalige Bezirksliga, unterlag im entscheidenden Spiel mit 1:3 bei der FSG Südkreis. Trotz der Niederlage schwärmt er davon: „Da waren mehr als 1 000 Zuschauer, so eine Atmosphäre gibt es im Amateurfußball selten. Es war ein würdiger Abschluss einer tollen Saison und ein tolles Erlebnis, auch wenn es für den Aufstieg nicht gereicht hat.“

Relegation oder Aufstiegsrunde gibt es in der aktuellen Saison nicht. Nur der jeweils Erste der Frankenberger, der Marburger und der Biedenkopfer Kreisliga A steigen in die Kreisoberliga auf. Kein Thema ist das für Liuzza, trotz der Ausgeglichenheit der Spielklasse: „Wir haben einen sehr knappen Erste-Mannschafts-Kader, da sind andere Teams uns ein Stück voraus.“ Sollte am Ende eine Platzierung „zwischen fünf und sieben“ herausspringen, sagt der Battenberger, wäre das für ihn „vollkommen in Ordnung“.

Von Stefan Weisbrod