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Lokalsport Der erste Aufstieg in die Kreisoberliga
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13:56 01.07.2020
Yanik Berberich bleibt der Spielgemeinschaft kommende Saison als Torjäger vom Dienst erhalten, allerdings nicht mehr als Co-Trainer. Quelle: Foto: Jens Schmidt
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Dernbach

Da wegen der Coronavirus-Pandemie seit Mitte März kein Fußball gespielt werden konnte, sorgten die Fußballer der Spielgemeinschaft Dernbach/Wommelshausen kurzerhand selbst dafür, dass keine Langeweile aufkam:

Mit dem Verkauf sogenannter Geisterspieltickets hatten Anhänger die Chance, die Kombinierten zu unterstützen – ebenso mit dem Erwerb eines eigens designten Mund-Nasen-Schutzes samt SG-Wappen.

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Beim Premium-Partner halfen Spieler aus, Einkaufswagen zu desinfizieren. „Zudem haben wir interne Challenges veranstaltet wie den Ball hochhalten oder Fitnessübungen“, erzählt der Spielausschuss-Vorsitzende Lars Hinter im OP-Gespräch. „Alles, um die Jungs bei Laune zu halten.“

Spätestens seitdem feststeht, dass die Amateurfußballsaison in Hessen abgebrochen wird, ist die Laune ohnehin bestens bei der Spielgemeinschaft des SV Dernbach und RSV Wommelshausen. Denn als Meister der Kreisliga A Biedenkopf steigt das Team erstmals seit dem Zusammenschluss beider Vereine 2002 in die Kreisoberliga Nord auf – dank des besten Punkteschnitts (2,4), Angriffs (52 Tore in 15 Spielen) und der Abwehr (20 Gegentore). „Klar ist das Zustandekommen der Meisterschaft anders, man freut sich nicht wie üblich“, gesteht Hinter angesichts des abrupten Endes der Spielserie.

Die „Belohnung für unsere Entwicklung“

Doch der 37-Jährige sieht den Aufstieg als „Belohnung für unsere Entwicklung seit vergangenem Sommer“ – und auch Dernbachs Vorsitzender Jonas Mankel stellt fest: „In den vergangenen zwei Jahren ist auch um die Mannschaft herum viel in Bewegung gekommen.“

Spielertrainer Benjamin Bender und dessen spielender „Co“ Yanik Berberich „haben vor der Saison vieles umgestellt – Trainingslager, Spielsystem, Trainingsgestaltung“, verrät Hinter. Scheiterte die Elf aus den Bad Endbacher Ortsteilen in der Spielzeit 2012/2013 noch als Dritter der Relegation gegen den FV Cölbe, VfB Holzhausen und TSV Gemünden am Klassensprung, so gelang es diesmal ohne Umweg – passend zum 100-jährigen Jubiläum des RSV Wommelshausen und ein Jahr nach dem 100-jährigen Bestehen des SV Dernbach.

Drei Neuzugänge stehen fest

Für die kommende Runde stehen in Dominik Pfeiffer (FV Breidenbach), Fabian Staus (SSV Bottenhorn) und Keeper Norman Boos (SSV Endbach/Günterod) bereits drei Zugänge fest. „Mit dem jetzigen Kader sind wir schon sehr zufrieden“, sagt Hinter, verfüge man in Bender, Pfeiffer, Berberich und Stefan Rink doch über genügend Spieler mit Erfahrung aus höheren Spielklassen. „Fast jede Position ist doppelt besetzt. Drei, vier Zugänge sind deshalb unrealistisch“, sagt Hinter, der weitere Verpflichtungen aber nicht gänzlich ausschließen will.

Gerade mit A-Liga-Torschützenkönig Berberich (22 Treffer) hat die SG einen Spieler in ihren Reihen, der seine Qualitäten unlängst beim FV Breidenbach in der Verbandsliga Mitte unter Beweis gestellt hat. Wie Bender, der bereits im Winter verlängert hat, bleibt auch Berberich über die Saison hinaus – aus privaten Gründen allerdings nur als Spieler. Bei der Suche nach einem neuen Co-Trainer befinde man sich „in Gesprächen“, lässt Hinter durchblicken. Ohnehin könne es in der Premierensaison in der Kreisoberliga „nur ein Ziel als Aufsteiger“ (Hinter) geben: den Klassenerhalt. „Wir hoffen natürlich darauf, die Euphorie mitnehmen zu können“, sagt der 37-Jährige.

Von Marcello Di Cicco