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Lokalsport Im Viertelfinale kommt es zum Stadtderby
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08:58 24.07.2021
Schon unter dem bisherigen Trainer Manuel Rasiejewski (rechts) nahm Sascha Nahrgang (Mitte) auf der Trainerbank der Blau-Gelben Platz – bisher nur als Sportlicher Leiter. Seit dieser Spielzeit teilt er sich mit „Momo“ Jauernick den Posten des Cheftrainers.
Schon unter dem bisherigen Trainer Manuel Rasiejewski (rechts) nahm Sascha Nahrgang (Mitte) auf der Trainerbank der Blau-Gelben Platz – bisher nur als Sportlicher Leiter. Seit dieser Spielzeit teilt er sich mit „Momo“ Jauernick den Posten des Cheftrainers. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Vor etwas mehr als einem Jahr füllte Sascha Nahrgang die Lücke, die Maurice Jauernick hinterlassen hatte. Seit diesem Sommer bilden beide das Trainerduo beim Fußball-Verbandsligisten Sportfreunde Blau-Gelb Marburg, teilen sich zudem die Sportliche Leitung, die Nahrgang seit Februar 2020 innehatte. „Wir arbeiten Hand in Hand, und das läuft einwandfrei“, erzählt Nahrgang, dessen Vorgänger im Amt des Sportlichen Leiters Jauernick war. Und mehr noch: „,Momo’ ist ein Urgestein, er trägt den Verein im Herzen“, sagt der 34-jährige Nahrgang über Jauernick.

Mit den SF BG treffen beide an diesem Samstag (14 Uhr) auf dem Kunstrasenplatz am Zwetschenweg im Viertelfinale des Marburger Kreispokals auf Verbandsligakonkurrent und Stadtrivale VfB Marburg. Nicht nur im Jugendbereich, auch bei den Senioren kann der Verein vom Zwetschenweg dem VfB seit einigen Jahren zunehmend das Wasser reichen, dennoch meint Nahrgang: „Was die – auch finanziellen – Voraussetzungen angeht, ist der VfB noch eine andere Nummer.“ Während die Blau-Gelben einen einstelligen Tabellenplatz als Saisonziel anvisieren, hat sich der VfB Marburg den Hessenliga-Aufstieg auf die Fahnen geschrieben (die OP berichtete am Donnerstag).

Hessenliga und VfB Marburg – vor einigen Jahren war dies für Nahrgang sportlicher Alltag. Von 2009 bis 2014 trainierte der gebürtige Fronhäuser Jugendteams der Marburger. Von einer „tollen Zeit“ mit „super Erfahrungen“ spricht er heute. Und er ist den seinerzeit Verantwortlichen, Dieter Borufka und Ludwig Hoß, „extrem dankbar“, dass er als U-16-Cheftrainer beginnen durfte, obwohl er keine Trainer-Lizenz hatte.

Nach seinen ersten Trainerjobs an der Gisselberger Straße zog es den Angestellten in den Seniorenbereich: über den VfB Wetter, den SV Bauerbach – bei dem er Trainer und Sportlicher Leiter war – und den FV Wehrda hin zu den Sportfreunden Blau-Gelb. „Es bestand loser Kontakt, man kannte sich. Ich wohne ja ganz in der Nähe“, erzählt Nahrgang, der nach den Gesprächen mit dem stellvertretenden Abteilungsleiter Jan-Peter Troeltsch und Spielausschuss-Obmann Jürgen Gaßmann zusagte, denn: „Die Aufgabe war reizvoll. Der Verein macht eine tolle Jugendarbeit, und ich kannte ja auch schon einige junge Spieler.“ Die Ausbildung des Nachwuchses liegt dem 34-jährigen Familienvater seit jeher am Herzen.

Am Wochenende zählt aber zunächst der kurzfristige Erfolg. Auch wenn die Vorzeichen dafür nicht allzu gut stehen. „Wir haben noch einige Corona-Geimpfte, Urlauber und Angeschlagene in unseren Reihen“, sagt Nahrgang, der sicher auf Dominik Karge, Sascha Huhn und Daniel Bepperling verzichten muss. Doch klar ist auch: „Es gibt eine gewisse Sehnsucht nach dem Hessenpokal.“ In dem Wettbewerb trafen die SF BG vor einigen Jahren auf Drittligist SV Wehen Wiesbaden. „Davon erzählt man sich im Verein noch immer.“

Kreispokal Marburg, Viertelfinale: SF BG Marburg – VfB Marburg (Sa., 14 Uhr), VfL Dreihausen – FSV Schröck (Sa., 15.30 Uhr), FV Wehrda – VfB Wetter (Sa., 17 Uhr), TSV Kirchhain – SV Bauerbach (So., 15.30 Uhr).

Artur Besel fällt beim VfB Marburg die nächsten Monate aus

VfB Marburgs Trainer Steffen Rechner macht keinen Hehl daraus, dass er in den Hessenpokal will. Dafür müssen die „Schimmelreiter“ den Kreispokal gewinnen – „und dafür müssen wir eben auch Blau-Gelb aus dem Weg räumen“, sieht es Rechner nüchtern. Wenngleich der VfB-Coach gesteht, dass es sich beim Stadtderby um ein „besonderes Spiel“ handelt – auch wenn es womöglich wegen der langen Corona-Zwangspause noch keine so große Aussagekraft über das tatsäche Leistungspotenzial beider Teams zulasse. „Aber es ist ein guter Test. Wir gehen selbstbewusst ins Spiel, wollen es kontrollieren“, sagt Rechner, der selbst eine positive Bilanz als Spieler gegen die Sportfreunde habe. Wobei zu seiner aktiven Zeit beide Vereine seltener in derselben Liga spielten. „Man muss den Blau-Gelben ein Kompliment dafür aussprechen, dass sie seit einigen Jahren ununterbrochen in der Verbandsliga spielen“, lobt Rechner.

Verzichten muss der Trainer auf Artur Besel, der nach einer Operation infolge einer Meniskusverletzung „wenn es gut läuft im November, vielleicht schon im Oktober“ zurückkehrt. Wenngleich einige Spieler über muskuläre Probleme klagen – an Offensivoptionen dürfte es nicht mangeln. Zumal Rechner seit dieser Spielzeit in Manuel Brehm und Andreas Schoch zwei Topstürmer zur Verfügung stehen. Ob beide gegen den Stadtrivalen gemeinsam auflaufen? „Könnte sein“, will sich Rechner nicht in die Karten schauen lassen. Nur so viel: „Beide haben bisher einen guten Eindruck hinterlassen. Und wenn beide fit sind, sind sie immer Kandidaten für die Startelf.“ mdc

Von Marcello Di Cicco