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Lokalsport Sportfreunde sind in Tabelle abgerutscht
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09:55 18.01.2020
SF BG Marburgs David Moreno im Zweikampf mit VfB Marburgs Fabian Schmidt. Foto: Stefan Tschersich
Auf Stammspieler wie David Moreno (vorne gegen VfB Marburgs Fabian Schmidt) mussten die Blau-­Gelben in der Hinrunde oft verzichten.  Quelle: Stefan Tschersich
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Marburg

Die SF BG Marburg standen am vierten und fünften Spieltag an der Tabellenspitze der Verbandsliga Mitte. Mittlerweile ist der Abstand zu den Abstiegsrängen auf drei Punkte geschmolzen. Doch in der Restrunde wollen die Blau-Gelben das Polster wieder ausbauen.

Vom Kader hatten die SF BG Marburg vor Saisonbeginn einen Aderlass zu bewältigen. Leistungsträger der vorherigen Runde wie Jonas Herberg, Matthias Pape, Hiroto Tochihara sowie Florian Eidam wechselten zu Hessenligisten, in Ingo Czyrzewski und Milano Michel verließen zwei Stürmer den Verein, Robert Trappmann und Thorsten Gantenberg gingen kurz nach Saisonbeginn. Zudem fehlten nach wenigen Spieltagen Markus Renner und Finn Busmann wegen studiumsbedingten Auslandsaufenthalten. Weitere Akteure wie Maurice Ullmann und Mehmet Kocak waren durch Verletzungen außer Gefecht gesetzt.

Der Start in die Verbandsligasaison 2019/2020 verlief für die Sportfreunde aber angesichts der Abgänge wider Erwarten fast traumhaft. Nach fünf Siegen in Folge stand das Team an der Tabellenspitze, auch das Unentschieden beim titelambitionierten Zeilsheim war als großer Erfolg zu werten. „Viele haben da gedacht, es geht so weiter. Für mich war es da schon eine schöne Momentaufnahme. Sicher hätten wir uns gerne länger an einer Erfolgsserie erfreut, aber es war nicht zu machen“, sagt SF-BG-Coach Manuel Rasiejewki.

Gruppenliga Gießen/Marburg

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Der Faden riss im „verflixten“ siebten Spiel mit dem 1:2 gegen Eltville durch einen späten Gegentreffer. Viel mehr als die Niederlage schmerzte aber die schwere Schulterverletzung des Mittelfeldmotors Clemens Haberzettl nach einem Foulspiel. Der Kapitän fiel für sechs Monate aus. „Clemens ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann. Sein Ausfall tat uns richtig weh.“

Vor allem vor heimischen Publikum lief es nicht mehr. Nach Eltville gab es sechs Niederlagen in Folge am Zwetschenweg. „Ob zu Hause oder auswärts spielte aber bei den Niederlagen keine Rolle. Da lief viel zusammen und oft fehlte uns einfach das Matchglück“, sagt Rasiejewski. In den Auswärtsspielen „zeigten wir phasenweise, was wir können“ – so gab es Siege in Schwanheim (7:3) und beim damaligen Spitzenreiter FC Gießen II (2:1). Das Verletzungspech blieb den Blau-Gelben hingegen treu.

Stammspieler wie Jean Michel Kleemann, David Moreno, Maximilian Eidam und Nils Klug fielen wochenlang aus. Rasiejewski griff zunehmend auf A-Jugend-Spieler zurück („und sie machten ihre Sache sehr ordentlich“) und setzte sich sogar selbst auf die Auswechselbank. Und einige Male musste sogar das Training ausfallen, da nicht genügend einsatzfähige Spieler zur Verfügung standen. Im November merkte man deutlich, dass „die Mannschaft am Stock geht“ und quasi „um die Winterpause bettelte“, sagt „Rasie“.

Bei der Sportlichen Leitung der SF BG Marburg ist man mit dem Auftreten insgesamt „relativ zufrieden, auch wenn die Ergebnisse zum Schluss nicht gestimmt haben. Dass unser Verletzungspech dazu beitrug, ist signifikant. Anfangs konnten wir dies noch in der Breite kompensieren“, sagt Jan-Peter Troeltsch. Am Trainergespann gäbe es nichts auszusetzen. „Ob Einstellung oder Trainingsinhalte, da stimmt alles – die Trainer haben unser absolutes Vertrauen.“ Für die Restrunde, die am 1. März mit der Begegnung beim SC Waldgirmes II beginnt, haben sich Trainer und Mannschaft vorgenommen, schnell „ein paar Punkte zu holen, um den Abstand zu den Abstiegsrängen auszubauen.“

Bei Blau-Gelb ist man in dieser Hinsicht guter Dinge, unter anderem weil der Kader mit den dann wieder fitten oder zurückgekehrten Spielern ein „anderes Gesicht“ (Rasiejewski) mit „richtig Potenzial“ (Troeltsch) haben wird. Eventuell wird noch ein zweiter Torwart verpflichtet, da der ursprünglich vorgesehene zweite Keeper hinter Marius Gärtner Mitte der Saison abgesprungen war.

von Michael Seehusen