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Lokalsport Rasiejewski setzt auf die jungen Wilden
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16:00 20.07.2019
Marburgs Trainer Manuel Rasiejewski (vorne) blickt trotz einiger hochkarätiger Abgänge zuversichtlich in die neue Saison. Quelle: Archivfoto
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Marburg

Ende Dezember des vergangenen Jahres übernahm Manuel Rasiejewski das Haupttraineramt bei den SF BG Marburg von Jan Eberling, der Vaterfreuden entgegen sah. An ein „paar Sachen“ wollte Rasiejewski „drehen“, so etwa aus dem Spiel heraus variabler zu werden, „und dies hat zwar nicht immer, aber insgesamt ganz gut geklappt“.

Für die Restrunde nach der Winterpause wollte er mit seiner Mannschaft „mehr Spiele gewinnen als verlieren, dieses Ziel ist aufgegangen. Die Jungs haben ihre Sache gut gemacht“. Die SF BG Marburg beendeten die Saison 2018/19 schließlich auf dem siebten Tabellenplatz.

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Nach Saisonende verließen indes sieben Spieler den Verein, darunter der beste Torschütze Matthias Pape (13 Tore) und die Abwehrrecken Jonas Herberg, Anton Jencik und Hiroto Tochihara. „Natürlich tun uns die Abgänge weh, aber ich denke, wir haben dies ganz gut aufgefangen“, sagt Rasiejewski mit Blick auf den Kader für die kommende Saison.

Feuereifer und Engagement junger Spieler

„Den personellen Umbruch müssen wir hinnehmen, im Schnitt ein Offensivtor pro Spiel nach Standards wird es wohl auch nicht mehr geben. Die verlorene Qualität wird aber durch den Feuereifer und das Engagement der jungen Spieler kompensiert“, ergänzt Jan-Peter Troeltsch von der Sportlichen Leitung, die er zusammen mit Jürgen Gaßmann führt.

„Rückkehrer“ Tomi Pilinger soll im Sturm für Gefahr sorgen, Dominik Karge den Part von ­Pape übernehmen. Hinzu kamen auch einige Spieler aus der A-Jugend der Sportfreunde sowie Leistungsträger aus unteren Klassen. Mit Hendrik Culmsee steht sogar ein Akteur im Kader, der noch in der A-Jugend spielen könnte.

„Natürlich müssen sich die jungen ‚Neuen‘ an das Tempo in der Verbandsliga erst gewöhnen und lernen, wie wir unser Spiel ‚denken‘. Aber sie sind da schon auf einem guten Weg“, sagt Rasiejewski. 26 Spieler umfasst der Verbandsliga-Kader momentan. „Die Arbeit mit dem großen Kader klappt ganz gut. Und die Größe war durchaus beabsichtigt, nach den Erfahrungen im vergangenen Winter“, so Rasiejewski.

Senioren-Kader und A-Jugend trainierten zusammen

Weil damals der Senioren-Kader recht „ausgedünnt“ war, tat man sich im Training mit der A-Jugend zusammen. Was mehr aus der Not heraus geschah, entwickelte sich schnell zur Tugend.

Einige A-Jugend-Spieler kamen in der Endphase der vergangenen Saison noch zu ihrer „Feuertaufe“ in der Verbandsliga, als Ausdruck der „Verzahnung“ mit dem Jugendbereich ist auch die Aufnahme von Kristof Kühn in das Trainerteam der Seniorenmannschaft mit Rasiejewski und Kevin Kaguah sowie Torwarttrainer Alessandro Casella zu sehen.

In der Anfangsphase der Vorbereitung der Saison 2019/2020 legten die Trainer besonderen Wert auf den konditionellen Bereich, ehe an Feinheiten wie etwa den Standardsituationen gearbeitet wurde. 

Mit den Ergebnissen und Leistungen in den Testspielen sowohl gegen höher- als auch unterklassige Verein ist Rasiejewski „im Großen und Ganzen zufrieden. Wichtiger als die Ergebnisse ist es mir indes, dass die Mannschaft gezeigt hat, was wir spielen wollen und können.“ Für Jan-Peter Troeltsch bietet die bisherige Vorbereitung Anlass zu „verhaltenem“ Optimismus: „Da ist das Engagement des Trainerteams zu loben.“

Keine klare Zielvorgabe

Die Verbandsliga 2019/2020 sieht der SF-BG-Coach als „relativ ausgeglichen“ an – „Vollgas müssen wir ohnehin immer geben“. Eine Mannschaft, die in der aktuellen Spielzeit eventuell die Rolle des FSV Fernwald in der vergangenen Runde einnehmen könne, sei der SV Zeilsheim. Rasiejewski möchte momentan noch „kein großes Ziel“ ausgeben.

„Gerade nach den Abgängen will ich unser Ziel nicht mit einem Tabellenplatz beziffern, das kommt dann eventuell in der Winterpause.“ Ähnlich sieht es auch der Sportliche Leiter: „Die Jungs sollen ohne großen Druck arbeiten, damit sie gut Fußball spielen können. Die Ergebnisse kommen dann von allein. Und die Zuschauer am Zwetschenweg sollen attraktive Spiele ihrer Mannschaft sehen. Absteigen wollen wir natürlich nicht, sondern möglichst schnell Punkte für den Klassenerhalt sammeln.“

Zum Saisonauftakt spielen die SF BG Marburg am 28. Juli gegen Waldgirmes II und am 4. August beim RSV Weyer – zwei Aufsteiger also. „Auf den ersten Blick könnte dies den Eindruck eines leichten Einstiegs erwecken. Dies sehe ich aber nicht so: Bei Waldgirmes II weiß man nicht, was von ‚oben‘ kommt – und bei Weyers wird bei deren ersten Heimspiel ordentlich was los sein“, blickt Rasiejewski voraus.

von Michael Seehusen