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Lokalsport SF BG Blista schaffen ihr Wunschziel
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15:58 13.08.2019
Taime Kuttig (links, hier im Hinspiel gegen Dortmunds Sergey Manzhos) erzielte für die SF BG Blista Marburg im Rückspiel das wichtige Siegtor gegen die Borussen.  Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Nach dem letzten Gruppenspieltag der aktuellen Saison der Bundesliga am vergangenen Wochenende in Stuttgart hatte die Blindenfußball-Mannschaft der SF BG Blista Marburg ihr Wunschziel erreicht. Nach insgesamt zehn Spielen belegte sie den zweiten Platz, womit sie in das Finale um die Deutsche Meisterschaft einzog, das am 31. August beim „Final-Spieltag“ in Saarbrücken stattfindet. Der Gegner dort ist der FC St. Pauli, der nach der Gruppenphase die Spitzenposition in der Tabelle einnimmt.

„Dass wir das Finale erreicht haben, ist wirklich großartig – auch angesichts der vielen Ausfälle, die wir während der Saison hatten. Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft“, sagte Marburgs Coach Manfred Duensing.

Bereits das erste Spiel der SF BG Blista am Samstag gegen Borussia Dortmund hatte vorentscheidenden Charakter. Die Borussen traten ohne ihre beiden russischen Nationalspieler Andrey Tikhonov und Sergey Manzhos an, wodurch Marburg auch seinen „Matchplan“ umwerfen musste.

Zudem erschwerte Regen die Hörbarkeit des Balles. Dortmund hätte ein Punkt gereicht und versuchte, seinen Punktevorsprung zu verteidigen. Marburg bewahrte aber die Ruhe. Im zweiten Abschnitt hatte Marburgs Taime Kuttig zunächst zweimal die Führung auf dem Fuß, im dritten Versuch erzielte er mit einem Freistoß den erlösenden 1:0-Siegtreffer (35.). Den Vorsprung sicherte die Abwehr um Thomas Horn und Torwart Sebastian Themel.

Pascal Tödter ins „kalte Wasser“ geworfen

Die Begegnung gegen Schalke 04 wurde zu einer klaren Sache für die Lahnstädter – auch ohne Kuttig, der sich gegen Dortmund eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen hatte. „Im Finale wird er aber wieder fit sein“, sagte Duensing. So wurde Pascal Tödter ins „kalte Wasser“ geworfen, machte seine Sache aber stark. Mit einem Doppelschlag in der sechsten und siebten Minute stellte Alican Pektas die Weichen früh auf Sieg. Nach dem 2:0 legte Pektas noch drei Treffer zum 5:0-Erfolg gegen die „Königsblauen“ nach.

Am Sonntag gegen den FC St. Pauli hätte Marburg die Finalteilnahme bereits perfekt machen können. Doch die „Kiezkicker“ machten keine Geschenke. „Sie traten in Bestbesetzung an und machten ernst“, so Duensing. Überragend spielte dabei St. Paulis Jonathan Tönsing auf, der drei Treffer erzielte, Paul Ruge steuerte ein viertes Tor bei.

Im zweiten Abschnitt gelang Pektas immerhin noch der „Ehrentreffer“. Die Hanseaten mussten zwar mit dem 1:1 gegen Schalke und 1:1 gegen Stuttgart noch die ersten Punktverluste hinnehmen, belegten aber souverän Platz eins.

Auch Stuttgart musste "Matchplan" ändern

Zum „Showdown“ um Platz zwei kam es in der Abschlussbegegnung zwischen Dortmund und MTV Stuttgart, die das Marburger Team gespannt verfolgte. Die Dortmunder mussten für Platz zwei und die Finalteilnahme unbedingt gewinnen. Und siehe da: Kurz vor Spielbeginn tauchten die beiden russischen Nationalspieler im offiziellen Meldebogen auf.

So war auch Stuttgart gezwungen, seinen „Matchplan“ zu ändern. „Es entwickelte sich ein nickliges bis hässliches Spiel“, schilderte Duensing seine Eindrücke. Mit einem Acht-Meter-Tor kurz vor der Pause leistete Stuttgart den Marburgern erfolgreich Schützenhilfe für den Finaleinzug.

In Saarbrücken kommt es nun am 31. August zur Wiederauflage des Endspiels um die Deutsche Meisterschaft von 2017. Damals gewannen die Hamburger mit 3:2 gegen Marburg. In dieser Saison verlor Marburg das Hinspiel gegen St. Pauli nur knapp mit 0:1. „Wir können St. Pauli Paroli bieten, auch wenn es nach der überragende Gruppenphase klarer Favorit ist“, sagt Duensing.

„Wir wollen das Finale gewinnen und unseren fünften Titel holen.“ Marburgs Trainer sieht gute Chancen, den Finalgegner „nachhaltig“ zu ärgern und das „unmöglich Erscheinende möglich zu machen“. Im Training soll an den Feinheiten gearbeitet werden, „um St. Pauli zu knacken“. Am Finalspieltag entscheidet sich nicht nur der Kampf um die Meisterkrone, auch der Wettstreit um den erfolgreichsten Torschützen wird dort wohl entschieden werden. Momentan stehen Marburgs Pektas und St. Paulis Tönsing mit je 16 Treffern an der Spitze.

von Michael Seehusen

Bundesliga

SF BG Blista Marburg - Borussia Dortmund 1:0
MTV Stuttgart - SG FC Viktoria Berlin/PSV Köln 0:0
FC Schalke 04 - FC St. Pauli 1:1
Borussia Dortmund - SG FC Viktoria Berlin/PSV Köln 2:0
FC St. Pauli - MTV Stuttgart 1:1
FC Schalke 04 - SF BG Blista Marburg 0:5
FC St. Pauli - SF BG Blista Marburg 4:1
FC Schalke 04 - SG FC Viktoria Berlin/PSV Köln 9:0
Borussia Dortmund - MTV Stuttgart 0:1
Abschlusstabelle

1. FC St. Pauli 10 33:3 26
2. SF BG Blista Marburg 10 27:8 19
3. Borussia Dortmund 10 14:9 18
4. FC Schalke 04 10 20:15 11
5. MTV Stuttgart 10 13:9 10
6. SG Berlin/PSV Köln 10 0:63 1

Platzierungsspiele am Final-Spieltag (31. August) in Saarbrücken:
Spiel um Platz fünf: MTV Stuttgart - SG FC Viktoria Berlin/PSV Köln (10 Uhr).
Spiel um Platz drei: Borussia Dortmund - FC Schalke 04 (13 Uhr).
Spiel um Platz eins: FC St. Pauli - Sportfreunde Blau-Gelb Blista Marburg (16 Uhr).