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Lokalsport Ein Finale zur Unzeit
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09:58 24.07.2021
Eine Szene aus der vergangenen Saison: Gladenbachs Jan Kuhlmann spielt artistisch den Ball.
Eine Szene aus der vergangenen Saison: Gladenbachs Jan Kuhlmann spielt artistisch den Ball. Quelle: ARCHIVFOTO: Tobias Hirsch
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Biedenkopf

Am diesem Samstag (15 Uhr) trifft der VfL Biedenkopf im Finale des Biedenkopfer Kreispokals vor heimischer Kulisse auf den SC Gladenbach. Im Interview mit der OP hat Gladenbachs Coach Nils Waldschmidt unter anderem über die personelle Lage des GSC vor der Partie sowie über einen möglichen Aufstieg in die Gruppenliga gesprochen.

Herr Waldschmidt, wie finden Sie es, dass so früh in der Saison ein Highlight wie das Kreispokalfinale ausgespielt wird?

Es ist gar nicht gut. Ich habe mich schon ein bisschen über die Ansetzung geärgert, weil wir überhaupt nicht geplant haben, so früh schon ein Pflichtspiel zu bestreiten. Wir sind eigentlich noch gar nicht spielfähig. Und da ist es einfach ärgerlich, solch ein Highlight wie ein Pokalfinale zu einem sehr, sehr ungünstigen Zeitpunkt zu spielen. Ich will nicht jammern, weil es anderen Mannschaften genauso geht, aber das Spiel ist mitten in der Urlaubszeit. Es gibt Leute, die noch geimpft werden. Wie es auch in dieser Phase der Vorbereitung normal ist, sind wir noch nicht spritzig und nichts. Dieses Finale kommt zu einer Unzeit.

Wie schätzen Sie die Chance Ihrer Mannschaft gegen einen klassenhöheren Verein ein?

Ich würde behaupten, dass wir als klarer Außenseiter ins Spiel gehen. Zumal mir in Niklas Schöck, Moritz Happel, Leon Hebold, Alexander Hahn und Marco Schott fünf Schlüsselspieler fehlen. Dazu habe ich noch drei Spieler, die geimpft sind oder geimpft werden, bei denen noch nicht sicher ist, ob sie fit werden. Ich muss auf Samstagmorgen und die Rückmeldung von den Geimpften warten. Wenn wir ein Testspiel hätten, wäre es überhaupt kein Problem, weil ich genügend Spieler habe. Aber im Pokalfinale will man am liebsten auf die Besten zurückgreifen können, und das ist leider nicht der Fall. Aber ich kann versprechen, dass wir in irgendeiner Weise elf gesunde Spieler auf dem Platz und auch noch ein paar auf der Ersatzbank haben werden, die sich alle komplett zerreißen werden, um den Pokal nach Gladenbach zu holen. Aber es fehlt an Qualität, wenn fünf wichtige Stammspieler fehlen.

Wie ist Ihr Team in die Vorbereitung gestartet?

Wir sind am 22. Juni mit dem Mannschaftstraining eingestiegen, weil unsere Runde erst am 15. August startet. In der Corona-Zeit haben wir alles Mögliche versucht: also Einzeltraining oder in Zweiergruppen, um beschäftigt zu sein und mal rauszukommen und um mal ein bisschen mit dem Ball zu arbeiten oder um ein gewisses Fitness-Level zu halten. Aber das ersetzt niemals Mannschaftstraining. Wir sind jetzt ungefähr seit dreieinhalb Wochen in der Vorbereitung. Dies hat den Hintergrund, dass unsere Runde erst im August beginnt. Eine zu lange Vorbereitung wäre unsinnig, weil man nicht wirklich etwas aufbauen kann. Außerdem ist irgendwann die Luft raus, und deswegen habe ich auch keine Rücksicht auf den Pokal genommen. Ich habe von Anfang an gesagt, dass wir es als Freundschaftsspiel mit Wettkampfcharakter nehmen, und von daher blieb unser Fokus voll darauf, Mitte August fit zu sein.

Apropos neue Saison: Ist Ihrer Mannschaft in der Kreisoberliga Nord zuzutrauen, den Aufstieg in die Gruppenliga Gießen/Marburg zu schaffen?

Da wir in dieser Saison ein anderes Spielmodell haben, ist es erstmal unser Ziel, in der Hinrunde unter die ersten sechs Mannschaften zu kommen, weil die ersten sechs Teams der Kreisoberliga Nord in die Aufstiegsrunde kommen. Von daher setzen wir uns mit einem Thema ,möglicher Aufstieg’ noch gar nicht auseinander, sondern wir wollen erstmal sehen – und das ist ein klares Ziel –, dass wir unter die ersten sechs Mannschaften kommen.

Von Leonie Rink