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Lokalsport Roberto Pozzi brennt auch mit 36 noch für den Fußball
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15:00 18.03.2022
Mit 25 Treffern führt Sindersfelds Roberto Pozzi (rechts, hier im Spiel gegen den TSV Kirchhain II) die Torjägerliste in der Kreisliga B Marburg 1 an.
Mit 25 Treffern führt Sindersfelds Roberto Pozzi (rechts, hier im Spiel gegen den TSV Kirchhain II) die Torjägerliste in der Kreisliga B Marburg 1 an. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

So sehen Stürmer aus! Sein Name klingt wie Musik: Roberto Pozzi. Sein Vater war Italiener und seine kürzlich verstorbene Mutter stammte aus dem damaligen Jugoslawien. Doch wer das Gefühl hat, der knapp 1,90 Meter große Schlaks habe sein Leben lang nur Fußball gespielt, hat nur bedingt recht. Denn der hat bisher tatsächlich keine andere Sportart ausgeübt, allerdings ist er als Zwölfjähriger erst relativ spät ins „Showgeschäft“ eingestiegen.

Seinerzeit beginnt der inzwischen 36-Jährige das Fußballspielen in der E-Jugend des VfB Marburg, durchläuft alle Jugendklassen und stößt über die zweite Mannschaft des VfB schließlich zur „Ersten“. Dort setzt er seine Akzente, ehe er nach einem Intermezzo bei der Spielvereinigung Hassenhausen seine Schuhe schnürt und wieder den Weg zurück zum VfB Marburg findet. Seine Odyssee setzt sich fort, indem er in Michelbach und dann erneut in Hassenhausen seinen Wirkungskreis findet.

Dann sieht es so aus, als sei er im letzten Hafen seiner fußballerischen Reise angekommen. Für fünf Jahre kickt er in den Reihen der Ballsportfreunde Richtsberg (BSF), und das durchaus erfolgreich. „Wir sind dreimal hintereinander bis in die Gruppenliga aufgestiegen“, erinnert sich Pozzi, der seine Brötchen als Pharmakant bei einem Marburger Betrieb verdient. Der sportliche Höhenflug erfährt eine Delle, als die Richtsberger wieder in die Kreisoberliga absteigen. „Dort habe ich noch ein Jahr für die BSF gespielt“, sagt Pozzi, „dann wurde die Saison wegen der Coronapandemie abgebrochen.“

Team peilt Aufstieg an

Aber die Lust am Fußball ist ihm noch längst nicht vergangen. Er schließt sich dem B-Ligisten FC Sindersfeld an, wo er seine alten VfB-Marburg-Spielpartner und Kumpels Robert Schulz und Junior Hull wieder trifft. „Zu ihnen habe ich stets aufgeschaut und mich mit ihnen gut verstanden.“ Und es läuft! Pozzi und sein Team peilen den Aufstieg in die Kreisliga A an. Sindersfeld steht mit guten Aussichten auf dem zweiten Tabellenplatz. Er und sein kongenialer Sturmpartner Lucien Fleischhammel mischen so manche Abwehr auf. Pozzi kann bisher 25 Treffer auf seinem Konto verbuchen.

„Ich fühle mich sehr wohl in Sindersfeld“, betont Pozzi, „meine Mitspieler und die Vereinsverantwortlichen sind angenehme Partner.“ Das beruht offenbar auf Gegenseitigkeit. „Wir haben ihn dankbar bei uns aufgenommen“, sagt Ludwig Bauerbach, der Vorsitzende des FC Sindersfeld, „man merkt, dass er mal höherklassig gespielt hat, 25 Tore sprechen für sich. Er ist für uns Gold wert. Außerdem ist er auch menschlich in Ordnung, er ist ein prima Kerl.“

Kein Karriereende in Sicht

An ein Karriereende denkt Pozzi noch immer nicht. „Ich bin einfach fußballverrückt und kann nicht aufhören. Solange ich verletzungsfrei bleibe, will ich spielen“, bekräftigt er seinen Willen. Er sei bislang von gravierenden Verletzungen verschont geblieben und fühle sich körperlich fit.

Nach der Coronapause, in der auch er sich infiziert hat, will er jetzt wieder loslegen. „Das Feuer für den Fußball brennt noch“, sagt er. Er teilt es mit seinem siebenjährigen Sohn Lian, der in der Jugend des FV Cölbe spielt. Nesthäkchen Noel hat mit vier Jahren noch keine Verträge als Kicker.

Neben dem Fußball spielen für Pozzi seine Familie mit den beiden Jungs und Ehefrau Irina sowie die Freunde die Hauptrollen. „Für weitere Hobbys ist da nur noch wenig Platz“, sagt er.

Von Bodo Ganswindt

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