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Lokalsport Reiner Künkel glaubt an Bayern-Triumph
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19:51 24.08.2020
Trainer Hansi Flick (Mitte) klatscht mit Benjamin Pavard (links) ab. Ex-Bayern-Spieler Reiner Künkel könnte sich vorstellen, dass der Franzose am Sonntag von Anfang an spielt. Foto: Miguel A. Lopes/dpa
Trainer Hansi Flick (Mitte) klatscht mit Benjamin Pavard (links) ab. Ex-Bayern-Spieler Reiner Künkel könnte sich vorstellen, dass der Franzose am Sonntag von Anfang an spielt. Quelle: Miguel A. Lopes/dpa
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Biedenkopf

Er ist niemand, der hippelig wird, sich an den Fingernägeln kaut. „Eine gewisse Anspannung“, erklärt Reiner Künkel, wird er am Sonntagabend aber schon verspüren, wenn seine Bayern gegen Paris Saint-Germain um den Titel in der Champions League spielen. In jedem Fall wird der Biedenkopfer mitfiebern, ganz fest die Daumen drücken, dass die Münchner zum sechsten Mal den Henkelpott gewinnen.

In den 1970ern hatten die Münchner den Wettbewerb, der damals noch Europapokal der Landesmeister hieß, gleich dreimal in Folge gewonnen. 1976, beim dritten Mal, war Künkel dabei, wenn auch nur als Ersatzspieler. Die Bayern besiegten die AS Saint-Étienne im Glasgower Hampden Park mit 1:0, Franz Roth erzielte nach 56 Minuten das entscheidende Tor.

Es war das bislang einzige Mal, dass sich eine deutsche und eine französische Mannschaft im Endspiel um den wichtigsten Vereinswettbewerb der Welt gegenüberstanden – ein gutes Omen fürs aktuelle Finale? Zumindest ist Künkel überzeugt: „Die Bayern haben die Klasse und die Form, um den Pokal zu holen.“

Er sei optimistisch, sagt der frühere Stürmer, der zwischen Januar 1976 und dem Ende der Saison 1977/1978 rund 50 Pflichtspiele für den Rekordmeister bestritten hatte, warnt aber auch: „PSG ist ein anderes Kaliber als Lyon.“

War bei Darmstadt 98 aktiv – und beim FC Bayern: Reiner Künkel. Quelle: Stefan Weisbrod

Der 70-Jährige spielt damit vor allem auf die Anfangsphase des Halbfinals (am Ende ein klarer 3:0-Sieg) an, als Olympique Lyon einige Möglichkeiten hatte, aber keine davon nutzte. „Wenn Neymar, Kylian Mbappé oder Ángel Di María vor dem gegnerischen Tor stehen, dann ist der Ball meistens drin“, sagt er, spricht von „absoluten Weltklassespielern“. Er könne sich daher vorstellen, dass Hansi Flick das Münchner Team etwas defensiver als am vergangenen Mittwoch aufstellen wird, beispielsweise Benjamin Pavard anstelle des offensiveren Thiago aufbieten könnte.

Der Trainer, ist Künkel überzeugt, wird die Mannschaft gut einstellen. „Es macht so viel Spaß wie schon lange nicht mehr, die Bayern Fußball spielen zu sehen“, sagt der ehemalige Torjäger aus dem Hinterland, sieht das nicht zuletzt als Verdienst Flicks: „Wer beim FC Bayern Trainer ist, muss nicht in erster Linie Spieler besser machen“, meint er. „Wer dort Trainer ist, muss die Spieler bei Laune halten. Wenn die Stimmung gut ist, dann gibt jeder alles für jeden. Das ist, was wir seit Wochen sehen.“ Und, so hofft er, was die Fans auch an diesem Sonntag sehen werden ...

Von Stefan Weisbrod

22.08.2020
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