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Lokalsport Regionalligisten klagen gegen Saisonfortsetzung
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18:00 05.12.2020
Die Eintracht beschreitet nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs den Klageweg. Quelle: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Sechs Vereine haben am Freitag beim Landgericht Mannheim eine Klage gegen die Wiederaufnahme des Spielbetriebs der Regionalliga Südwest zum 11. Dezember eingereicht. Dies bestätigte Reiner Bremer, Fußball-Präsident des TSV Eintracht Stadtallendorf, der OP. Neben der Eintracht sind der TSV Steinbach Haiger, Balinger SC, FC Astoria Walldorf, TSV Schott Mainz und FC Gießen die Clubs, die die Entscheidung der Regionalliga Südwest GbR juristisch prüfen lassen wollen.

Die Clubs führen in ihrer Begründung die derzeit hohen Corona-Infektionszahlen sowie die weiter steigende Anzahl an Todesopfern wegen der Pandemie an. Aus Sicht der Clubs ist die Zumutbarkeit des Spielens derzeit nicht gewährleitet.

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Der Stadtallendorfer Fußball-Chef, TSV-Coach Dragan Sicaja und Vertreter anderer Vereine, hatten die Entscheidung über die Fortsetzung der Saison im Dezember heftig kritisiert – allen voran, weil die Clubs ihre Amateurspieler, Team-Verantwortlichen sowie deren berufliches und familiäres Umfeld einer erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt sehen, da sich Spieler und Verantwortliche nicht so isolieren können wie Profifußballer (die OP berichtete ausführlich).

„Uns ärgert, dass unsere vorgebrachten Argumente nicht einmal diskutiert wurden“, sagt Bremer, der sich mit seinen Einwänden jüngst auch an die Hessische Landesregierung gewandt hatte. Bremer hatte gegenüber den politisch Verantwortlichen moniert, dass die Runde Mitte Dezember fortgesetzt werden soll, obwohl sich die Pandemie-Situation nicht verbessert habe.

„Dort hat man sich aber abgewandt und die Verantwortung den Verbänden zugeschoben“, kritisiert Bremer die Antwort aus der Hessischen Staatskanzlei. Jene betonte in einem Schreiben an die Eintracht, das der OP vorliegt, dass es im „semiprofessionellen“ Sportbetrieb zunächst Sache der Liga sei, „regulierend einzugreifen“. „Wir wollen die Sache nun juristisch prüfen lassen“, sagt Bremer.

Corona-Fall beim FC Homburg

Die Mannschaft des FC Homburg befindet sich nach dem positiven Corona-Test eines Spielers in freiwilliger Quarantäne. Dies teilte der Südwest-Regionalligist am Freitag auf seiner Homepage mit. Der Spieler der ersten Mannschaft hatte laut Vereinsangaben in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch starke Erkältungs-Symptome entwickelt und  direkt den Verein darüber in Kenntnis gesetzt. Am Mittwoch unterzog sich der Spieler einem Test, am Donnerstag erhielt der Verein das Ergebnis. Am Freitag ging es ihm „schon wieder deutlich besser“, teilte der FCH mit.

Von Marcello Di Cicco