Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport „Sechs-Punkte-Spiel“ für die Eintracht
Sport Lokalsport Lokalsport „Sechs-Punkte-Spiel“ für die Eintracht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 18.03.2019
Jascha Döringer (links, im Hinspiel gegen Balingens Stefan Vogler) hat sein Fieber auskuriert und ist morgen gegen den Aufsteiger wieder einsatzbereit.  Quelle: Michael Hoffsteter
Stadtallendorf

„Die zwei besten Teams stehen schon zu Recht da oben“, sagt Hans-Egon Welther. Der Teammanager der TSG Balingen verlor mit dem Neuling am Dienstag beim Tabellenzweiten 1. FC Saarbrücken mit 0:5, die Eintracht erwischte es am selben Abend ähnlich heftig: 1:5 lautete der Endstand gegen Spitzenreiter Waldhof Mannheim.

Voraussetzungen sind 
auf beiden Seiten ähnlich

Zum Ende der letzten Englischen Woche dieser Saison treffen beide Teams morgen (14 Uhr) in der Balinger Bizerba-Arena aufeinander. Die Voraussetzungen für das sportliche Kräftemessen könnten kaum interessanter sein.

Der Tabellenzehnte aus dem Zollernalbkreis könnte mit einem „Dreier“ einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen, für die Eintracht sind Siege gegen die TSG und den darauf folgenden Gegner FK Pirmasens hingegen schon fast Pflicht, um die Resthoffnung auf den Klassenerhalt zu wahren, denn: Drei Teams aus der Südwest-Staffel steigen definitiv ab, abhängig von der Anzahl der Absteiger aus der 
3. Liga in den Südwesten könnten es sogar maximal fünf Absteiger werden.

Ein Szenario, das angesichts der Lage des VfR Aalen und der SG Sonnenhof Großaspach im Abstiegskampf der 
3. Liga alles andere als unwahrscheinlich ist.

„Machen wir uns nichts vor. Wenn wir aus den nächsten zwei Spielen nicht mindestens vier Punkte holen, wird es schwer“, sagt Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja. Doch auch der Balinger Teammanager weiß: „Wir müssen gegen die Mannschaften unsere Punkte holen, die die gleichen Mittel wie wir haben.“ Dazu gehöre die Eintracht, die dem Aufsteiger in gewisser Hinsicht ähnelt.

Bei der TSG spielen „zu 100 Prozent“ (Welther) Amateure, die im Alltag – wie beim TSV – Beruf oder Studium nachgehen. Während die Herrenwälder viermal wöchentlich trainieren, bittet Balingens Coach Ralf Volkwein, der im Hauptberuf Gynasiallehrer ist und erst kürzlich seinen Vertrag bei der TSG um ein Jahr verlängert hat, seine Mannen dreimal pro Woche abends auf den Platz.

„Die Balinger machen es überragend, deren Leistung ist absolut lobenswert“, adelt Sicaja – und sieht den Gegner aufgrund des guten Zusammenhalts „identisch zu unserer Aufstiegsmannschaft“. Wie die Eintracht spielt die Volkwein-Elf vor allem auf eigenem Platz eine starke Premierensaison.

Mit acht Siegen, zwei Unentschieden und nur einer Niederlage belegen die Baden-Württemberger den starken vierten Platz im Heim-Ranking und holten bisher mehr Punkte zu Hause als etwa die Offenbacher Kickers oder Aufstiegsaspirant Mannheim.

„Diese Heimstärke kann ich auch nicht erklären“, rätselt Welther, „womöglich hängt es damit zusammen, dass wir keinen Reisestress zu den Spielen haben, oder es liegt an den Zuschauern.“ Im Schnitt kommen stattliche 1 600 Zuschauer in die Bizerba-Arena. Der Balinger Teammanager stellt fest: „Wir reiten noch auf der Aufstiegseuphoriewelle.“

Aufseiten der Eintracht ist jene inzwischen abgeebbt, wenngleich Sicaja feststellt: „Wir spielen keinen schlechteren Fußball als vergangene Saison, treffen aber die Kiste nicht.“ Und noch ein Problem tat sich zuletzt gegen die Kurpfälzer auf: In der Defensive agierte der TSV anfälliger als sonst, kassierte ohne den gesperrten Abwehrchef 
Kevin Vidakovics unnötige Gegentore nach Eckbällen und hohen Bällen hinter die letzte Kette.

„Da hätte es jemand gebraucht, der die anderen Spieler führt“, vermisste Sicaja Spielführer Vidakovics im Abwehrverbund. Gegen Balingen darf er wieder auflaufen.

Sicaja erwartet eine
kampfbetonte Partie

Auch der zuletzt von Fieber geplagte Jascha Döringer ist wieder an Bord. Dafür bangt der TSV-Coach um den angeschlagenen Wessam Abdel-Ghani. „Gui“ Da Silva fällt weiterhin wegen einer Entzündung in der Leiste aus.

Bei Balingen fehlen Offensivkraft Patrick Lauble (Rot-Sperre) und womöglich noch Linksaußen Hannes Scherer (grippaler Infekt). „Wir brauchen für diese Partie Spieler, die nicht vor Zweikämpfen weglaufen“, fordert der Stadtallendorfer Übungsleiter.

von Marcello Di Cicco