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Lokalsport Die Sonne hilft gegen den Winterblues!
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15:00 28.01.2022
Ein Jogger läuft bei Schnee am Hamburger Elbstrand entlang. Laut dem Marburger Sportmediziner Prof. Dr. Ralph Beneke steigt die Motivation beim Sport, wenn die Sonne scheint.
Ein Jogger läuft bei Schnee am Hamburger Elbstrand entlang. Laut dem Marburger Sportmediziner Prof. Dr. Ralph Beneke steigt die Motivation beim Sport, wenn die Sonne scheint. Quelle: Angelika Warmuth/dpa (Themenfoto)
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Marburg

Der Blick zum Himmel lässt uns derzeit schier verzweifeln. Ein graues und dichtes Gewölk hat uns scheinbar von der Sonne getrennt, dem zentralen Gestirn, das uns nicht nur die Laune, sondern das Leben überhaupt erhellt. Der Blues kommt über uns, füllt uns gar mit Schwermut und der Sehnsucht nach Licht. Nicht jede oder jeder kommt damit so klar, dass sie so ohne Weiteres wohlgemut ihr Tagewerk verrichten können.

Der Marburger Sportmediziner Professor Dr. Ralph Beneke, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Sportwissenschaft und Motologie an der Philipps-Universität, bestätigt, dass der Mangel an Licht depressive Reize setzen kann. „Licht kann bei psychiatrischen Krankheitsbildern, die mit Depressionen einhergehen, als Therapeutikum eingesetzt werden, um die Medikation zu reduzieren“, sagt er.

Eine größere Motivation bei Sonnenschein

Dafür gebe es etwa bestimmte Tageslichtlampen, die eine dem Sonnenlicht näher kommende Lichtintensität entwickeln. Allerdings sei die Intensität der Sonne im Freien – auch bei bedecktem Himmel – immer noch höher als die einer Lampe. „Deshalb ist das Sonnenlicht so wichtig“, betont Beneke. Den Wechsel von hell nach dunkel brauche man, um seinen Tagesrhythmus zu halten. Zu viel Dunkelheit könne dazu beitragen, den sogenannten Winterblues zu verursachen. „Es gehen Verhaltensänderungen im täglichen Leben damit einher. Diejenigen, die sonst recht aktiv sind, haben nicht so viel Lust, nach draußen zu gehen, wenn es ein fieses Wetter ist. Wenn allerdings die Sonne scheint, ist die Motivation viel größer, aus dem Haus zu gehen und Sport zu treiben.“

Um den Blues zu vertreiben, sei es daher das Beste, sich bei jedem Wetter an die frische Luft zu begeben. Das kann der normale Spaziergang sein oder auch der Langlauf eines ambitionierten Hobbysportlers. Das Sonnenlicht wirke stimmungsaufhellend. Man denke nur an Wintersport in den Alpen bei schönem Wetter. „Es sind nicht immer nur die Après-Ski-Partys, die dort eine große Rolle spielen. Vielmehr befindet man sich in einer Umgebung, wo Sonnenlicht maximal reflektiert wird.“

Achtsamkeit bei deutlichen Minusgraden

Wer sich höher belasten möchte, sollte sich Expertenrat holen, etwa beim Arzt seines Vertrauens. Bei den aktuellen Außentemperaturen kann jeder draußen Sport treiben, sagt Beneke. „Wenn wir allerdings 10 bis 15 Grad minus haben und eine trockene Kälte herrscht, dann ist das Spazierengehen nach wie vor gut, aber Joggen und Laufen über größere Distanzen kann für Personen, die eine etwas anfällige Lunge haben, schon ungünstig sein und Asthma-ähnliche Zustände hervorrufen. In der kalten Luft ist es ratsam, etwas vor dem Mund zu haben und dadurch die Atemluft etwas anzufeuchten und anzuwärmen.“

Von Bodo Ganswindt