Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Rallye hält ein Novum bereit
Sport Lokalsport Lokalsport Rallye hält ein Novum bereit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:58 29.08.2021
Erik Sindermann (MSC Holzhausen) im Renault Mégane gehörte zuletzt zum Starterfeld der Rallye Hinterland.
Erik Sindermann (MSC Holzhausen) im Renault Mégane gehörte zuletzt zum Starterfeld der Rallye Hinterland. Quelle: Foto: Jörg Rautenberg
Anzeige
Dautphe

Nicht nur für Sporttreibende und deren Coaches, auch für Veranstalter von Sportveranstaltungen war das vergangene Jahr wegen der Corona-Pandemie ein schwieriges. Viele Wettbewerbe fielen aus – auch die Rallye Hinterland, die bis dahin neun Mal in Folge Motorsportler und Motorsportlerinnen aus ganz Deutschland ins Hinterland zog, um sich mit Gleichgesinnten zu messen.

Am 17. und 18. September sollen rund um das Rallyezentrum bei der Dautphetaler Hinterlandhalle wieder die Motoren aufheulen. Doch „es wird nicht so werden, wie es die Leute gewohnt sind“, sagt Rallyeleiter Tim Scheckel im Gespräch mit der OP. Scheckel ist Vorsitzender des MSC Holzhausen, der zusammen mit dem MSC Salzbödetal seit 2015 das Rennsportereignis als Veranstaltergemeinschaft ausrichtet.

„Wir werden keine offiziellen Zuschauerplätze ausweisen“, sagt Scheckel. Der dafür zu betreibende Aufwand sei angesichts der Infektionsschutzauflagen schlichtweg nicht leistbar. Der organisatorische Aufwand sei „ohnehin um ein Vielfaches höher“, gibt Scheckel zu bedenken. Für den Veranstalter wäre es bereits ein Erfolg, wenn die Veranstaltung in diesen Zeiten über die Bühne gehen kann, lässt Scheckel durchblicken.

Knapp 450 Helfer, davon allein 150 Streckenposten, sollen für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Maximal 140 Autos sind bei der zehnten Auflage seit 2010 dabei. Erneut ist die Rallye Teil des Rallye Cups des Deutschen Motorsportbundes (DMSB), der der 2. Bundesliga entspricht.

„Wir werden zudem alle Innovationen mit einbinden, betreiben dafür einen großen Aufwand“, sagt Scheckel stolz. Erstmals seit dieser Saison gibt es eine Rennserie für Fahrzeuge mit Elektroantrieb. Der „ADAC Opel E-Rally Cup“ wird einen seinen sieben Läufe im Hinterland über die Bühne bringen.

„Um ein zukunftsfähiges Modell auf die Beine zu stellen, versuchen wir Innovationen bei uns mit einzubinden. Wir wollen eine Vorreiterrolle einnehmen“, sagt Scheckel. Der 35-Jährige aus Holzhausen/Hünstein weiß um die allgemeine Kritik an Motorsport-Veranstaltungen in Zeiten des Klimaschutzes und hält sie für „nicht ganz unberechtigt“. Er gibt jedoch auch um die Schwierigkeiten der E-Mobilität im Rallyesport wegen „zu kurzer Ladephasen“ und „den nicht extremen Reichweiten“ zu bedenken.

Zudem werden bei der Rallye 30 Retro-Fahrzeuge an den Start gehen. „Das sind Fahrzeuge, die nicht auf Bestzeit fahren, sondern auf Gleichmäßigkeit“, erklärt Scheckel. Am Ende gewinnen jene Sportlerinnen oder Sportler die Prüfung, „die die vorgegebene Sollzeit erfüllt“, sagt Scheckel, der hofft, dass die Vorbereitungen in diesem Jahr nicht umsonst waren.

Aktuelle Infos gibt es im Internet unter www.rallye-hinterland.de oder auf der Facebookseite der Rallye.

Von Marcello Di Cicco