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Lokalsport Vorfreude nicht nur bei den Profis
Sport Lokalsport Lokalsport Vorfreude nicht nur bei den Profis
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19:00 19.08.2019
Pascal Ackermann jubelt über seinen Sieg bei der fünften Etappe des diesjährigen Giro d’Italia. Auch bei der Deutschland-Tour, dessen zweiter Tagesabschnitt am 30. August von Marburg nach Göttingen führt, will der 25-Jährige mindestens einmal als Erster über die Ziellinie fahren. Quelle: Gian Mattia D’alberto
Marburg

Die Vorfreude unter deutschen Radprofis ist da. Zum zweiten Mal nach zuvor neunjähriger Pause wird vom 29. August bis 1. September eine Deutschland-Tour ausgefahren. Für André Greipel ist es eine „tolle Gelegenheit, sich vor vielen Fans im eigenen Land zu präsentieren“.

Der 37-Jährige vom Team Arkéa-Samsic, insgesamt elffacher Etappengewinner bei der Tour de France, will bei der diesjährigen Rundfahrt „auf jeden Fall um Etappensiege mitfahren“, wie er in einem telefonischen Pressegespräch betonte. Dasselbe gilt für Pascal Ackermann.

Etappen

  • 1. Etappe (Donnerstag, 29. August): Hannover – Halberstadt, 167 Kilometer; zwei Sprintwertungen, eine Bergwertung.
  • 2. Etappe (Freitag, 30. August): Marburg/Hessen – Göttingen/Niedersachsen, 202 Kilometer; zwei Sprintwertungen, eine Bergwertung.
  • 3. Etappe (Samstag, 31. August): Göttingen/Niedersachsen – Eisenach/Thüringen, 189 Kilometer; zwei Sprintwertungen, drei Bergwertungen.
  • 4. Etappe (Sonntag, 1. September): Eisenach/Thüringen – Erfurt/Thüringen, 159,5 Kilometer; zwei Sprintwertungen, drei Bergwertungen.

Der 25-Jährige vom Team Bora-Hansgrohe, in diesem Jahr bereits Gewinner des Eintagesrennens „Eschborn – Frankfurt“, zweifacher Etappensieger beim Giro d’Italia und zuletzt EM-Dritter, wurde im Vorjahr beim Zielsprint der Auftaktetappe von Koblenz nach Bonn knapp vom Kolumbianer Álvaro Hodeg besiegt. Es sei das „klare Ziel“, diesmal auf mindestens einem der Abschnitte „ganz vorn“ zu sein, machte er deutlich.

2018 war die traditionsreiche Rundfahrt, deren erste Auflage bereits 1911 stattgefunden hatte, wiederbelebt worden. Nachdem im Vorjahr im Südwesten gefahren wurde – finaler Zielort war Stuttgart –, geht es diesmal in die Mitte des Landes.

Claude Rach, Geschäftsführer der veranstaltenden Gesellschaft zur Förderung des Radsports, erläutert: „Wir wollen unseren Sport zu den Fans in den unterschiedlichen Regionen bringen.“ So eben diesmal auch nach Mittel- und Nordhessen – samt Start des zweiten Tagesabschnitts (von insgesamt vier; siehe Kasten) am Freitag, 30. August, in Marburg (die OP berichtete mehrfach).

"Neutralisierter Start" am Mittag in der Biegenstraße

Gegen 11.50 Uhr soll sich das Feld mit bis zu 132 Fahrern – 22 Teams mit je sechs Profis sind gemeldet – im Marburger Zentrum in Bewegung setzen. Aber schon ab 10 Uhr wird Fans und Interessierten in der Biegenstraße im Bereich zwischen Hörsaalgebäude und Erwin-Piscator-Haus bei einem „Fest des Radfahrens“ einiges geboten, wie Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Stadträtin und Sportdezernentin Kirsten Dinnebier sowie weitere Vertreter der Stadt, des Tour-Veranstalters und beteiligter Vereine am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz erläuterten.

„Wir freuen uns wahnsinnig, dieses Spitzensportevent in Marburg zu haben“, sagte Dinnebier. Ein Ziel sei es, erklärte Spies, das „sportliche Highlight mit dem Werben für das Fahrrad als Fortbewegungsmittel in unserer Stadt“ zu verknüpfen. Rund um den Startbereich soll es etwa Informationsstände mit kostenloser Möglichkeit zum Check des eigenen Fahrrads und eine Radwaschanlage geben, berichtete Sport-Fachdienstleiter Björn Backes.

Das Team „Trinity“, das in Offroad-Disziplinen Mountainbike und Trial erfolgreich ist, zeigt eine Radsportshow. Der Verein Dynamo Bortshausen bietet für Radsportinteressierte Ausfahrten unterschiedlicher Länge an, teilte der Vorsitzende Uwe Wöll mit und äußerte die Hoffnung auf viele Besucher.

Es lohne sich, „dafür einen Tag Urlaub zu nehmen“, zeigte er sich überzeugt. Auch Kinder und Jugendliche werden wohl dabei sein: „Wir haben die Schulen eingeladen und auch die Kindergärten informiert“, erklärte Backes. Für die Jüngsten ist ein Bambinirennen mit Laufrädern geplant.

ZDF überträgt live und zeigt auch Bilder aus Marburg

Die Fahrer, darunter auch der deutsche Shootingstar Emanuel Buchmann, Geraint Thomas, der 2018 die Tour de France gewonnen hatte, und Julian Alaphilippe, der bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt lange das Gelbe Trikot trug, werden nach Einschätzung von Etappenort-Managerin Maren Hopf bereits zwischen 9 und 9.30 Uhr vor Ort sein, ab etwa 10.40 Uhr schreiben sie sich auf einer Bühne vor dem Hörsaalgebäude ein. Geplant sind einige Interview mit Profis, ehe das Rennen beginnt.

Die ersten Kilometer sind „neutralisiert“, auf diesem Abschnitt sind noch keine Attacken von Ausreißern möglich. Erst bei Cölbe erfolgt der „scharfe Start“, von dort aus führt die Strecke über Bracht, Frankenberg und Waldeck nach Niedersachsen, dort über Hann. Münden nach Göttingen.

Das ZDF überträgt am Nachmittag live, wird aber auch Bilder vom Start in Marburg zeigen. „Außerdem sind bereits einige Aufnahmen in der Stadt gemacht worden“, teilte Hopf mit.Das Fernsehsignal werde Sendern in insgesamt 190 Ländern zur Verfügung gestellt. „Impressionen von und aus Marburg werden also international zu sehen sein“, sagte sie.

von Stefan Weisbrod