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Lokalsport Roßdorfer Frauen mit der perfekten Bilanz
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12:00 22.07.2020
Sophie Marschall (rechts; gegen Corinna Hein vom 1. FSC Marburg) holte mit dem RSV Roßdorf souverän den Titel in der Regionsoberliga. Quelle: Thorsten Richter
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Roßdorf

70 Tore geschossen, nur vier Treffer gefangen, überhaupt alle elf bis zum Abbruch der Saison aufgrund der Corona-Krise in Staffel I der Regionsoberliga Gießen/Marburg ausgetragenen Partien gewonnen: Die Fußballerinnen des RSV Roßdorf haben die Konkurrenz dominiert. Anders ausgedrückt: Sie sind schlicht zu stark für ihre Spielklasse gewesen. In der neuen Saison dürfte das anders sein: „In der Gruppenliga werden wir sicherlich ganz anders gefordert“, erwartet Sabine Kliem.

Die aktuelle Trainerin ist seit 23 Jahren im Verein, war während der erfolgreichsten Zeiten des Vereins inklusive vier Jahren in der Regionalliga (siehe Infobox) zweite Torhüterin und ist dem Club aus dem 1 400-Einwohner-Dorf treu geblieben, als 2017 aus personellen Gründen kein Frauenteam mehr gemeldet werden konnte.

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Team aus Nachwuchs und Rückkehrerinnen

2018 wurde ein Neustart gewagt, zunächst mit einer Neunermannschaft in der B-Liga. Viele Spielerinnen kamen aus dem eigenen B-Juniorinnen-Team. Direkt sprang mit 16 Siegen aus 18 Spielen der erste Platz heraus. Mit etwas breitem Kader wurde ein Elferteam für die Regionsoberliga gemeldet. „Wir wussten nicht so richtig, was uns erwartet“, erklärt Kliem zwar, sagt aber auch: „Wir hatten den Aufstieg als Ziel ausgegeben.“ Er wurde souverän erreicht, was auch an erfahreneren Spielerinnen wie Alina Loth, Rebekka Huber, Kim Riebeling und Ricarda Schick lag, die vor dem Rückzug bereits höherklassig für den RSV gespielt hatten und zurückgekehrt sind.

VIer Jahre in der Regionalliga

Lange bevor 2017 im TSV Eintracht Stadtallendorf erstmals ein Verein aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf mit einer Mannschaft in der Regionalliga der Männer spielte, war der RSV Roßdorf mit einem Team in der Regionalliga der Frauen aktiv. 2008 holten Spielertrainerin Nina Kirchhain und Co. den Oberliga-Titel und stiegen in die dritthöchste Spielklasse auf. Vier Jahre lang hielten sie sich dort, zwischenzeitlich gehörten sie zur erweiterten Spitzengruppe. 2012 zog der Verein das Team freiwillig in die Verbandsliga zurück, ein Jahr später gelang der Aufstieg in die Hessenliga. 2017 kam das vorläufige Ende des Frauenfußballs im Amöneburger Stadtteil: Bereits im Saisonverlauf spannte sich die Personalsituation immer weiter an, nach dem Abstieg aus Hessens höchster Spielklasse wurde klar, dass nicht mehr genügend Spielerinnen zur Verfügung standen.

In Elisa Schubert von der FSG Ebsdorfergrund kommt eine weitere Spielerin nach Roßdorf zurück, will ihren Teil dazu beitragen, auch in der Gruppenliga erfolgreich zu sein. Ziel aus Sicht der Trainerin ist ein Platz im Tabellenmittelfeld – und: „Wir wollen den ein oder anderen Favoriten etwas ärgern.“ Dafür, meint die Trainerin, muss aber an der Verwertung der Chancen gearbeitet werden: „Es mag blöd klingen, wenn man im Schnitt mehr als sechs Tore pro Spiel geschossen hat, aber wir haben sehr viele Möglichkeiten ungenutzt gelassen.“ So sei es auch bei der einzigen Pflichtspielniederlage der Saison – einem 1:3 im Kreispokal-Endspiel gegen Gruppenligist FC Weimar – gewesen: „Da wäre mehr möglich gewesen. Chancen hatten wir einige.“

Trainerin Kliem hofft auf neue Juniorinnenteams

Für die neue Saison sei das Team gut aufgestellt, sagt Kliem. Mittelfristig könnte es jedoch an Nachwuchs fehlen, da der RSV derzeit kein Juniorinnenteam stellt. Die Trainerin hofft, dass sich das wieder ändert, setzt dabei auch auf ein Fußballcamp für Mädchen zwischen sechs und 15 Jahren, das der Verein am 13. und 14. August veranstaltet.

Informationen zum Fußballcamp für Mädchen gibt es online unter rsv-rossdorf.de.

Von Stefan Weisbrod